Klare Ansage für Schalke-Verteidiger Matija Nastasic

Schalke 04

Ein trainingsfreier Sonntag zur Halbzeit des Schalker Trainingslagers in Mittersill – 04 Entwicklungen zeichnen sich bereits ab.

Mittersill

, 04.07.2021, 18:23 Uhr / Lesedauer: 3 min
Dimitrios Grammozis gibt die Richtung vor. Matija Nastasic (r.) soll Schalke 04 verlassen.

Dimitrios Grammozis gibt die Richtung vor. Matija Nastasic (r.) soll Schalke 04 verlassen. © Tim Rehbein/RHR-FOTO

Nach dem 0:0 gegen Zenit Sankt Petersburg sprach Schalke-Trainer Dimitrios Grammozis von einem „guten Test“. Ein „sehr guter“ wäre es nach den Worten des 42-Jährigen gewesen, wenn Marvin Pieringer den Handelfmeter zu einem Treffer genutzt hätte.

Das Ergebnis ist jedoch zu diesem Zeitpunkt der Vorbereitung für die Königsblauen zweitrangig. Es geht um andere Dinge auf und außerhalb des Fußballplatzes.

Integration der Neuzugänge: Grammozis baut an einer neuen Mannschaft und schenkt den Neuzugängen viel Vertrauen. Sieben von acht Kickern, die Schalke bislang verpflichtet hat, standen gegen Zenit Sankt Petersburg in der Startformation. Im Angriff ist offensichtlich, dass Grammozis auf Simon Terodde und Marvin Bülter setzt.

Der Neuzugang von Union Berlin bestritt sein erstes Spiel im Trikot der Königsblauen und besaß Schalkes erste und zweite Chance in der ersten Halbzeit. „Ich habe es genau falsch herum gemacht“, sagte Bülter mit einem Lächeln: „Bei der ersten Chance hätte ich besser abspielen sollen, bei der zweiten lieber selber schießen müssen.“

Schnell einspielen

Die Mannschaft, die Grammozis gegen Zenit Sankt Petersburg beginnen ließ, könnte durchaus mit dem Team identisch sein, dass am 23. Juli gegen den Hamburger SV in die Zweitligasaison startet. Der Schalker Trainer trug mit dieser Formation der Tatsache Rechnung, dass die Vorbereitung wegen des Abstieg in die 2. Liga diesmal sehr kurz ist. Deshalb will er, dass sich seine neuformierte Mannschaft so schnell wie möglich einspielt.

Pflichtgemäß gab es aber auch Lob für die jungen Spieler, die nach einer Stunde eingewechselt wurden. Grammozis: „Sie haben ihre Sache gut gemacht“.

Wird Latza der neue Kapitän?

Neue Hierarchie: Danny Latza trug in zwei von drei Testspielen die Kapitänsbinde. Es deutet sich an, dass der gebürtige Gelsenkirchener bald offiziell zum neuen S04-Kapitän ernannt wird. Ende der Woche soll diese Entscheidung und die Besetzung des Mannschaftsrates nach den Worten von Grammozis verkündet werden.

Als „heimlicher Chef“ kristallisiert sich der laufstarke Victor Palsson heraus, der während des Spiels gegen Sankt Petersburg ständig den Dialog mit seinen Mitspielern suchte. Grammozis: „Ich kenne die Qualitäten von Victor aus der Darmstädter Zeit. Er ist sich für keinen Laufweg zu schade“.

„Es wird nicht reichen“

Der Schalker Trainer schätzt besonders die Schnelligkeit des 30-Jährigen und seine Spielintelligenz. „Er sieht die Räume und weiß genau, wann er attackieren muss. Deshalb ist er ein ganz wichtiger Fixpunkt in unserem Spiel“.

Umgang mit Großverdienern: Obwohl Salif Sané wohl lange ausfallen wird, ist eine Rückkehr von Matija Nastasic in Form von Einsatzminuten kein Thema. Das stellte Grammozis noch einmal unmissverständlich klar. „Wir haben Spieler, die budgettechnisch nicht in die nächste Saison passen. Deshalb wird es bei einigen nicht reichen zu einem Einsatz“, erklärte der 42-Jährige und meinte neben Amine Harit und Ozan Kabak auch Matija Nastasic.

Noch kein Angebot

Der Serbe, der nicht nur 3,5 Millionen Euro pro Saison verdienen soll, sondern auch noch die unfassbare Punktprämie von 30.000 Euro pro Partie, soll unbedingt von der Gehaltsliste. Die Frage ist jedoch, ob das klappt. Bisher gibt es für Schalkes dienstältesten Kicker, seit 2015 im Verein, nach Informationen dieser Zeitung kein ernsthaftes Angebot.

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Der Vertrag von Nastasic läuft noch bis zum 30. Juni 2022. Seit Mitte Februar ist der 28-Jährige wegen einer Wadenverletzung nicht mehr zum Einsatz gekommen. Mittlerweile befindet er sich im Aufbautraining und ist mit nach Mittersill gefahren.

Noch keine Kreativität: Einsatz und Laufbereitschaft stimmten bei den Königsblauen bisher im Trainings- und Wettkampfbetrieb. Vermisst werden im Spiel kreative Impulse und dynamischer Kombinationsfußball. In dieser Phase der Vorbereitung ist es jedoch keine Überraschung, dass Schalke in diesen Bereichen noch viel Luft nach oben hat.

Kutucu nach Istanbul

Andererseits stellt sich die Frage, ob dieses Spielermaterial ausreicht, um in der 2. Liga eine gute Rolle zu spielen. Ein kreativer „Zehner“ würde dem Schalker Spiel sehr gut tun. Und auch im Angriff wird die Personaldecke immer dünner.

Von den nominell noch sechs Stürmern im Kader (Ahmed Kutucus Wechsel zu Basaksehir Istanbul ist perfekt) gilt Rabbi Matondo als Verkaufskandidat. Matthew Hoppe verpasst die gesamte Vorbereitung (Teilnahme am Gold-Cup), Benito Raman ist angeschlagen (Wade). Bleiben aktuell Marius Bülter, Marvin Pieringer und Simon Terodde. Diese Personaldecke in der Offensive erscheint zu dünn.

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