Schalke chancen- und weiterhin punktlos - Zoff um Franco Di Santo

Schalke 04

Schalke steckt im Tabellenkeller fest. Gegen den FC Bayern reichte es nicht zu etwas Zählbarem. Außerdem gab es auch Redebedarf über Geschehen abseits des Platzes.

Gelsenkirchen

, 22.09.2018 / Lesedauer: 4 min
Schalke chancen- und weiterhin punktlos - Zoff um Franco Di Santo

Franco Di Santo (l.) sorgte nach seiner Auswechslung für Gesprächsbedarf. © dpa

So ganz innerhalb der angepeilten 25 Minuten schafften es die Bayern dann doch nicht, die Veltins-Arena zu verlassen. Erst nach einer guten halben Stunde setzte sich der Mannschaftsbus des Rekordmeisters in Bewegung, um möglichst früh am Flughafen Düsseldorf zu sein. Auf dem überdachten Rasen-Rechteck des Gelsenkirchener Fußball-Tempels legte das Team von Trainer Niko Kovac allerdings eine Punktlandung hin: Beim 2:0 (1:0)-Sieg auf Schalke machten die Bayern kurzen Prozess.

Ergebnis ist die beste Nachricht des Abends

Für Manuel Neuer und Co. war es vor 62.271 (ausverkauft) Zuschauern der vierte Bundesliga-Sieg im vierten Spiel, für Schalke die vierte Niederlage - und für die Königsblauen war das Beste an dem Abend noch das Ergebnis. Zwar sprach Kovac hinterher artig davon, „dass meine Mannschaft für diesen Sieg hart arbeiten musste“, aber irgendwie merkte man den Bayern das gar nicht an.

Vor allem in der ersten Hälfte spielten James, Ribery und der Rest des Star-Ensembles, unter anderem mit Leon Goretzka bei seiner ersten Rückkehr zum alten Arbeitgeber, phasenweise an die Wand. Nach einem Eckball gingen sie folgerichtig durch einen Kopfball von James in Führung (9.) - für Schalke war es im vierten Spiel bereits das dritte Gegentor nach einem Eckball. Dabei glaubte der Vize-Meister der Vorsaison, mit Naldo und dem von Hannover 96 gekommenen Salif Sané die Lufthoheit nun endgültig gepachtet zu haben. Schließlich waren Standardsituationen in der Vorsaison eine große Schalker Stärke.

Rudys Aussage verwundert

Doch nicht nur die ist mittlerweile verblasst. Dass die Bayern in der Summe die besseren Einzelspieler als Schalke haben, ist bekannt - aber selten konnten sie ihre Überlegenheit in Gelsenkirchen, wo sie seit 2010 kein Liga-Spiel mehr verloren haben, so souverän ausspielen. Schalkes Gegenwehr beschränkte sich auf halbherziges Attackieren und gelegentliche unbeholfene Versuche im Spiel nach vorn. Die Bayern ließen die Kugel teilweise wie im Training laufen - und so verwunderte es schon ein wenig, dass Schalkes von den Bayern gekommener Neuzugang Sebastian Rudy fand, „dass wir in der ersten Halbzeit gut drin waren“.

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Bundesliga, 4. Spieltag: FC Schalke 04 - FC Bayern München 0:2 (0:1)

22.09.2018
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Bilder der Bundesligapartie zwischen dem FC Schalke und dem FC Bayern München.© dpa
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Auch die Analyse von Trainer Domenico Tedesco wirkte ein wenig wie das Pfeifen im königsblauen Walde. Tedesco gab zwar zu, „dass uns die Bälle in den ersten zehn Minuten nur so um die Ohren geflogen sind“, fand seine Mannschaft aber „stabil“ und muss irgendwie auch wieder einen Schritt nach vorn gesehen haben. Christian Heidel scheint beim Blick auf die Tabelle mittlerweile schon ein wenig mulmig zu werden: „Wir wissen natürlich um die Situation und müssen die Reset-Taste drücken und anfangen zu punkten. Das ist allen klar“, sagte Schalkes Manager bei „Sky“. Am Dienstag spielt Schalke beim SC Freiburg - es droht die Einstellung des „Start-Rekordes“ unter Trainer Markus Weinzierl, mit dem Schalke vor zwei Jahren die ersten fünf Saisonspiele in den Sand setzte.

Schludrige Bayern

Dass es gegen die Bayern nach dem Seitenwechsel zumindest immer noch ein Fünkchen Hoffnung gab, doch noch mindestens einen Punkt zu ergattern, lag eher an schludrigen Bayern, die mehrere Großchancen liegen ließen - doch nicht mal daraus konnte Schalke Kapital schlagen. Ein Schüsschen von Franco Di Santo in Hälfte eins, ein Kopfball von Breel Embolo - das war’s. Als Alessandro Schöpf ausgerechnet in einer Phase, in der Schalke ein wenig mutiger wurde, höchst ungeschickt James Rodriguez im Strafraum zu Fall brachte, verwandelte Robert Lewandowski den fälligen Strafstoß zum 2:0 (64.). Danach konnten die Bayern in aller Seelenruhe „auslaufen“.

Und als hätte eine Mannschaft mit null Punkten nach vier Spielen nicht schon Sorgen genug, gibt es nun auch die erste größere interne Baustelle: Franco Di Santo verweigerte bei seiner Auswechslung in der 73. Minute nicht nur Tedesco den Handschlag, sondern setzte sich auch laut fluchend und schimpfend auf die Ersatzbank.

Tedesco äußert sich öffentlich

Tedesco bekam alles mit und reagierte dementsprechend sauer: „Eigentlich klären wir so etwas intern. Aber es hat extern stattgefunden, also habe ich auch kein Problem, darüber zu reden. Dass ein Spieler enttäuscht ist, wenn er ausgewechselt wird, ist normal und das erwarten wir ein Stück weit auch. Aber es geht auch um Respekt den Mitspielern und mir gegenüber. Die anderen Spieler brennen ja auch darauf, reinzukommen, und haben dafür hart gearbeitet. Wir erwarten, dass der ausgewechselte Spieler sich dann auch für die anderen mit freut.“

Di Santos Ausraster wollte Tedesco nicht tolerieren: „So etwas gibt es bei uns nicht. Wir sind eine saubere Mannschaft und wir bleiben sauber - auf dem Platz und außerhalb.“ Möglicherweise wird der Stürmer noch sanktioniert - Di Santo selbst sprach hinterher von einem Missverständnis. Er habe quasi über sich selbst geschimpft. Entschuldigt bei der Mannschaft hat er sich trotzdem.

Die wurde von den meisten Fans übrigens mit Applaus verabschiedet.