Can Bozdogan und Malick Thiaw gehören zu den neuen „jungen Wilden“ von Schalke 04. Bundesliga-Luft haben die beiden 19-Jährigen bereits geschnuppert – aber sie wollen mehr.

Gelsenkirchen

, 24.08.2020, 08:16 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zum Profi-Alltag gehören auch Medientermine. Gebt Ihr gerne Interviews?

Can Bozdogan: Das kommt auf die Fragen an. (grinsend)

Malick Thiaw: Das gehört zum Profisport dazu.

Was hat sich noch verändert?

Bozdogan: Die Trainingsintensität ist eine andere. Zudem steht man mehr in der Öffentlichkeit.

Thiaw: Aber es ist noch nicht so, dass einen viele Leute auf der Straße erkennen.

Wann hattet Ihr das Gefühl: Ich kann es in die Bundesliga schaffen?

Thiaw: Das war nach dem Ende der letzten Saison in der U17. Da hieß es von Trainerseite: Du hast Potenzial, arbeite weiter hart an Dir, dann kannst Du es schaffen.

Bozdogan: Ich hatte immer die Hoffnung, dass ein Profivertrag für mich möglich ist. In meinem ersten Trainingslager bei den Profis im Winter 2019 musste ich wegen einer Verletzung frühzeitig abreisen. Ich wusste aber, dass ich zurückkommen und eine neue Chance bekommen werde, wenn ich weiter hart dafür arbeite.

Wie war Eure Gefühlslage beim Bundesliga-Debüt?

Thiaw: Bei mir waren es ja nur ein paar Minuten gegen Hoffenheim. Aber trotzdem war es ein unglaubliches Gefühl, ein Kindheitstraum ist in Erfüllung gegangen. Meine Mutter und zwei Geschwister waren im Stadion. Das war umso schöner für mich.

Bozdogan: Bei mir hielt sich die Nervosität in Grenzen, weil wegen Corona keine Zuschauer im Stadion waren. Das war sehr ungewohnt. Trotzdem war es ein geiles Gefühl.

Ist es für Euch ein Vorteil, dass Schalke im Umbruch ist und jungen Spielern viele Einsatzchancen winken?

Thiaw: Das kann man so und so sehen. Wenn du deine Leistung abrufst und in jedem Training Vollgas gibst, dann glaube ich daran, dass dieser Einsatz auch belohnt wird, unabhängig von der allgemeinen Personalsituation.

Bozdogan: Das sehe ich ähnlich. Man bekommt nicht automatisch eine Chance, weil man jung ist, sondern die Leistung muss stimmen.

Wie lauten Eure persönlichen Ziele für die neue Saison?

Thiaw: Ich möchte so viele Einsatzminuten bekommen wie möglich. Bei jedem Training versuche ich, den Trainer zu überzeugen.

Bozdogan: Wir sind beide jung, aber gierig und wollen möglich schnell möglichst viele Bundesligaeinsätze bekommen. Aber man darf nicht vergessen, dass wir erst am Anfang der Karriere stehen.

Eure Lieblingspositionen?

Thiaw: Bis zur U19 habe ich im Mittelfeld gespielt. Übrigens auch gegen Can, der damals noch für den 1. FC Köln aktiv war. Mittlerweile habe ich mich in der Innenverteidigung gut eingelebt.

Bozdogan: Im Mittelfeld komme ich am besten klar.

Wie groß ist die Unterstützung in der Familie?

Thiaw: Alle Familienmitglieder haben sich sehr für mich gefreut.

Bozdogan: Die Familie ist megastolz. Vor allem meiner Mutter habe ich sehr viel zu verdanken, weil sie mich früher immer zum Training gefahren hat.

Alle ehemaligen A-Jugendlichen, die in den Profikader aufgerückt sind, schwärmen von Norbert Elgert. Ihr auch?

Thiaw: Auf jeden Fall. Ich habe ihm in den zwei Jahren, die ich bei ihm trainiert habe, sehr viel zu verdanken. Ich durfte nie zufrieden sein bei ihm. Das habe ich von Norbert Elgert gelernt. Unter ihm bin ich erwachsener geworden und er hat mich vom Mittelfeld- zum Abwehrspieler geformt.

Bozdogan: Das Menschliche ist top bei ihm. Er verdeutlicht einem wichtige Dinge fürs Leben.

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