Schalke 04 und der „Blaue Brief“

Schalke 04

Anfang September besuchten die Vorstände Alexander Jobst und Jochen Schneider den Schalker Fanclub-Verband. Dieser hat in seinem „Blauen Brief“ jetzt Details darüber veröffentlicht.

Gelsenkirchen

, 22.09.2020, 16:57 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schalkes Anhänger diskutierten mit den Vorständen Jobst und Schneider.

Schalkes Anhänger diskutierten mit den Vorständen Jobst und Schneider. © dpa

Die Schalker Zusammenfassung auf der eigenen Homepage blieb erwartungsgemäß im Bereich von Allgemeinplätzen. Jobst und Schneider hätten den Blick erst zurück gerichtet und dann über die Perspektiven für die Saison 2020/21 gesprochen. In einer Fragerunde mit den Teilnehmern aus dem gesamten Bundesgebiet seien anschließend noch Themen wie die finanzielle Situation des Vereins und die sportliche Ausrichtung für die kommenden Jahren diskutiert worden.

Im sogenannten „Blauen Brief“, den der Schalker Fanclub-Verband auf seiner Homepage mehrmals im Jahr veröffentlicht, gibt es jetzt detaillierte Informationen, wie der Schalker Vorstand die aktuelle Lage beurteilt und mit welchen Maßnahmen gegengesteuert werden soll.

Schalker Effizienz Plan

Schalke verliere pro Heimspiel zwischen 2,5 und 3 Millionen Euro, außerdem gebe es einen Einbruch beim Merchandising. Dies erschwere den Abbau der 200 Millionen Euro Verbindlichkeiten erheblich. Vordringlichste Aufgabe des neuen Finanzvorstandes, der immer noch nicht gefunden ist, sei es, ein Finanzkonzept aufzustellen. Ein Wirtschaftsplan sei ausgearbeitet, der sogenannte SEP (Schalker Effizienz Plan).

Um Kosten zu senken, wäre auch ein zweiter Gehaltsverzicht bei den Profis hilfreich. Doch hier geht es scheinbar nicht so schnell voran wie erhofft. Während nach Ausbruch der Corona-Krise recht schnell die Spieler und der gesamte Staff Reduzierungen ihres Gehalts zustimmten (15 Prozent), heißt es jetzt im „Blauen Brief“, „im Oktober finden Gespräche dazu statt“.

Keinen Schnellschuss

Erfreulich für die Schalker Fans: Laut Mitteilung im „Blauen Brief“ sollen die Kartenpreise mindestens ein bis zwei Jahre stabil bleiben und bei der Teilzulassung von Zuschauern wird es einen Einheitspreis für Sitzplätze geben.

Ein großes Thema war bei der Diskussion mit den Schalker Vorständen offenbar auch das Thema Ausgliederung. Jobst und Schneider versicherten nach den Angaben im „Blauen Brief“, dass es keinen Schnellschuss geben werde. Eine Ausgliederung, in welcher Form auch immer, sei die wichtigste Frage im Verein über Jahre hinaus.

Dabei sollen die Mitglieder mitgenommen werden. Die Vorstellung der ausgesuchten Rechtsform soll innerhalb von Bezirksversammlungen oder Regionaltreffen der Fanclubs vorgestellt und diskutiert werden. Ein Ergebnis könnte auch sein, dass der eingetragene Verein bestehen bleibe.

Weil dieses Thema so wichtig für den Verein sei, werde es keine Online-Mitgliederversammlung zur Ausgliederung geben, auch wenn die Corona-Pandemie noch länger andauere.

In „Schalkedeutsch“

Das Meinungsbild zur Ausgliederung der Profiabteilung wird aktuell so eingeschätzt: Circa 35 Prozent der Mitglieder denken, dies sei längst überfällig, 15 Prozent seien strikt dagegen und 50 Prozent der Mitglieder seien unentschlossen. Wichtig war es vielen Teilnehmern der Runde, dass das neue Konzept auf „Schalkedeutsch“ verfasst sein soll, damit es auch alle Mitglieder verinnerlichen können.

2020 werde es aller Voraussicht keine Mitgliederversammlung wegen der Corona-Pandemie geben. Ziel ist es, diese im ersten Quartal 2021 stattfinden zu lassen. Dabei wurde der Vorschlag gemacht, die Mitgliederversammlung auf einen Samstag zu legen, damit möglichst viele Personen die Gelegenheit haben, vor Ort zu sein. Ein weiterer Vorschlag beinhaltet, dass Rahmenprogramm zu straffen und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

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