Pures Entsetzen bei Johannes Geis

Schalke akzeptiert Sperre

Als Johannes Geis wie ein Häufchen Elend durch die Katakomben des Borussia-Parks schlich, lag André Hahn schon im Krankenhaus und erhielt die schlimme Diagnose: Fraktur des Schienbeinkopfes und Außenmeniskus-Riss – in diesem Jahr wird der Offensivmann von Borussia Mönchengladbach nicht mehr Fußball spielen können.

GELSENKIRCHEN

27.10.2015, 05:13 Uhr / Lesedauer: 2 min
Pures Entsetzen bei Johannes Geis

Schiedsrichter Wolfgang Stark (l.) zeigt Johannes Geis (2.v.r.) rote Karte.

Die Strafe für den Schalker Übeltäter folgte schon am Tag nach dem Mönchengladbach-Spiel: Das DFB-Sportgericht sperrte Geis für fünf Partien, und zwar wettbewerbsübergreifend, außerdem muss er 15.000 Euro zahlen. Damit fällt er im Pokalspiel gegen Mönchengladbach genauso aus wie in den Bundesligapartien gegen Ingolstadt, Dortmund, Bayern und Leverkusen.

Die Sperre gilt allerdings nicht für die Europa League. Der DFB begründete das Strafmaß mit einem „rohen“ Foul. Schalke hat das Urteil bereits akzeptiert. Damit steht Johannes Geis erst wieder im Heimspiel gegen Hannover 96 am 4. Dezember zur Verfügung.

In Gedanken bei Hahn

Der 3:1 (1:1)-Erfolg und der fünfte Sieg in Serie unter Schubert gerieten für die Gladbacher am Sonntag zur Nebensache, die Gedanken waren beim gestern bereits operierten Borussen-Profi. Auch Geis, der sich nach dem Spiel in der Gladbacher Kabine zeigte und sich nach der Telefonnummer von Hahn erkundigte, hat sich mittlerweile persönlich für seinen fahrlässigen Tritt entschuldigt.

Via Facebook verkündete der ehemalige Mainzer: „Mir tut das schlimme Foul an André sehr leid und ich entschuldige mich bei ihm, seiner Familie, dem Verein und allen Fans. Ich habe ihn in der Situation nicht richtig gesehen und habe seine Bewegungen falsch eingeschätzt“, schrieb Geis.

"Er war total fertig"

Schalke-Trainer André Breitenreiter sprach von einem „harten“ Foul, unterstellte Geis aber keine Absicht. „Er ist ein sauberer Junge. Er saß in der Kabine und war total fertig“, meinte Breitenreiter. Völlig daneben benahmen sich die Fans des FC Schalke 04, die den Abtransport des schwer verletzten Spielers mit „Auf Wiedersehen“-Sprechchören begleiteten. „Solche Momente gehören sicher nicht ins Spiel“, meinte Schalkes Sportvorstand Horst Heldt.

Auch in den sozialen Medien schlug das Foul von Geis hohe Wellen. Während einige Fans (auch aus Mönchengladbach) dem Schalker für die prompte Entschuldigung Respekt zollten und seiner Beteuerung, es sei keine Absicht gewesen, glaubten, sah sich der 22-Jährige aber auch wütenden Kommentaren ausgesetzt, die eine noch drastischere Strafe forderten.

Mit dpa