Marco Höger statt Leon Goretzka sorgt für Stirnrunzeln

Schalker Aufstellung

Als wie üblich rund eine Stunde vor dem Spielbeginn die Schalker Aufstellung für das Heimspiel gegen Darmstadt 98 bekannt wurde, runzelten viele Schalker Fans mit der Stirn. Trainer Breitenreiter hatte seine Mannschaft im Vergleich zum überzeugenden Bremen-Auftritt auf drei Positionen verändert.

GELSENKIRCHEN

23.08.2015, 17:57 Uhr / Lesedauer: 2 min
Marco Höger stand gegen Darmstadt in der Startelf - für viele überraschend.

Marco Höger stand gegen Darmstadt in der Startelf - für viele überraschend.

Neustädter spielte in der Innenverteidigung für den verletzten Nastasic – das war erwartet worden. Caicara erhielt den Vorzug vor Riether – auch nachvollziehbar, weil der Brasilianer mehr Qualitäten in der Offensive besitzt, um die Darmstädter in Verlegenheit zu bringen. Aber mit Änderung Nummer drei löste Breitenreiter dann jedoch kontroverse Diskussionen auf den Rängen aus.

Viele lange Bälle

„Schalke spielt nur mit zehn Mann – Höger in der Startelf.“ Diese SMS eines Anhängers tut Marco Höger sicherlich unrecht, doch es war schon erklärungsbedürftig, warum der 25-Jährige für Leon Goretzka in die Startelf rutschte, der in den ersten beiden Pflichtspielen durchaus ansehnliche Leistungen gezeigt hatte. Breitenreiter begründete seine Entscheidung so: „Wir belohnen Trainingsleistungen. Marco hat gebrannt ohne Ende. Er war in der Trainingswoche sehr, sehr fleißig. Außerdem war klar, was uns erwartet: Viele lange Bälle, der Kampf um zweite Bälle – deshalb haben wir Marco den Vorzug gegeben, weil er jemand ist, der noch zweikampfstärker ist und sich diese Bälle holt. Das hat er auch gezeigt.“

Nun ja, bemerkenswerte Spielaktionen blieben nach diesen 90 Minuten von Höger nicht im Gedächtnis. Was Leon Goretzka von seinem Platz auf der Bank hielt, machte sein Gesichtsausdruck deutlich: Der 20-Jährige verließ wort- und grußlos die Umkleidekabine. Dass Breitenreiter in der zweiten Halbzeit erst sehr spät frische Kräfte mit Meyer und Sané brachte, stieß auch nicht auf ungeteiltes Verständnis.

Di Santo bleibt blass

Breitenreiter vertraute jedoch lange Zeit Franco Di Santo. „Wir waren der Meinung, dass wir die Bälle schneller vor dem Tor brauchen. Franco ist ein Spieler, der das aufgrund seiner Torgefahr und Größe besser ausnutzen kann“, erklärte der Schalker Coach. Doch bis auf die Vorarbeit zum Schalker Ausgleich war von Di Santo gegen Darmstadt kaum etwas zu sehen.

Leroy Sané durfte sogar erst in den letzten zehn Minuten mitwirken. Doch selbst in diesem kurzen Zeitraum sorgte der Jung-Profi für mächtig Betrieb im Darmstadter Strafraum und vergab noch eine gute Möglichkeit. Huntelaar sah trotz der Punkteteilung gute Ansätze seiner Mannschaft: „Man hat gesehen, dass wir sehr guten Fußball gespielt haben. Leider hat das nicht für einen Sieg gereicht. Bei der nächsten Partie in Wolfsburg wird der Gegner mitspielen. Das ist ein offeneres Spiel, die sind meistens schöner.“

Defensive Grundordnung

Darmstadts Trainer Dirk Schuster konnte die Aufregung über die Spielweise seiner Elf nicht verstehen: „Wir haben im Rahmen unserer Möglichkeiten alles versucht. Wenn wir versucht hätten, mit Schalke Fußball zu spielen, wäre es wahrscheinlich ein Desaster geworden. Eine ganz stabile defensive Grundordnung und schnelles Umschaltspiel waren das richtige Rezept. Dass dann mal eine Verletzung dazukommt und eine Behandlung nötig ist, ist auch normal. Sollen sie mit einem Bein weiterspielen?“

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