Michael Gregoritsch lernt laufen auf Schalke

Schalke 04

Beim 2:0 gegen Mönchengladbach war der Neuzugang aus Augsburg neben Suat Serdar der beste Mann auf dem Platz. Nach dem Spiel hatte er ein Hähnchen mit dem Trainer zu rupfen...

Gelsenkirchen

, 19.01.2020, 17:37 Uhr / Lesedauer: 2 min
Michael Gregoritsch lernt laufen auf Schalke

Angekommen: Michael Gregoritsch gehörte zu den besten Schalkern am Freitagabend. © dpa

Am Ende, als Schalkes Mannschaft Arm in Arm vor der Nordkurve stand und gemeinsam auf- und abhüpfte, da blickten die Fans schon wieder nach vorne: „Zieht den Bayern die Lederhosen aus!“, dröhnte der altbekannte Schlager durch die Arena.

Am Samstag (18.30 Uhr) bekommen die Schalker in München die Gelegenheit zum Lederhosenausziehen, und nicht wenige, die das richtig gute Spiel der Blauen am Freitag gegen Mönchengladbach gesehen hatte, sagten sich in dem Moment: „Warum eigentlich nicht?“.


Gregoritschs Dank an seinen Sturmpartner

Michael Gregoritsch scheint da in eine ähnlich Richtung zu denken. Was denn in München in der kommenden Woche für Schalke drin sei, wurde er nach der Partie gefragt: „Vieles“, sagte der Stürmer, „beziehungsweise alles. Wir brauchen uns dort auf keinen Fall zu verstecken.“

Gregoritsch, im Winter von Augsburg zu Schalke gewechselt, feierte gegen Mönchengladbach sein Debüt im Schalker Trikot – und was für eines. Beim 2:0-Sieg war er an beiden Toren beteiligt: Das 1:0 bereitete er durch einen klugen Pass auf Suat Serdar vor, beim 2:0 vollendete er einen blitzsauberen Konter nach Zuspiel von Benito Raman – „Danke noch einmal“, rief er seinem Sturmkollegen zu, als der in der Interviewzone nach dem Spiel an ihm vorbeilief.

Der Stürmer hadert mit seiner vergebenen Torchance

Aber auch sonst demonstrierte der Österreicher eindrucksvoll, warum Schalke ihn für (vorerst) ein halbes Jahr geholt hat. Gregoritsch ackerte viel, schirmte Bälle ab – und hätte schon in der sechsten Minute seinen Einstand mit einem Tor feiern können, scheiterte aber an Gladbachs Keeper Yann Sommer.

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„Wenn man die ganze Hinrunde nicht spielt, ist das Selbstvertrauen noch nicht wieder ganz da“, hatte er in dieser Situation noch mit sich gehadert. Beeindrucken ließ er sich davon aber nicht: Noch in Halbzeit eins glänzte er mit einem Traumpass auf Raman, den dieser nicht verwerten konnte, außerdem verhinderte er kurz vor der Pause auf der Torlinie per Kopfball den Rückstand.

Standing Ovations für den Neuzugang

In Halbzeit zwei drehte er dann noch einmal richtig auf – „ich denke, dass es ein gutes Debüt war“, meinte Gregoritsch anschließend fast ein wenig bescheiden. Die Zuschauer in der ausverkauften Arena sahen das genauso: Als Gregoritsch nach 90 Minuten ausgewechselt wurde, gab es Standing Ovations.

Wenn es nach dem Stürmer gegangen wäre, hätte es den Applaus auch eher geben können: „Ich muss noch mal mit dem Trainer sprechen“, flachste er, „ich wollte eigentlich ein, zwei Minuten früher raus.“

So hatte Weston McKennie den Österreicher vorgewarnt

Das lag auch an dem sehr laufintensiven System, das David Wagner seinen Jungs verpasst hat, und an das sich Gregoritsch noch gewöhnen muss. Allerdings war er vorgewarnt. Ob er gerne laufe, habe ihn Weston McKennie nach seiner Verpflichtung gefragt. Auf Gregoritschs zögerliche Antwort entgegnete McKennie: „Dann wirst Du es hier lernen.“

Zur allgemeinen Freude über das Spiel kam dann am Samstag noch die Nachricht, dass Bastian Oczipka seinen Vertrag auf Schalke um zwei weitere Jahre verlängert: Bis 2023 bleibt der Linksverteidiger, der in dieser Saison noch keine Spielminute verpasst hat, ein Schalker. „Wir haben eine tolle Mannschaft, die mit ihrer Entwicklung noch nicht am Ende ist“, sagt der 31-Jährige. „Ich bin hochmotiviert, den in der Hinrunde eingeschlagenen Weg mit dem Team fortzuführen.“

Die nächste Etappe dieses Weges führt Schalke nach München. Und wer weiß – vielleicht kommen sie ja mit ein paar Lederhosen im Koffer zurück.

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