Schalke 04 hat noch dringenden Handlungsbedarf

Schalke 04

Der FC Schalke hat zwölf Tage in Mittersill verbracht. So wechselhaft wie das Wetter, waren auch die Eindrücke, die sich während der Trainingseinheiten und Testspiele sammeln ließen.

Mittersill

, 10.07.2021, 19:04 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Ausfall von Salif Sané trifft den FC Schalke 04 besonders hart.

Der Ausfall von Salif Sané trifft den FC Schalke 04 besonders hart. © Tim Rehbein/RHR-FOTO

Es war eines der längsten Trainingslager in der Schalker Vereinsgeschichte. Zwölf Tage verbrachten die Königsblauen im österreichischen Mittersill. An dem Ort, wo sie sich bereits zum fünften Mal auf eine Saison vorbereiteten.

So wechselhaft wie das Wetter, waren auch die Eindrücke, die man während der Trainingseinheiten und Testspiele sammeln konnte. Ohne Zweifel gab es eine Menge positiver Aspekte: zum Beispiel die Integration der acht Neuzugänge, die sich geräuschlos vollzog und bei der Entwicklung eines neuen Mannschaftsgeistes hilft.

Wie präsentieren sich die neuen Führungsspieler des FC Schalke 04?

Die als neue Führungsspieler geholten Danny Latza, Victor Palsson und Simon Terodde präsentieren sich bisher auf und neben dem Platz auch als solche. „Danny genießt eine hohe Akzeptanz innerhalb der Mannschaft“, hebt Trainer Dimitrios Grammozis hervor und machte den gebürtigen Gelsenkirchener, der einst in der Knappenschmiede seine Fußball-Ausbildung begann, zum neuen Kapitän. Auch Palsson und Terodde nehmen als neue Mitglieder des Mannschaftsrates wichtige Führungsaufgaben wahr.

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Auch die konditionellen Defizite, die eine wesentliche Ursache für den vierten Abstieg der Vereinsgeschichte waren, dürften in der neuen Spielzeit der Vergangenheit angehören. Während bei den Vorgängern von Grammozis im Trainingslager Einheiten über zwei Stunden eher die absolute Ausnahme waren, sind sie bei dem 43-Jährigen eher die Regel.

Wo die Personaldecke dünn ist

Mit Salif Sané beklagen die Königsblauen derzeit nur einen Langzeitverletzten. Dessen Ausfall trifft die Blau-Weißen allerdings besonders hart, weil die dünne Personaldecke in der Innenverteidigung eine gefährliche Baustelle werden könnte. Gefährlich deshalb, weil im aktuellen Kader nur drei nominelle Innenverteidiger zur Verfügung stehen. Das sind Timo Becker, Malick Thiaw – und Neuzugang Marcin Kaminski.

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Auf dieser Position herrscht für Sportdirektor Rouven Schröder dringender Handlungsbedarf. Doch die teils selbstverschuldeten Finanzfesseln sorgen dafür, dass die Königsblauen erst einmal verkaufen müssen, bevor sie ihren Kader verstärken können. Doch für die Großverdiener Amine Harit, Matija Nastasic, Omar Mascarell und Ozan Kabak gibt es bisher keine ernsthaften Angebote. Als Harit sich in einem Training scheinbar schwerer verletzte, waren die Schalker Entscheidungsträger in heller Aufregung. Die Erleichterung war groß, als der 24-Jährige schnell Entwarnung geben konnte.

Wegen der Corona-Pandemie kommt der Transfermarkt immer noch nicht in Schwung. Selbst bei Kabak muss sich Schalke in Geduld üben. Am Montag wird der türkische EM-Teilnehmer erst einmal in Gelsenkirchen zurückerwartet.

Peter Knäbel Fußballgott

Die letzten zwei Trainingswochen wird Grammozis ab Montag dazu nutzen, die Spiel-Automatismen in seiner Mannschaft zu verbessern. Ein guter Saisonstart gegen den Hamburger SV wäre für die geschundene Schalker-Seele enorm wichtig und könnte eine Initialzündung für eine erfolgreiche Saison werden. Helden werden auf Schalke bekanntlich schnell geboren.

Als am Mittwochabend in Mittersill die Rufe „Peter Knäbel – Fußballgott“ erschallten, galt diese Begeisterung indes (noch) nicht den strategischen Fähigkeiten des Sportvorstands. Er hatte bloß Freibier spendiert.

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