Schalke bangt vor Werder-Spiel um Goretzka und Schöpf

Bentaleb setzt Ausrufezeichen

Am Mittwoch, dem „Deadline-Day“, dem letzten Tag der Winter-Transferperiode, hatte Schalke-Manager Christian Heidel noch einmal alle Hände voll zu tun. Ver- oder gekauft wurde aber niemand - im Gegenteil. Heidel musste sich einer wahren Angebotsflut aus England erwehren.

Gelsenkirchen

, 02.02.2018, 07:24 Uhr / Lesedauer: 2 min
Leon Goretzka ist angeschlagen und könnte im Heimspiel gegen Bremen fehlen.

Leon Goretzka ist angeschlagen und könnte im Heimspiel gegen Bremen fehlen. © dpa

„Das Telefon stand gar nicht still“, erzählt Manager Christian Heidel kopfschüttelnd. Berater und Manager englischer Vereine gaben sich telefonisch die „Klinke in die Hand“ und versuchten, am letzten Tag des Transferfensters noch Spieler zu verleihen - ein Zeichen für den überhitzten Markt auf der Insel, wo nach den Einkaufstouren der dortigen Manager die Kader Übergröße haben. „Aber kann ein Spieler, der zum Beispiel bei West Bromwich Albion auf der Tribüne sitzt, Schalke wirklich weiterhelfen?“, so Heidel. Selten hätten die Telefonate länger als eine halbe Minute gedauert, schmunzelt er.

Treffen mit Daniel Opare

Da beschäftigt er sich doch lieber aus eigenem Antrieb mit der Kaderplanung - so wie Anfang der Woche, als sich Heidel gemeinsam mit Trainer Domenico Tedesco auf dem Düsseldorfer Flughafen mit dem Augsburger Verteidiger Daniel Opare traf. Nicht geplant war, dass das Treffen öffentlich wurde - ein Umstand, der Heidel nicht gerade erfreute.

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Der Manager bemühte sich am Donnerstag, die Bedeutung des Treffens herunterzuspielen. „Das war ein reines Kennenlerngespräch, wir wollten vor allem den Menschen Daniel Opare kennenlernen“, so Heidel. Weil das Bekanntwerden des Gesprächs beim FC Augsburg für Verstimmung gesorgt hatte, habe er auch mit FCA-Manager Stefan Reuter telefoniert, um die Angelegenheit zu klären. „So ein Treffen gehört zum Fußball dazu und ist weder verboten noch unredlich“, so Heidel. Das bedeute aber lange noch nicht, dass eine Verpflichtung Opares jetzt bevorstünde. „Wenn wir jeden, mit dem wir so ein Gespräch führen, verpflichten würden, hätten wir einen Mammut-Kader“, argumentierte der Manager.

Ohnehin richtet sich die Konzentration der Schalker Verantwortlichen jetzt erst einmal auf das nächste Bundesliga-Spiel: Am Samstag (15.30 Uhr) ist Werder Bremen zu Gast. Tabellarisch gesehen sollte die Sache eindeutig sein: Wenn der Dritte der Liga auf den Drittletzten trifft, ist klar, wer als Favorit in die Partie geht.

Tedesco warnt vor Bremen

Doch natürlich bemühte sich Trainer Domenico Tedesco nach Kräften, gar nicht erst den Gedanken aufkommen zu lassen, man unterschätze die Norddeutschen. „Da kommt eine Mannschaft in die Arena, die technisch hochversiert ist“, lobte Tedesco den Gegner, „Werder macht es im Moment super, super gut.“ Seine Mannschaft brauche Geduld und müsse im Spiel wachsam sein.

Fraglich ist der Einsatz von Alessandro Schöpf und Leon Goretzka: Beide hatten unter der Woche nur teilweise trainieren können. Schöpf hatte „Belastungsprobleme“, Goretzka kämpfte mit Beschwerden an der Hüfte.

Bentaleb-Rückkehr wahrscheinlich

Wahrscheinlicher ist dagegen eine Rückkehr von Nabil Bentaleb in die Startelf. Tedesco hatte in den ersten drei Spielen der Rückrunde auf einen Einsatz des Algeriers verzichtet und das mit nicht optimalen Trainingsleistungen begründet. „In dieser Woche hat er richtig gut trainiert und mehrmals Ausrufezeichen gesetzt“, lobte Tedesco dagegen jetzt den 23-Jährigen.

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