Schalke erlebt sein Waterloo in der Champions League

Klatsche gegen Real

Mit der bitteren 1:6 (0:2)-Lehrstunde gegen Real Madrid hat der FC Schalke 04 schon im Achtelfinal-Hinspiel alle Chancen auf das Weiterkommen eingebüßt. Die „Königlichen“ um Weltfußballer Cristino Ronaldo fügten dem Revierklub am Mittwochabend die höchste Europapokal-Heimniederlage der Klubgeschichte zu und können dem Rückspiel am 18. März in der spanischen Hauptstadt gelassen entgegen blicken.

GELSENKIRCHEN

27.02.2014, 11:23 Uhr / Lesedauer: 1 min
Schalke erlebt sein Waterloo in der Champions League

Völlige Ratlosigkeit bei Schalkes Jefferson Farfan.

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Champions League, Achtelfinale: FC Schalke 04 - Real Madrid 1:6 (0:2)

Keine Chance gegen die Königlichen: Der FC Schalke 04 erlebte im Champions League-Achtelfinale eine denkwürdige Pleite gegen Real Madrid und ging mit 1:6 (0:2) unter. Damit ist bereits vor dem Rückspiel klar: Die internationale Saison ist für die Schalker im Achtelfinale zuende.
26.02.2014
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Jens Keller sah früh, dass für seinen FC Schalke 04 gegen Real Madrid wenig zu holen sein würde.© dpa
Gareth Bale und Cristiano Ronaldo wirbelten die Schalker ein ums andere Mal durcheinander.© dpa
Den ersten Treffer erzielte aber Karim Benzema in der 13. Minute. Real war früh auf der Siegerstraße.© dpa
Zwar hatte Julian Draxler die große Chance zum Ausgleich, doch Real machte bereits in der 21. Minute den Sack zu: Gareth Bale traf zum 2:0.© dpa
Kevin-Prince Boateng versuchte vieles, Cristiano Ronaldo war mit Real aber eine Nummer zu groß für die Schalker.© dpa
Auch Klaas-Jan Huntelaar blieb bis in die Nachspielzeit hinein blass - hier im Zweikampf gegen Xabi Alonso. In der 90. Minute erzielte Huntelaar dann aber immerhin das schönste Tor des Tages.© dpa
Gareth Bale erzielte am Ende zwei Treffer - Kevin-Prince Boateng blieb das Nachsehen.© dpa
Schalker Unsicherheitsfaktor gegen Real: Felipe Santana.© Foto: dpa
Hatte die einzige Schalker Chance des Spiels: Julian Draxler (hier im Zweikampf mit Daniel Carvahal.© dpa
Hier erzielt Cristiano Ronaldo das 3:0 - sein erstes von zwei Toren an diesem denkwürdigen Abend.© dpa
Benedikt Höwedes im Kopfballduell gegen Cristiano Ronaldo und Sergio Ramos. Ein Bild zum Einrahmen für die Zeit nach der Karriere.© dpa
Auch Jefferson Farfan konnte seine Schnelligkeit nie für sich nutzen. Hier verliert er einen Zweikampf gegen Sergio Ramos.© dpa
Farfan fand an diesem Abend seinen Meister in Marcelo.© dpa
Cristiano Ronaldo jubelt über einen seiner beiden Treffer.© dpa
Ein Dauerduell mit einem klaren Sieger: Zwar traf Klaas-Jan Huntelaar am Ende noch zum 1:6, doch Xabi Alonso war häufiger Zweikampfsieger.© dpa
Cristiano Ronaldo und Xabi Alonso - an diesem Abend in Gelsenkirchen eine Klasse für sich.© dpa
Schlagworte Real Madrid, Schalke 04

Karim Benzema (13./57. Minute), Gareth Bale (21./69.) und Cristiano Ronaldo (52./89.) zerlegten vor 54.442 Zuschauern in der ausverkauften Arena den Gastgeber nach allen Regeln der Fußball-Kunst und bescherten dem spanischen Spitzenclub im 26. Spiel den zweiten Sieg gegen ein Bundesliga-Team auf deutschem Boden. Klaas-Jan Huntelaas Traumtor in der Nachspielzeit konnte keinen Schalker mehr trösten.

"Wir haben zwölf Minuten gut mitgehalten - bis zum 0:1. Dann haben wir Fehler über Fehler gemacht. Und auf diesem Niveau werden die von einer Weltklassemannschaft wie Real gnadenlos bestraft", sagte Schalkes Trainer Jens Keller, der sein Team nun bis zum Samstag (18.30 Uhr) wieder aufbauen muss.

Dann tritt Schalke beim souveränen Bundesliga-Spitzenreiter Bayern München an. „Wir haben eine wahnsinnig junge Mannschaft. Sie muss aus den Fehlern lernen“, meinte Keller. „Am Samstag bei den Bayern wird es nicht leichter.“

Julian Draxler, der nach seiner langen Verletzungspause erstmals wieder in der Startelf stand, hatte eine Minute nach dem 0:1 von Benzema den Ausgleich auf dem Fuß, scheiterte aber aus drei Metern am glänzend reagierenden Torhüter Iker Casillas. „Die Parade war unglaublich“, befand Real-Coach Carlo Ancelotti. Dessen mit zahlreichen Superstars gespickte Mannschaft spielte nach dem 2:0 wie aus einem Guss und ließ den verunsicherten und zu wenig aggressiven Schalkern nicht den Hauch einer Chance.Trotz der Demütigung feuerten die Fans ihre Mannschaft bis zum Schluss an. „Das Publikum war 93 Minuten lang Weltklasse, genauso wie unser Gegner“, bekannte Horst Heldt. Der Manager war verstimmt, weil sich die seit acht Pflichtspielen ungeschlagene Elf taktisch unklug verhielt.

Statt Schadensbegrenzung nach dem 0:4 zu betreiben und einen defensive Grundordnung herzustellen, ließ sich die Mannschaft bis zum Ende im eigenen Stadion weiter vorführen. "Das lässt einen verärgert nach Hause fahren", sagte Heldt.