Nach Debakel gegen Düsseldorf: Nur Vorstands-Vakuum schützt Tedesco wohl noch vor Rauswurf

Schalke 04

Offenbar keine Entscheidung in der Trainerfrage vor Dienstag - dann wird der neue Sportvorstand Jochen Schneider präsentiert. Erst muss er vom Aufsichtsrat noch offiziell „bestellt“ werden.

Gelsenkirchen

von Norbert Neubaum

, 02.03.2019 / Lesedauer: 3 min
Nach Debakel gegen Düsseldorf: Nur Vorstands-Vakuum schützt Tedesco wohl noch vor Rauswurf

S04-Trainer Domenico Tedesco nach dem Spiel vor der Nordkurve: Entschuldigung bei den Fans für eine unfassbar schwache Leistung. © dpa

Es waren gespenstische Szenen, die sich nach der unterirdischen Schalker Vorstellung beim 0:4-Debakel gegen Fortuna Düsseldorf abspielten: Mutig schritt Trainer Domenico Tedesco beim Gang in die Nordkurve voran, um sich bei den Fans für die unfassbar schwache Leistung seiner Mannschaft zu entschuldigen. Benjamin Stambouli wurde quasi als Symbol für den kollektiven Liebesentzung von einem Fan die Kapitänsbinde abgenommen - auf Schalke brennt der Baum.

Tedesco bemühte sich gar nicht erst, die Lage schönzureden. „Mutlos und leer. Sehr leer“, sei das gewesen, was seine Mannschaft gezeigt habe. Flasche(n) leer auf Schalke - nicht zum ersten Mal in dieser Saison, und nun sogar zwei Mal hintereinander (in der Vorwoche gab es das ebenfalls blamable 0:3 in Mainz).

Alles andere als eine zeitnahe Trennung von Tedesco - immerhin ist das, was die Mannschaft zeigt, ja vor allem sein Verantwortungsbereich - wäre eine faustdicke Überraschung.

Bis zum Dienstag wird allerdings voraussichtlich keine Entscheidung in der Trainerfrage verkälndet. Das hat Tedesco („Ich glaube an meine Arbeit und bin keiner, der sich jetzt verpisst“) wohl einzig und allein dem „Vakuum“ im Schalker Vorstand zu verdanken.

Denn: Die Personalie des Trainers fällt in den Zuständigkeitsbereich des Sportvorstandes. Den hat Schalke aktuell nicht: Christian Heidel ist offiziell zwar noch im Amt, hat die Brocken aber vor einer Woche hingeworfen und war gegen Düsseldorf auch nicht im Stadion. Sein Nachfolger Jochen Schneider war zwar in der Arena und hinterher auch in der Mannschaftskabine, ist aber noch nicht offiziell vom Aufsichtsrat „bestellt“.

Das wird am Montag abend bei einer Aufsichtsratssitzung geschehen, auf der Heidel dann auch offiziell abberufen wird. Am Dienstag wird Jochen Schneider dann der Öffentlichkeit präsentiert. Vielleicht mit der dann schon kniffligen Situation, als erste Amtshandlung eine Trainer-Entlassung verkünden zu müssen.

Ob er sich das direkt antut, ist noch fraglich. Das Ziehen der Reißleine scheint allerdings unumgänglich. Am Freitag spielt Schalke in Bremen. Die Hoffnung auf Besserung tendiert aktuell Richtung Null.