Kein Verständnis für Schalke-Torwart Alexander Nübel

Schalke 04

Auch Schalkes früherer Manager Heribert Bruchhagen kritisiert den Torwart. In den sozialen Medien wird über die Absetzung als Kapitän diskutiert.

Gelsenkirchen

, 23.12.2019, 18:36 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kein Verständnis für Schalke-Torwart Alexander Nübel

Schalke-Torwart Alexander Nübel (r.) steht mächtig in der Kritik. © dpa

Alexander Nübel schweigt. Dafür reden und schreiben viele andere Menschen über ihn, nachdem sein Wechsel zum FC Bayern München im Sommer 2020 zwar noch nicht offiziell verkündet worden ist, aber alle Indizien dafür sprechen.


In den sozialen Medien ist das Meinungsbild ziemlich eindeutig. Kaum jemand kann die Entscheidung des Torwarts, Schalke am Saisonende zu verlassen, nachvollziehen. Auf der Facebook-Seite unserer Zeitung wird starke Kritik an Nübel geäußert. Winfried Haake empfiehlt: „Schubert zur Nummer eins machen, Nübel gar nicht mehr aufstellen und Ralf Fährmann von Norwich zurückholen und am besten Nübel im Winter noch verkaufen“. Otmar Barth ist dafür, Nübel „die Binde abzunehmen“. Marko Voigt kritisiert: „Man hat gemerkt, dass Nübel mit seinen Gedanken nicht mehr bei Schalke ist“. Piet Carels ist richtig sauer: Man solle Nübel sofort verkaufen, „er hat alle nur verarscht“. Dem wird entgegengehalten, dass es sehr unrealistisch sei, einen im Sommer ablösefreien Spieler im Winter noch zu verkaufen.

„Komplett falsch“

Viele Nübel-Kritiker können außerdem nicht nachvollziehen, warum er sich beim FC Bayern München erst einmal als Bankdrücker betätigen will. Beim Rekordmeister soll der 23-Jährige zunächst drei Jahre lang die Nummer zwei hinter Neuer sein, aber dennoch Spielpraxis erhalten. Dieser Plan stößt auch bei Heribert Bruchhagen auf Unverständnis. Bruchhagen ist sich sicher, dass der viermalige Welttorhüter den Weg beim FC Bayern nicht so einfach für Nübel freimachen wird: „Manuel Neuer wird einen Teufel tun und eine Regelung treffen, die besagt, dass er in eineinhalb oder zwei Jahren einen Schritt zurücktritt, um Nübel die Chance der Nachfolge zu geben. Das passt überhaupt nicht in das Persönlichkeitsbild von Manuel Neuer. Der spielt auch noch mit 35, so wie er sich im Augenblick darstellt,“ so der 71-Jährige bei Sky.


Der ehemalige Vorstandsvorsitzende von Eintracht Frankfurt und frühere Schalke-Manager kann einen Wechsel von Nübel an die Isar deshalb nicht nachvollziehen: „Diese Entscheidung ist aus meiner Sicht komplett falsch.“



Wagner und die Kapitänsfrage



Fakt bleibt, dass die Personalie Nübel für Schalke noch längst nicht ausgestanden ist. Trainer David Wagner wird nicht das geringste Interesse daran haben, dass in seinem Kader wegen Nübel Unruhe aufkommt. Deshalb wird sich der 48-Jährige ganz genau überlegen, ob Schalkes bisherige Nummer eins nach Ablauf seiner Sperre Mannschaftskapitän bleiben kann.


Hält Markus Schubert weiter so gut wie bisher, droht Nübel ein Verbleib auf der Ersatzbank. Und auch Ralf Fährmann wird die Entwicklung ganz genau beobachten. Seine Leihe bei Norwich City endet im Sommer 2020.