Montag Schluss für Müller?

GELSENKIRCHEN Am Samstagabend griff Andreas Müller zum Telefon, wählte die Nummer der Redaktion des Deutschen Sportfernsehens – und sagte seine für Sonntag bereits zugesagte Teilnahme am „Doppelpass“ ab.

von Von Norbert Neubaum

, 08.03.2009, 19:58 Uhr / Lesedauer: 2 min
Für Schalkes Manager Andreas Müller war am Montag Schluss.

Für Schalkes Manager Andreas Müller war am Montag Schluss.

Am Samstag kam der Schalker Aufsichtsrat zu einem informellen Treffen zusammen, um abseits der turnusmäßigen Sitzungen vor allem die sportliche Lage bei den „Königsblauen“ zu erörtern. Die ist nicht besonders gut. Schalke hat zu Saisonbeginn die Qualifikation für die Champions League verpasst, dümpelt in der Bundesliga vor sich hin, schied sehr früh aus dem UEFA-Cup aus und blamierte sich als „Krönung“ auch im DFB-Pokal-Viertelfinale in Mainz. Das war am vergangenen Dienstag, und seitdem hat Müller noch weniger gute Argumente als vorher. Dabei hätte er die bitter nötig gehabt. Denn der Aufsichtsrat formulierte eine Reihe kritischer Fragen an Müller, die Aufsichtsratschef Clemens Tönnies dem Manager heute stellen wird. Müllers Antworten will Tönnies dann den anderen Mitgliedern des Kontrollgremiums präsentieren. Müller muss also zum Rapport – wahrscheinlich wird es sein letztes Gefecht für Schalke. Gut möglich, dass Müller heute nicht nur zur Fragestunde antreten muss, sondern dass ihn Tönnies gleich über dessen Rauswurf informiert. Ein derartiges „Schnellverfahren“ bezeichnete Schalkes Geschäftsführer Peter Peters gestern als „reine Spekulation“.

Es geht also nur noch um den Zeitpunkt – Müllers Rauswurf selbst ist offenbar schon beschlossene Sache. Formell soll die Trennung von dem 46-Jährigen auf einer Aufsichtsratssitzung am 14. oder 17. März besiegelt werden. Rückendeckung hat der „Eurofighter“ von 1997 in dem Kontroll-Gremium nicht mehr, zu dem von Müller gewünschten Treuebekenntnis konnte sich Tönnies daher nicht durchringen. Klar ist: Wenn Müller gehen muss, wackelt auch Trainer Fred Rutten. Der Manager ist größter Fan und interner Beschützer des ebenfalls umstrittenen Trainers. Ein neuer Manager wäre mit Rutten wohl weniger gnädig. Andreas Müller hat sein berufliches Schicksal eng mit dem des Trainers verknüpft – zu eng, sagen Aufsichtsrats-Mitglieder. So sei eine alleinige Trennung von Rutten nicht mehr möglich. Die Nachfolge-Diskussion in Sachen Müller ist im Gange, über bereits gehandelte Namen wie Ebbe Sand und Olaf Thon aber nicht hinausgekommen.

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