Online-Supermarkt wirbt auf Schalkes Ärmel

Trikot mit Bezahlfunktion

Vor etwas mehr als 14 Monaten sorgte die Deutsche Fußball Liga für Goldgräberstimmung unter den Vereinen der 1. und 2. Bundesliga. Denn die bislang zentral vermarktete Fläche auf dem linken Trikotärmel wurde ab der Saison 2017/2018 für die individuelle Vermarktung freigegeben. Der FC Schalke 04 hat am Mittwoch als erst dritter Verein einen Sponsor dafür an Land gezogen.

Gelsenkirchen

17.05.2017, 15:55 Uhr / Lesedauer: 1 min
Online-Supermarkt wirbt auf Schalkes Ärmel

Der FC Schalke 04 wirbt in der kommenden Saison auf dem linken Ärmel der Trikots für einen Online-Supermarkt.

Bisher fanden nur 1899 Hoffenheim und Darmstadt 98 einen neuen Ärmelsponsor. Seit Mittwoch ist der FC Schalke 04 mit einem lukrativen Sponsorenvertrag hinzugekommen. Der Vierjahres-Vertrag mit dem Online-Supermarkt AllyouneedFresh, der zur Deutschen Post AG gehört, beschert den Königsblauen rund fünf Millionen Euro pro Jahr.  Bei der auslaufenden Zentralvermarktung durch den Logistikdienstleister Hermes kassierte Schalke nur rund 300.000 Euro. AllyouneedFresh gehört damit zu einem der werthaltigsten Schalke-Partner in seiner Sponsorenhierarchie.

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„Damit können wir teilweise die fehlenden Einnahmen auffangen, die uns in der neuen Saison ohne Europapokal-Teilnahme entgehen“, sagte Schalkes Marketing-Vorstand Alexander Jobst. Der 43-Jährige geht davon aus, dass Schalke im Jahr 2017 die Marketingeinnahmen noch einmal steigern kann, doch um das hohe Niveau zu halten, sei die Teilnahme am internationalen Wettbewerb in den nächsten Jahren unabdingbar.

Integrierter Chip

Schalkes Vertrag mit AllyouneedFresh ist innovativ, weil in das Sponsoren-Logo auf dem Ärmel ein Chip mit Bezahlfunktion integriert ist, mit dem die Fans zum Beispiel in der Veltins-Arena zukünftig ihre Bratwurst kaufen können. Dafür gleicht Schalke das Bezahlsystem an seinen Arena-Kiosken an. Außerdem ist geplant, dass die Kunden mit dem Online-Marktplatz kommunizieren können. Schalke will sich diese neue Art der Zusammenarbeit mit einem Sponsor sogar patentieren lassen. „Dies unterstreicht einmal mehr unsere Position als Innovationsführer der Bundesliga,“ so Jobst.

Als nächsten wichtigen Baustein muss der Marketing-Vorstand die Ausrüsterfrage klären. 2018 läuft der Vertrag mit dem langjährigen Ausrüster Adidas aus. Bisher war die Rede davon, dass Adidas in Zukunft sein Sponsoring im Fußball nur noch auf internationale Top-Klubs wie Bayern München oder Real Madrid konzentriert. Doch in Herzogenaurach hat offenbar ein Umdenken stattgefunden.

Adidas denkt um

Jobst: „Adidas hat uns signalisiert, dass es weiterhin Interesse an einer Zusammenarbeit hat.“ Es ist also nicht ausgeschlossen, dass beide Seiten über 2018 hinaus ihre Zusammenarbeit fortsetzen. Jobst ist zuversichtlich, dass in der Ausrüsterfrage spätestens im Herbst eine Entscheidung fallen wird.