Kmetsch: "Hier hat sich einiges verändert"

Schalker Rückkehrer coacht die U23

Sven Kmetsch ist zurück auf Schalke. Als Co-Trainer der Regionalligamannschaft ist der 46-Jährige mit Feuereifer bei der Sache. Wer ihn bei den Trainingseinheiten beobachten, erkennt schnell, dass der zweifache Nationalspieler fordert und fördert, ähnlich wie zu seiner aktiven Zeit.

GELSENKIRCHEN

05.09.2016, 05:49 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kmetsch: "Hier hat sich einiges verändert"

Sven Kmetsch, hier im Duell mit Dortmunds Christian Nerlinger, ist als Co-Trainer der U23 zurück auf Schalke.

Rank und schlank sieht er aus, als würde er immer noch regelmäßig kicken.  „Doch das geht leider nicht. Mein rechtes Knie spielt nicht mehr mit. Wie gern würde ich in der Schalker Traditionself spielen, aber für mehr als ein bisschen joggen reicht es nicht mehr“, erzählt der gebürtige Bautzener, der seit Saisonbeginn wieder für den FC Schalke 04 tätig ist. 

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Dabei ist auch auf Schalke die Zeit nicht stehen geblieben. „Hier hat sich einiges verändert. Wenn ich früher zu Manager Rudi Assauer ins Büro wollte, bin ich einfach die Treppe hochgelaufen und habe angeklopft. Jetzt muss ich mich am Empfang anmelden und abwarten, was geht“, erzählt Kmetsch, der diese Zustandsbeschreibung nicht als Kritik verstanden wissen will, sondern als Weiterentwicklung. Kmetsch: „Auf Schalke arbeiten jetzt viel mehr Menschen als zu meiner Profizeit. Der Verein ist enorm gewachsen.“

Unter Magath entlassen

Bereits von 2005 bis 2010 fungierte der zweikampfstarke Mittelfeldspieler als Co-Trainer der U 23, ehe er vom „allmächtigen“ Felix Magath die Papiere bekam. Doch Kmetsch verabschiedete sich nicht im Groll, sondern hatte bald schon neue Jobs als Co-Trainer in Ingolstadt, FSV Frankfurt und zuletzt 1860 München jeweils unter Cheftrainer Benno Möhlmann, dem er längst auch freundschaftlich verbunden ist.

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Möhlmann riet Kmetsch auch dazu, dass Schalker Angebot zur Rückkehr anzunehmen, nachdem sein früherer Mannschaftskamerad Jörg Böhme seinen Posten freiwillig räumte. Kmetsch griff zu, denn im Fußball tätig zu sein, ist für ihn „der schönste Job, den es gibt.“

Perfekte Lösung

Dass es wieder Schalke ist, ist für Kmetsch die perfekte Lösung, denn bei den Königsblauen war er am längsten und am erfolgreichsten (zwei DFB-Pokalsiege 2001 und 2002) tätig. Und hätte fast Fußballgeschichte geschrieben, weil er auch zu denjenigen gehörte, die als „Meister der Herzen“ auf tragische Art und Weise den Titel 2001 verpassten. „Darauf werde ich immer noch angesprochen“, sagt Kmetsch und sein Blick verrät, wie schmerzhaft allein die Erinnerung an dieses Ereignis noch für ihn ist.

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Der A-Lizenz-Inhaber hofft für die Zukunft, dass Schalke sein riesiges Potenzial endlich einmal ausschöpft. Dazu will er seinen Teil mit guter Trainingsarbeit bei der zweiten Mannschaft beitragen.  Von seinen Spielern fordert er dabei stets die totale Identifikation mit dem Verein. „Sie müssen ein Bewusstsein dafür entwickeln, dass Schalke ein besonderer Klub ist“, merkt der 46-Jährige an. Dazu beizutragen, sieht er auch als Teil seines Trainerjobs an.