Kevin Kuranyi macht Löw das Leben schwer

Tor-Gala

LEVERKUSEN Schalkes Busfahrer mahnte zur Abfahrt, Kevin Kuranyi nahm das Hupkonzert gelassen zur Kenntnis: „Der wartet. Sonst nehme ich eben ein Taxi.“ Kuranyi stand nach seiner Gala in Leverkusen mitten in einer Journalisten-Traube und wurde natürlich immer wieder zu seiner Rückkehr in die Nationalmannschaft befragt.

von Von Norbert Neubaum

, 28.03.2010, 17:07 Uhr / Lesedauer: 2 min
Präsentiert sich derzeit in Topform: S04-Torjäger Kevin Kuranyi (l.).

Präsentiert sich derzeit in Topform: S04-Torjäger Kevin Kuranyi (l.).

Ob das Kuranyi nun hilft oder nicht – richtig war Calmunds Analyse allemal. Kuranyi erzielte in Leverkusen nicht nur seine Saisontreffer 16 und 17 und stellte damit einen persönlichen Rekord auf, imponierend war erneut sein Einsatzwille. Was Kuranyi (und auch Farfan!) in Leverkusen nicht zum ersten Mal nach hinten arbeiteten, ist für Stürmer außergewöhnlich. Unter Magath blüht Kuranyi („Ich fühle mich in der besten Zeit meiner Karriere“) förmlich auf, und bevor Kuranyi (Vertrag läuft aus) über einen Wechsel in weniger pulsierende Ligen wie die der italienischen (Juventus Turin) oder gar der russischen (Dynamo Moskau) nachdenkt, sollte er auch an den Status denken, den er bei den Fans genießt. Als Kuranyi in Leverkusen kurz vor Schluss, begleitet von lauten „Kuranyi“-Rufen der Schalker Anhänger, ausgewechselt wurde, erhoben sich auch einige Bayer-Fans applaudierend von ihren Sitzen.

Felix Magath gab für Kuranyi sogar eigene Gewohnheiten auf und riet dem Trainer-Kollegen Löw: „Als Trainer muss man Entscheidungen, die man getroffen hat, auch mal verändern oder zurücknehmen.“ Es geht – so Magath – immer um die Mannschaft. Zumindest scheint das auch Schalkes Busfahrer zu wissen – er wartete auf Kuranyi.

  • Wieder dabei: Rafinha, gegen die Bayern nicht dabei, stand in Leverkusen wieder in der Schalker Start-Elf – aber nicht wie meistens hinten rechts, sondern links. Rechts verteidigte Höwedes, innen Westermann und Bordon – wieder mal ging Magaths Taktik auf. Leverkusen hatte vorne ohne den verletzten Kießling so wenig zu bieten, dass Trainer Heynckes in der Halbzeit mit Helmes sogar einen Stürmer auswechselte – bei einem 0:2-Rückstand.
  • Geburtstag: Manuel Neuer hatte nicht allzu viel zu tun, war in zwei brenzligen Situationen aber zur Stelle. Schalkes Torhüter feierte am Spieltag seinen 24. Geburtstag. Auf die Frage, ob er denn nun mit der eingeschalteten Videotext-Tabelle einschlafen würde, antwortete er: „Nein. Da spare ich lieber den Strom.“
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