Partie in Freiburg wird für S04 zum Schlüsselspiel

Europa-League-Hoffnung lebt

Nach dem wichtigen 4:1-Erfolg bei Bayer Leverkusen keimen beim FC Schalke 04 wieder zaghafte Hoffnungen auf einen Startplatz für die Europa League in der kommenden Saison. Voraussetzung hierfür bleiben Erfolge in den verbleibenden drei Spielen, Patzer der Konkurrenz - und ausgerechnet ein Pokaltriumph des Erzrivalen.

LEVERKUSEN

01.05.2017, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Partie in Freiburg wird für S04 zum Schlüsselspiel

Nach dem 4:1-Auswärtssieg bei Bayer Leverkusen hofft der FC Schalke 04 wieder auf die Qualifikation für die Europa League. Hier feiert Mittelfeldspieler Alessandro Schöpf (l.) seinen Treffer zum zwischenzeitlichen 3:0 mit seinem Mannschaftskollegen Leon Goretzka.

Stellen wir einmal eine Rechnung auf: Schalke verliert vor zwei Wochen in Darmstadt mit 1:2, Freiburg unterliegt an gleicher Stelle am vergangenen Samstag mit 0:3. Dann müsste Schalke am kommenden Sonntag (17.30 Uhr) in Freiburg doch eigentlich klar gewinnen, oder? Wenn Fußball doch nur so einfach wäre …

Saison könnte versöhnlich enden

Ist er zum Glück nicht – und deshalb ist das Ergebnis der Partie auch völlig offen. Allerdings: Sollte Schalke die Bundesliga-Begegnung im Breisgau gewinnen, dann ließen die Königsblauen die Freiburger in der Tabelle hinter sich – und damit einen wichtigen Konkurrenten im Kampf um die Europa-League-Plätze. Und dann könnte eine turbulente Saison mit vielen Aufs und noch mehr Abs doch noch versöhnlich enden.

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Realistisch gedacht hieße das: Schalke kommt am Ende doch noch auf Platz sieben – dafür müssten aber idealerweise alle restlichen drei Spiele (Freiburg, Hamburg daheim und Ingolstadt auswärts) gewonnen werden, darüber hinaus müsste man auf Ausrutscher der Konkurrenz hoffen.

Ausgerechnet dem BVB die Daumen drücken?

Und wenn die Königsblauen nach dem 34. Spieltag tatsächlich den siebten Platz belegen sollten, kämen die Schalker höchstwahrscheinlich in die Verlegenheit, dem Erzrivalen aus Dortmund die Daumen drücken zu müssen. Der siebte Platz reicht bekanntlich nur dann für Europa, wenn der Pokalsieger sich bereits über die Tabelle für die Champions- oder Europa-League qualifiziert hat – das trifft bei einem Endspiel zwischen dem BVB und Eintracht Frankfurt wohl nur auf den BVB zu.

Mit derlei Rechenspielen will sich Schalkes Manager Christian Heidel gar nicht erst beschäftigen: „Ich habe mir abgewöhnt, auf die Tabelle zu schauen, das macht keinen Sinn.“ Nach dem 4:1-Sieg der Schalker in Leverkusen freute er sich erst einmal auf ein Wochenende, an dem er gemütlich die Spiele der Konkurrenz verfolgen konnte. Für Schalke eine absolute Seltenheit in dieser Saison: Allzu oft mussten die Königsblauen erst am Sonntag ran, wenn die Konkurrenz schon vorgelegt hatte.

Guter Sieg für die Psyche

„Von der Psyche her ist es ganz nett, dass wir auswärts einmal gewonnen haben“, übte sich Heidel nach dem Spiel in Understatement. Allerdings outete sich der Manager als Fußballpessimist, der nicht einmal nach dem zwischenzeitlichen 4:0 entspannen konnte: „Als das 4:1 fiel, hatte ich schon wieder Bedenken“, gab er zu.

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Die waren aber bekanntlich unnötig: Schalke schaukelte die Partie – gegen eine desolate Bayer-Elf – sicher nach Hause, und so wirkte Heidel, ganz anders als sein Leverkusener Kollege Rudi Völler, sichtlich gelöst. Er mahnte allerdings trotzdem zur Gelassenheit: „Das Wichtigste ist, jetzt keinen Umzug zu veranstalten, weil wir hier gewonnen haben“, so Heidel, „sondern uns darauf zu konzentrieren, dass wir eine wichtige Aufgabe in Freiburg zu erledigen haben“.

Fans machen Partie zum Heimspiel

Auch dort hofft Heidel auf die Unterstützung der Fans – die hatten am Freitag lautstark dafür gesorgt, dass die Partie in Leverkusen zum Heimspiel für die Schalker wurde. „Diese Unterstützung bei jedem Auswärtsspiel – das ist außergewöhnlich“, lobte der Manager. „Ich glaube, der eine oder andere Fan macht sich gar nicht klar, was die Unterstützung von der Tribüne bei der Mannschaft auf dem Feld bewirken kann.“

Die Mannschaft durfte und darf sich erst einmal erholen: Nach dem Auslaufen am Samstag gab Trainer Markus Weinzierl seinen Jungs für Sonntag und Montag frei, erst am Dienstagnachmittag steht die nächste Trainingseinheit an. Der positive Schub aus dem Leverkusenspiel dürfte bis dahin noch angehalten haben.