Manager-Wechsel auf Schalke nur noch Frage der Zeit

Wann übernimmt Heidel?

In den nächsten Tagen möchte Horst Heldt den Vertrag mit Marco Höger um ein Jahr verlängern – das hatte Schalkes Manager dem Mittelfeldspieler direkt nach dessen Kreuzbandriss versprochen. Vielleicht ist es schon die letzte Amtshandlung von Heldt als S04-Manager.

GELSENKIRCHEN

von Von Frank Leszinski und Norbert Neubaum

, 19.10.2015, 12:41 Uhr / Lesedauer: 2 min
Manager-Wechsel auf Schalke nur noch Frage der Zeit

Fußball: Bundesliga - 9. Spieltag: FC Schalke 04 - Hertha BSC am 17.10.2015 in der Veltins-Arena in Gelsenkirchen (Nordrhein-Westfalen) . Schalkes Manager Horst Heldt steht vor Spielbeginn am Spielfeldrand. Foto: Maja Hitij/dpa (Wichtiger Hinweis: Aufgrund der Akkreditierungsbestimmungen der DFL ist die Publikation und Weiterverwertung im Internet und in Online-Medien während des Spiels auf insgesamt fünfzehn Bilder pro Spiel begrenzt.) +++(c) dpa - Bildfunk+++

Denn am Samstagabend, nach dem 2:1-Sieg gegen Hertha, verständigte Heldt sich mit Aufsichtsratschef Clemens Tönnies auf einen Gesprächstermin in dieser Woche. Es bedarf keiner prophetischen Gaben, dass dann über die Modalitäten und die Sprachregelung für den Schlussstrich unter Heldts Arbeit verhandelt wird.

Mainz will eine Ablöse

Dass der gezogen wird, steht im Prinzip fest – es geht anscheinend nur noch ums „Wie“ und „Wann“. Der Vertrag von Heldt, seit Juli 2010 auf Schalke, läuft Mitte 2016 aus. In der vergangenen Woche gab es erste Gerüchte, Schalke habe dem Mainzer Manager Christian Heidel ein Angebot gemacht. Der Mainzer Präsident Harald Strutz hat bestätigt, dass er über ein Angebot für Heidel informiert sei. Anfang dieser Woche soll es ein Treffen mit Heidel und dem Mainzer Vorstand geben. Mainz wird für Heidel wohl eine „Ablöse“ verlangen – der Vertrag des 52-Jährigen läuft noch bis 2017.

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Weil das Heidel-Gerücht durch die Verbal-Akrobatik der Beteiligten eher noch befeuert als dementiert wurde, musste Heldt schnell und zähneknirschend akzeptieren, dass sein Vertrag nicht verlängert werden soll. Heldt ist nun darum bemüht, den Eindruck zu machen, als sei in Wahrheit er der Herr des Verfahrens: „Ich habe meine Entscheidung bereits getroffen“, verriet er – losgelöst von dem, was der Schalker Aufsichtsrat entscheiden würde oder gar schon entschieden hätte.

"Erhobenen Hauptes"

Im Klartext: Heldt wird dem Aufsichtsrat wohl mitteilen, dass er für eine Vertragsverlängerung nicht zur Verfügung steht. Da das Kontroll-Gremium die offenbar auch gar nicht anstrebt, dürften diese Fronten schnell geklärt sein. Heldt hätte sein Gesicht gewahrt. Bereits am Samstag hatte er noch ein wenig kryptisch erklärt, „dass ich erhobenen Hauptes nach Schalke gekommen bin und auch erhobenen Hauptes wieder gehen werde“.

Obwohl noch im Amt, musste sich Heldt mehrmals dabei ertappen lassen, von Schalke und der Zusammenarbeit mit Tönnies schon in der Vergangenheits-Form zu sprechen. Tatsächlich kann jetzt alles ganz schnell gehen. Die Frage ist eigentlich nur noch: Wann übernimmt Heidel? Ein Manager-Wechsel Mitte 2016, wenn Heldts Vertrag ausläuft, würde wenig Sinn machen – dann ist die Saison-Planung im Grunde schon gelaufen.

Alles kann schnell gehen

Übernimmt Heldt noch die geplanten Winter-Transfers und überlässt Heidel dann das Feld? Dann wäre Heidel aber zum Teil schon vor vollendete Tatsachen gestellt – nicht ausgeschlossen also, dass er kurzfristig nach Schalke kommen soll, um die Kader-Planung in seiner Hand zu haben.

Heidel gilt in der Branche als einer der gewieftesten Manager überhaupt. Ob er seine eigene Ablöse bereits mit aushandelt? Heldt wäre davor nicht bange. „Wir haben“, gönnte er sich bei aller Souveränität und Loyalität eine Prise Süffisanz, „in den letzten Jahren ja dafür gesorgt, dass Schalke jetzt ein Festgeld-Konto hat, mit dem der Verein auch die Ablöse für einen Manager bezahlen kann …“