Naldo: "Ein großer Verein mit großartigen Fans"

Interview mit Schalkes Neuzugang

Am Sonntag feierte Schalke mit über 100.000 Fans Saisoneröffnung – selbst für die Spieler, die schon ein paar Jahre S04 auf dem Buckel haben, ist das ein Erlebnis, für Neuzugänge, die das zum ersten Mal erleben, natürlich umso mehr. Der Ex-Wolfsburger Naldo hatte seine „Schalke-Tag-Premiere“ – im Interview spricht er über die ersten Wochen bei den Königsblauen und seine Pläne für die Zukunft.

Gelsenkirchen

15.08.2016 / Lesedauer: 6 min
Naldo: "Ein großer Verein mit großartigen Fans"

Bilder des Schalker Testspiels gegen Athletic Bilbao.

Sie haben in Ihrer Karriere schon eine Menge erlebt, aber wenn sich 100.000 Fans auf Schalke tummeln, dann ist das auch für Sie etwas Besonderes, oder?

Auf jeden Fall. Bei Bremen und Wolfsburg war an diesen Tagen auch nicht wenig los– aber auf Schalke ist alles viel größer. Die Stimmung hier ist noch einmal etwas ganz anderes, ich werde das genießen.

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Der Schalke-Tag in Bildern

Bilder des Schalke-Tags am 14. August.
14.08.2016
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Bilder vom Schalke-Tag am 14. August.© Foto: NBM
Bilder vom Schalke-Tag am 14. August.© Foto: NBM
Bilder vom Schalke-Tag am 14. August.© Foto: NBM
Bilder vom Schalke-Tag am 14. August.© Foto: NBM
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Bilder vom Schalke-Tag am 14. August.© Foto: NBM
Bilder vom Schalke-Tag am 14. August.© Foto: NBM
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Bilder vom Schalke-Tag am 14. August.© Foto: NBM
Bilder vom Schalke-Tag am 14. August.© Foto: NBM
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Bilder vom Schalke-Tag am 14. August.© Foto: NBM
Bilder vom Schalke-Tag am 14. August.© Foto: NBM
Bilder vom Schalke-Tag am 14. August.© Foto: NBM
Bilder vom Schalke-Tag am 14. August.© Foto: NBM
Bilder vom Schalke-Tag am 14. August.© Foto: NBM
Bilder vom Schalke-Tag am 14. August.© Foto: NBM

 

Gehört diese Stimmung für Sie auch zum vielbeschworenen Mythos Schalke? Konnten Sie in diesen in ihren ersten Wochen hier schon eintauchen?

Ja, ich bin seit  fast zwei Monaten hier, kann das aber bereits spüren. Schalke ist etwas Besonderes, vor allem wegen seiner Fans. Die müssen wir in den ersten Spielen hinter uns bringen und ordentlich Gas geben. Wir hoffen, dass wir dann gemeinsam eine gute Saison spielen.

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Als die Anfrage von Schalke kam, hat da dieses besondere Vereinsumfeld eine Rolle bei Ihrer Entscheidung gespielt oder dachten sie vornehmlich an die sportlichen Aspekte?

Nein, Schalke ist ein großer Verein mit großartigen Fans, das spielte schon eine Rolle. Aber auch die Mannschaft ist ausgezeichnet. Die Jungs machen das bisher sehr gut. Alle sind konzentriert und arbeiten sehr hart. Die Stimmung in der Kabine ist sehr gut, das freut mich natürlich. Aber wir müssen unseren Weg nun gemeinsam gehen. Die Mannschaft mit den Fans, der ganze Verein. Diese Geschlossenheit brauchen wir für den Erfolg.

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Fußball, Testspiel: Schalke 04 - Athletic Bilbao 3:2 (2:0)

Bilder des Testspiels Schalke 04 gegen Athletic Bilbao.
14.08.2016
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Bilder des Schalker Testspiels gegen Athletic Bilbao.© Foto: dpa
Bilder des Schalker Testspiels gegen Athletic Bilbao.© Foto: dpa
Bilder des Schalker Testspiels gegen Athletic Bilbao.© Foto: imago
Bilder des Schalker Testspiels gegen Athletic Bilbao.© Foto: imago
Bilder des Schalker Testspiels gegen Athletic Bilbao.© Foto: imago
Bilder des Schalker Testspiels gegen Athletic Bilbao.© Foto: dpa
Bilder des Schalker Testspiels gegen Athletic Bilbao.© Foto: imago
Bilder des Schalker Testspiels gegen Athletic Bilbao.© Foto: dpa
Bilder des Schalker Testspiels gegen Athletic Bilbao.© Foto: dpa
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Wenn Sie das betonen, scheinen Sie gut zum Verein zu passen. Denn auf Schalke ist diese Frage nach dem Zusammenhalt nämlich ein anhaltendes, großes Thema…

Ja, das ist ja auch sehr wichtig. Ich sage immer: Eine Saison ist lang und du gewinnst nicht jedes Spiel. Wenn mal eine schlechte Phase kommt, dann ist entscheidend, dass alle besonnen bleiben und weiter arbeiten. Nicht nur die Mannschaft, auch das Vertrauen der Fans ist für uns als Team sehr wichtig.

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Schalke hat in der letzten Saison aber zu viele Gegentore kassiert. Wie können Sie nun dabei helfen, die Abwehr zu stabilisieren?

Egal ob in Bremen oder Wolfsburg, eine gute Defensive war nie nur der Verdienst der Abwehr, sondern immer der ganzen Mannschaft. Wenn die Stürmer und Mittelfeldspieler helfen, ist es auch für uns Verteidiger einfacher. Aber umgekehrt gilt das Gleiche: wir alle müssen Lösungen finden, um dem Gegner gefährlich zu werden. Jeder hat seine Aufgabe und wir in der Viererkette müssen mit den Sechsern für Stabilität sorgen. Wir müssen aber auch nach vorne denken.

 

Das ist ja auch eine Ihrer großen Stärken. Sie sind einer der torgefährlichsten Verteidiger der Bundesliga. Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis?

Ich will in dieser Saison unbedingt wieder Tore machen, auch in der Bundesliga. Das ist mir in der letzten Spielzeit nicht gelungen, da habe ich nur in der Champions League getroffen. Aber ich bin wieder bereit und ich hoffe, dass ich einige Tore erziele und Schalke damit helfen kann.

 

38 sind es bisher – damit muss man in den Annalen gar nicht so lange blättern, um Ihren Namen zu finden. Franz Beckenbauer hat 44 Tore erzielt, das wäre doch ein schönes Ziel, zu ihm aufzuschließen, oder?

Franz Beckenbauer einzuholen, wäre super (lacht). Dafür müsste ich in dieser Saison allerdings schon einige Tore hinlegen. Mein vorrangiges Ziel aber ist es, die Abwehr zu stabilisieren und einfach über 90 Minuten auf dem Platz eine gute Leistung zu zeigen. Wenn sich dann Möglichkeiten ergeben, zum Beispiel bei Standardsituation auch mal zuzuschlagen, bin ich gerne bereit. Das motiviert mich und ist auch wichtig.

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Markus Weinzierl hat es bisher taktisch sowohl mit einer Vierer- als auch mit einer Dreierkette versucht. Was ist Ihnen lieber?

Ich habe schon damals in Brasilien über ein Jahr lang in einer Dreierkette gespielt, das war für mich kein Problem. Die Mannschaft hier kann beide Formationen – wir haben ja  zum Beispiel in der zweiten Halbzeit gegen Florenz mit der Dreierkette gespielt. Schalke hat die Spieler, die die Qualität für beide Varianten mitbringen. Unabhängig vom System hält es der Trainer für wichtig, dass wir nach jeder Balleroberung nach vorne schauen, dass wir kompakt stehen – das klappt schon ganz gut.

 

Sie sind zwar erst seit einigen Wochen im Verein, sollen aber auch jetzt schon Verantwortung übernehmen. Wie sehen Sie Ihre Rolle?

Ich bin natürlich zunächst einmal der Neuzugang. Aber ich habe mich schon am ersten Tag  voll integriert gefühlt. Die Jungs sind sehr nett zu mir, es kommt mir jetzt schon so vor, als wäre ich schon lange auf Schalke. Aber es war auch von vorneherein klar, dass ich Verantwortung übernehme, gerade angesichts der vielen jungen Spieler, die wir hier haben. Ich finde es vor allem wichtig, ihnen mit meiner Erfahrung zu vermitteln, immer demütig zu bleiben und weiter hart für den Erfolg zu arbeiten.  Wir spielen bei einem großen Verein und dürfen alle  nie denken, dass  wir nach einem guten Spiel etwas weniger machen dürfen als vorher.

 

Der VfL Wolfsburg hat ein schwieriges Jahr hinter sich – wie ist der Unterschied zwischen der Stimmung dort und der hier auf Schalke?

Beim VfL haben wir als Mannschaft  im letzten Jahr den Fokus auf das Gesamte verloren und uns zu sehr auf die Champions League konzentriert. Für Schalke ist es jetzt wichtig, dass wir alle zusammenhalten und das gleiche Ziel haben. Auch, wenn jemand mal für ein Spiel auf der Tribüne sitzt: Im nächsten Spiel kann er schon wieder auf dem Platz stehen. Am Ende der Saison sollen alle zufrieden sein.

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Mit Matija Nastasic und Benedikt Höwedes gibt es auf Schalke zwei weitere gestandene Innenverteidiger – hoffen Sie trotzdem auf einen Stammplatz?

Es war immer meine Ambition, in jedem Spiel dabei zu sein. Aber das geht nicht immer: Verletzungen oder Sperren gehören ja auch zum Fußball. Matija ist ein sehr guter Typ, Benni ist unser Kapitän und ein Leader bei Schalke: Wir haben drei super Innenverteidiger und ich würde mich freuen, wenn wir alle so viel wie möglich auf dem Platz stehen.

 

Zwischen 2007 und 2009 haben Sie vier Spiele für die brasilianische Nationalmannschaft absolviert. Gibt es Pläne für ein Comeback?

Aktuell habe ich keinen Kontakt zum Verband, ich konzentriere mich nur auf Schalke. Aber der neue Trainer Tite hat schon angekündigt, dass er jeden Spieler beobachten will, ganz unabhängig vom Alter.

 

Was sind denn die Ziele mit Schalke in dieser Saison?

Unser Ziel ist klar: Wir wollen wieder oben mitspielen. Zunächst einmal müssen wir aber im Pokal gegen Villingen weiterkommen. Ein Sechstligist als Gegner klingt zwar zunächst einfach, aber auch die darf man nicht unterschätzen. Im Pokal gibt es immer Überraschungen – ich hoffe nicht, dass Schalke in diesem Jahr eine liefert.

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Gerade im DFB-Pokal hat Schalke ja auch einiges gutzumachen…

Genau, das ist halt der kurze Weg zum internationalen Geschäft. Ich habe den Pokal schon zweimal gewonnen – einmal mit Bremen, einmal mit Wolfsburg - und war insgesamt dreimal in Berlin. Ich weiß, dass das etwas ganz Besonderes ist.

 

Wie wird es denn für Sie sein, wenn Sie mit Schalke auf ihre Ex-Vereine treffen?

In Bremen mögen mich die Fans immer noch sehr – Pfiffe brauche ich da nicht zu befürchten. Ich habe fünf Jahre lang in Bremen gespielt und dort immer alles gegeben. Es ist immer etwas Besonderes, gegen Bremen zu spielen. Auf das Spiel gegen den VfL Wolfsburg am 9. Spieltag bin ich gespannt.

 

Für Schalke spielen natürlich auch die beiden Derbys gegen den BVB eine große Rolle. Wissen Sie schon, worauf Sie sich da einlassen?

Was ich bisher von außen gesehen habe, ist Wahnsinn. Wichtig ist aber, dass die Rivalität nur auf dem Platz ausgetragen wird. Aber bis dahin ist es noch lange hin: Erst einmal konzentrieren wir uns auf das Pokalspiel und die Partie gegen Eintracht Frankfurt.

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