Neustädter: "Der Trainer weiß, was er an mir hat"

Keine Stammplatz-Sorge

Ein bisschen blass um die Nase sieht Roman Neustädter aus, als er am Montagmittag die Trainingseinheit beendet hat. Denn nach dem Testspiel in Aachen am Sonntag ließ es das Schalker Trainerteam am Montag keineswegs locker angehen.

GELSENKIRCHEN

von Von Frank Leszinski

, 15.07.2013, 22:19 Uhr / Lesedauer: 2 min
Roman Neustädter (l.) erlebte in seiner ersten Schalke-Saison ein Wechselbad der Gefühle. Im zweiten Jahr will der 25-Jährige noch konstanter spielen.

Roman Neustädter (l.) erlebte in seiner ersten Schalke-Saison ein Wechselbad der Gefühle. Im zweiten Jahr will der 25-Jährige noch konstanter spielen.

Erst standen intensive Spielformen auf dem Programm, danach bat Co-Trainer Peter Hermann die Spieler noch zu Sprintübungen. „Momentan geht es im Training ganz schön zur Sache. Ich bin am Abend immer froh, wenn ich etwas auf der Couch liegen kann“, sagt Neustädter mit einem Lächeln.Wechselbad der Gefühle Doch der 25-Jährige weiß, dass solche Belastungen notwendig sind, damit der FC Schalke 04 auch in der neuen Bundesligasaison eine gute Rolle spielen kann. Dabei hat Neustädter in seinem ersten Jahr auf Schalke ein Wechselbad der Gefühle durchlebt. Zunächst trumpfte der Mittelfeldspieler so groß auf, dass er im Herbst sogar sein Debüt in der deutschen A-Nationalmannschaft feiern durfte. Neustädter war der personifizierte Abfangjäger im Schalker Mittelfeld, der mit seiner Laufstärke und klugem Zweikampfverhalten enorm wichtig für die Mannschaft war.Doch dieser Höhenflug hielt nicht an. In der Rückrunde kriselte es nicht nur in der Schalker Mannschaft, sondern auch bei Neustädter. Je länger die Saison dauerte, desto verunsicherter spielte der 25-Jährige. Sein Selbstvertrauen war zeitweise völlig weg. Erst gegen Ende der Spielzeit zeigte seine Formkurve wieder etwas nach oben. „Für mich ist die vergangene Saison abgehakt. Ich gucke nur noch nach vorn“, sagt Neustädter und umdribbelt damit alle Fragen nach den Ursachen für sein Formtief.Neue Konkurrenz Auch über die Schalker Saisonziele mag Neustädter zu diesem Zeitpunkt nicht sprechen. „Für mich ist nur entscheidend, dass ich gesund bleibe und zum ersten Pflichtspiel fit bin“, sagt der Mittelfeldspieler, dem mit Nachwuchstalent Leon Goretzka neue Konkurrenz erwachsen ist. Was hält er von dem 18-Jährigen? „Man sieht im Training, was er drauf hat“, lobt Neustädter seinen neuen Mannschaftskameraden, fügt jedoch auch hinzu: „Leon hat mit Bochum in der Zweiten Liga gespielt. Jetzt werden auf Schalke in der Bundesliga und Champions League andere Anforderungen gestellt.“Freundschaftliches Verhältnis Macht sich Neustädter also keine Sorgen um seinen Stammplatz? Da geht ein selbstbewusstes Lächeln über sein Gesicht: „Der Trainer weiß, was er an mir hat. Die Jungen müssen besser sein als ich, wenn sie vorbei wollen.“ Mit Goretzka verbindet Neustädter eher schon ein freundschaftliches Verhältnis. „Leon ist sehr lernwillig. Wir sprechen viel auf dem Platz, auch zuletzt beim Spiel in Aachen.“ Insgesamt findet Neustädter, dass die Schalker Mannschaft reifer geworden sei. „Auf und außerhalb des Platzes ziehen alle an einem Strang. Jeder gibt Vollgas und weiß, wie wichtig die Vorbereitung ist.“ Dafür nimmt Neustädter dann auch in Kauf, dass er abends müde ins Bett fällt. Spätestens zum Bundesligastart will der Mittelfeldspieler dann aber hellwach sein und seinen Stammplatz verteidigen.