Kindheitstraum erfüllt: Matip geht nach Liverpool

Heldts Schmerzgrenze reicht nicht

Ein bisschen schien es so, als sei von Joel Matip eine Last abgefallen, als er am Montag mit den Journalisten sprach. Denn der 24-Jährige schaffte endlich Klarheit, was seine berufliche Zukunft betrifft. Und es war keine Überraschung, was Matip verkündete. Wohl aber das, was er über S04 sagte.

Gelsenkirchen

16.02.2016, 06:22 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Ende der Saison wechselt der Defensivspezialist ablösefrei vom FC Schalke 04 zum FC Liverpool, wo er einen Vertrag bis zum 30. Juni 2020 unterschreibt. "Ich habe Schalke 04 sehr viel zu verdanken. Aber ich wollte nach fast 16 Jahren Schalke ein neues Land kennenlernen. Und der FC Liverpool ist nun einmal ein geiler Verein“, erklärte der gebürtige Bochumer.

Kopf- und Bauchentscheidung

Lange hatte der Innenverteidiger gegrübelt, ob er seinen Herzensklub verlassen sollte. Doch neben der Bundesliga war es immer schon ein Kindheitstraum von Matip gewesen, in der Premier League zu spielen. "Es war eine Mischung von Kopf- und Bauchentscheidung. Letztlich entscheidet dann bei mir der Bauch. Und ich bin überzeugt davon, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe", so der zweimalige WM-Teilnehmer Kameruns.

Seit der 24-Jährige vom damaligen Schalke-Trainer Felix Magath ins kalte Bundesligawasser geworfen wurde, schwamm er sich schnell frei. Bei seiner Premiere als 18-Jähriger gelang ihm prompt am 7. November 2009 ein Kopfballtor zum 1:1 beim FC Bayern München.

Eckpfeiler in Schalker Mannschaft

Schnell entwickelte sich Matip zu einem Eckpfeiler in der Schalker Mannschaft. In den folgenden gut sechs Jahren absolvierte er 243 Pflichtspiele in Liga, Pokal und Europapokal (23 Tore). In dieser Zeit wurde er mit Schalke Vizemeister (2010), gewann den DFB-Pokal (2011) und stand im Halbfinale der Champions League (2011). Er half mit, dass sich die Königsblauen in dieser Zeit viermal für die Königsklasse qualifizieren konnten und dort die K.-o.-Phase erreichten.

Doch selbst wenn er überragende Leistungen geboten hatte, stellte er sich nie in den Vordergrund. Gespräche mit Journalisten sind dem Defensivspezialisten bis heute eher unangenehme Pflicht. Matip hat lieber seine Ruhe und ist auf angenehme Art und Weise ein Stück introvertiert, so dass er im lauten und überhitzen Bundesligageschäft manchmal wie ein Fremdkörper wirkt.

Heldt: "Ein bisschen traurig"

Bei seiner Entscheidung, zum FC Liverpool zu wechseln, spielte natürlich auch sein neuer Trainer eine wichtige Rolle. Der heißt bekanntlich Jürgen Klopp und wird ihm die Integration sicherlich erleichtern. Beim FC Schalke 04 war Manager Horst Heldt „ein bisschen traurig und enttäuscht“, dass es nicht gelungen ist, Matip zum Bleiben zu bewegen. „Es war eine Grundsatzentscheidung von Joel, die wir akzeptieren und respektieren. Wir sind bis an die finanzielle Schmerzgrenze gegangen. Joel hat sich große Verdienste um Schalke 04 erworben“, erklärte Heldt.

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Und der so Gelobte versprach: „Ich werde in den kommenden Monaten alles dafür tun, das Maximale aus dieser Saison herauszuholen. Das bin ich auch den Fans und meiner Mannschaft schuldig.“