Neue Bescheidenheit hält Einzug

GELSENKIRCHEN Es war im Sommer 2008, als Schalke-Präsident Josef Schnusenberg im Rahmen der Saisoneröffnung unmittelbar vor der Champions-League-Auslosung vollmundig erklärte: „Egal, welchen Gegner wir bekommen. Wir werden ihn weghauen.“

von Von Frank Leszinski

, 25.03.2009, 19:48 Uhr / Lesedauer: 1 min
Schalke muss finanziell kräftig abspecken. Ob Jermaine Jones in Gelsenkirchen verlängert, ist deshalb fraglich.

Schalke muss finanziell kräftig abspecken. Ob Jermaine Jones in Gelsenkirchen verlängert, ist deshalb fraglich.

Deutliche Worte, die einer sportlichen Bankrott-Erklärung gleichkommen und deutlich machen, wie das Leistungspotenzial der aktuellen Schalker Mannschaft maßlos überschätzt wurde. Nur noch mit einem Budget von 35 Millionen Euro wird angeblich die neue Spielzeit geplant. 55 Millionen Euro waren es noch in dieser Saison. Doch wer die Zeitenwende auf Schalke umsetzen soll, ist immer noch nicht geklärt, weder was die Trainer- noch die Managerfrage betrifft.

Trainer Fred Rutten ist zwar immer noch da und leitete am Dienstag im strömenden Regen das Training, doch reden wollte der 46-Jährige mit den Medienvertretern nicht mehr. Sein Wechsel zum PSV Eindhoven scheint zwar längst beschlossene Sache, doch hinter den Kulissen wird offensichtlich immer noch um eine kostengünstige Trennung gefeilscht. Wer Rutten beerben wird, sollte Sache des neuen Managers sein. Die hat der mächtige Aufsichtsrats-Vorsitzende Clemens Tönnies zwar zur Chefsache erklärt und für Ende dieser Woche eine Entscheidung angekündigt, aber ob das klappen wird, steht in den Sternen.

Ebenso wie die angestrebte Vertragsverlängerung mit Profi Jermaine Jones. „Es müssen einige Punkte geklärt werden, bevor ich unterschreibe“, erklärte er. So herrscht auch in dieser Personalie Stillstand. Ein Zustand, den sich der Klub nicht lange leisten kann. Sonst wird der Schaden noch größer.

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