Keine Euphorie, aber die Umstellungen tragen Früchte

Schalke auf Platz zwei

Zum ersten Mal seit 911 Tagen steht der Bundesligist FC Schalke 04 wieder auf dem zweiten Tabellenplatz. Von Euphorie ist bei den Königsblauen vor dem Revierderby gegen Borussia Dortmund aber dennoch nichts zu sehen. Ein Spieler verdiente sich dennoch ein Sonderlob durch Schalkes Manager Christian Heidel.

Gelsenkirchen

, 21.11.2017, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Von Euphorie war auf dem Schalker Trainingsgelände am Montagvormittag nichts zu sehen. Ein Sonderlob von S04-Manager Christian Heidel bekam allerdings Benjamin Stambouli (l.): „Wie Benjamin Stambouli als Rechtsverteidiger agiert, das war sehr souverän. Er hat wie eine Bank gespielt“, sagte Heidel nach der Partie gegen den Hamburger SV.

Von Euphorie war auf dem Schalker Trainingsgelände am Montagvormittag nichts zu sehen. Ein Sonderlob von S04-Manager Christian Heidel bekam allerdings Benjamin Stambouli (l.): „Wie Benjamin Stambouli als Rechtsverteidiger agiert, das war sehr souverän. Er hat wie eine Bank gespielt“, sagte Heidel nach der Partie gegen den Hamburger SV. © dpa

Vielleicht lag es am strömendem Regen, von Euphorie war auf dem Trainingsplatz am Montagvormittag beim Training des FC Schalke 04 jedenfalls nichts zu sehen. Schalke-Trainer Domenico Tedesco forderte den Kreis der Reservisten hart und intensiv, getreu dem Motto: Auch wenn Schalke momentan auf dem zweiten Tabellenplatz steht, ist weiterhin harte Arbeit angesagt.

Tedesco freut sich auf das Derby

Dass jetzt das Derby in Dortmund als nächste Bewährungsprobe auf dem Programm steht, freut Tedesco: „Schon als außenstehender Beobachter habe ich gespürt, welche Emotionen in diesen Duellen mit dem BVB herrschen.“

Vielleicht kann der Trainer in dieser Partie auch wieder mit Leon Goretzka planen, der am Montag sein Pensum steigerte. Nach dem trainingsfreien Dienstag könnte der Nationalspieler vielleicht am Mittwoch ins Mannschaftstraining zurückkehren.

Leistungsprinzip ist Aufstellungskriterium

Bei der Aufstellung von Tedesco wird jedoch auch gegen Dortmund nur ein Kriterium zählen: das Leistungsprinzip. „Bei uns kann sich kaum einer mehr als eine schlechte Trainingseinheit leisten, dann reagiert der Trainer sofort“, betonte Manager Christian Heidel den „gesunden Konkurrenzkampf“.

Dass dabei Spieler unter der Leitung von Tesdesco immer besser werden, die in der vergangenen Saison noch enttäuschten, ist ein weiterer Pluspunkt auf dem Schalker Erfolgsweg. Heidel sah sich nach dem 2:0-Erfolg gegen den Hamburger SV sogar dazu veranlasst, ein Sonderlob auszusprechen.

Umschulung trägt Früchte

„Das mache ich selten. Aber wie Benjamin Stambouli als Rechtsverteidiger agiert, das war sehr souverän. Er hat wie eine Bank gespielt“, lobte Heidel den Franzosen, der eigentlich als Mittelfeldspieler vorgesehen war, in seinem ersten Schalke-Jahr jedoch enttäuschte. Die Umschulung zum Rechtsverteidiger trägt Früchte. Stambouli gewann gegen den Hamburger SV 67 Prozent seiner Zweikämpfe, und seine Passquote lag bei 85 Prozent.

Ähnlich positiv verläuft die Entwicklung bei Yevhen Konoplyanka. Fiel der Ukrainer in der letzten Saison mehr durch seinen Streit mit Ex-Trainer Markus Weinzierl als durch gute Leistungen auf dem Platz auf, weist der Stürmer nun mehr und mehr seine Offensivqualitäten nach. Mit welcher Übersicht Konoplyanka das 2:0 vorbereitete, war beeindruckend.

Schalker Abwehrbollwerk

Genauso wie die Schalker Abwehrleistung in dieser Saison. Erst zehn Gegentreffer nach zwölf Bundesliga-Spielen - nur Spitzenreiter FC Bayern hat mit acht Toren weniger kassiert. „In den letzten fünf Spielen haben wir nur ein Tor bekommen - das ist sehr außergewöhnlich in der Bundesliga“, so Christian Heidel.

Auch bei Schalke-Boss Clemens Tönnies wächst die Zuversicht. „Wir wollen auch langfristig wieder vor Dortmund stehen, wir wollen den BVB am liebsten wieder überholen. Das muss aber noch nicht in dieser Saison sein. Wenn es passiert, ist es natürlich trotzdem gut,“ sagte der Aufsichtsratschef dem Kicker. Am Samstag wollen die Königsblauen beim Erzrivalen beweisen, dass die Erfolge der letzten Wochen kein Zufall waren. „Unsere Brust ist breit und heiß, aber nicht nur die. Viel wichtiger ist das Herz, was drunter steckt - und das wird brennen“, wählte Torhüter Ralf Fährmann pathetische Worte vor dem Revierderby.

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