Müller blickt nicht zurück im Zorn

Schalkes Ex-Manager

GELSENKIRCHEN. Der 9. März 2009 war für Andreas Müller kein Tag wie jeder andere. Denn an diesem Tag vor genau einem, Jahr wurde er als Manager des FC Schalke 04 beurlaubt.

08.03.2010, 18:11 Uhr / Lesedauer: 2 min
Am 9. März 2009 war Schluss für den Manager Andreas Müller.

Am 9. März 2009 war Schluss für den Manager Andreas Müller.

Doch längst hat Müller diese Entscheidung verarbeitet. „Mir geht es richtig gut. Ich bin viel in Sachen Fußball unterwegs, schaue mir Jugendspiele an und bilde mich im Ausland weiter“, erzählt Müller.   Der Blick zurück auf seine Managerkarriere auf Schalke fällt ganz ohne Groll aus. „Fußball ist ein so schnelllebiges Geschäft geworden, dass man jederzeit mit seiner Entlassung rechnen muss, wenn der Erfolg ausbleibt“, betont Andreas Müller. Er habe mit langfristigen Konzepten Erfolg haben wollen, doch schnell gemerkt, dass dies im Profifußball kaum umzusetzen sei. Müller: „Es zählt immer nur das nächste Spiel.“

Aus diesem Blickwinkel heraus hat Müller sogar Verständnis für die Vereinsentscheidung, ihn zu beurlauben: „Es ist uns damals nicht gelungen, die Negativspirale zu durchbrechen. Das begann mit der verpassten Champions-League-Qualifikation gegen Atletico Madrid, setzte sich im UEFA-Cup-Aus gegen Enschede und im DFB-Pokal in Mainz fort. Dass dann die Clubführung reagiert, muss ich akzeptieren, auch wenn es schmerzlich für mich war.“

Ob Andreas Müller bald als Manager in den bezahlten Fußball zurück kehrt, ist noch völlig offen. „Ich habe zwar wieder Hunger auf Fußball, doch stehe ich nicht unter Zeitdruck und warte täglich am Telefon, dass sich ein Verein bei mir meldet“, betont der 47-Jährige. Dem Fußball möchte er zwar treu bleiben, aber das muss nicht unbedingt auf der Managerposition in einem Verein sein.Zuletzt hatte der PSV Eindhoven mit Trainer Fred Rutten Interesse an den Diensten von Müller signalisiert, doch ein konkretes Angebot gab es nicht. Müller: „Fred hat meinen Namen ins Spiel gebracht, aber ich hatte sofort Bedenken, denn die holländische Sprache ist für mich eine zu hohe Hürde.“

Der FC Schalke würde es sicher begrüßen, wenn Müller schnell einen neuen Arbeitgeber findet, denn schließlich steht das Schalker Urgestein noch bis zum 30. Juni 2011 bei den Königsblauen unter Vertrag. Apropos Schalke: Die Entwicklung des aktuellen Tabellenzweiten verfolgt Müller natürlich weiter intensiv und momentan mit besonderer Freude. „Ich traue Schalke sogar den großen Wurf – sprich den Titelgewinn – zu. Denn sie spielen sehr diszipliniert und Felix Magath genießt die volle Rückendeckung im Verein. Außerdem gibt es keine Nebenkriegsschauplätze mehr, was der sportlichen Entwicklung zugute kommt“, lobt Müller.

Dass Bayern, Schalke und Leverkusen die besten Titelaussichten haben, ist für den früheren Schalke-Manager kein Zufall: „Dieses Trio hat auch die besten Trainer mit der größten Erfahrung. Jupp Heynckes oder Louis van Gaal wissen genau so wie Felix Magath, worauf es im Fußball ankommt.“Magath sei „ein Schlitzohr“, so Müller. Deshalb dürfen sich weder Bayern noch Leverkusen eine Schwächeperiode erlauben. Eine Vorentscheidung könnte laut Müller schon in den nächsten Wochen fallen, wenn es zu den direkten Duellen der Titelkandidaten kommen wird. 

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