Wohin führt der Weg des FC Schalke 04? Viele Fans machen sich große Sorgen um ihren Verein. Einer von ihnen, Stefan Barta, schlägt Alarm.

Gelsenkirchen

, 10.11.2020, 17:42 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wegen der Corona-Pandemie ist noch völlig offen, wann die nächste Mitgliederversammlung des FC Schalke 04 stattfindet. Das Gedankenspiel, in digitaler Form die Versammlung durchzuführen, ist längst verworfen worden. Dafür fehlten einerseits die technischen Voraussetzungen, andererseits drohten erhebliche organisatorische Probleme wegen der Schalker Mitgliederzahl von über 160.000 Personen.

Sicher scheint hingegen, dass es viel Gesprächsbedarf und Kritik geben wird, wenn das Treffen der Vereinsfamilie irgendwann im nächsten Jahr stattfinden wird. Denn zu viel ist beim FC Schalke 04 in den vergangenen Monaten schief gelaufen. Nicht nur das sportliche und finanzielle Desaster hat in der treuen Fangemeinde für große Enttäuschung, Ernüchterung und Resignation gesorgt. Auch die Außendarstellung des Kultvereins schmerzt viele Anhänger.

Einer heißt Stefan Barta, der im Mai diesen Jahres rund um die Veltins-Arena eine Fan-Demonstration organisierte. „Doch gebessert hat sich seither nichts“, schimpft der 57-Jährige, der seit 1976 „seinen“ Klub eng verbunden ist, im Gespräch mit dieser Zeitung.

Arbeit im Wahlausschuss

Barta plädiert vehement dafür, dass sich Aufsichtsrat und Vorstand personell erneuern müssen. „Wir brauchen in diesen Gremien mehr sportliche und strategische Kompetenz. Sie müssen doch nur vergleichen, wie andere Bundesligisten in ihren Entscheidungszentren aufgestellt sind. So kann es nicht weitergehen, sonst verliert Schalke 04 bald völlig den Anschluss“, glaubt der Kommunikationswirt aus Hamm, der von 2014 bis 2016 im Wahlausschuss mitarbeitete und weiß, auf welchen dubiosen Wegen manche Entscheidungen Pro oder Contra auf bestimmte Personen getroffen wurden.

Damit sich etwas ändert, will er bei der nächsten Mitgliederversammlung eine Reihe von Satzungsanträgen einbringen. Zum Beispiel ist ihm ein Dorn im Auge, wie der Schalker Ehrenrat bestimmt wird. „Da gibt es keine demokratische Wahl, sondern dieses Gremium wird en bloc bestimmt“, kritisiert Barta.

Kommunikation aufwerten

Weil er mit der Öffentlichkeitsarbeit des Vereins ganz und gar nicht einverstanden ist, plädiert er dafür, das Kommunikationsressort als vierten Vorstandsposten neben Sport, Marketing und Finanzen aufzuwerten. Barta: „Die Außendarstellung war in den vergangenen Monaten eine Katastrophe. Wir brauchen Teamplayer und keine Einzelkämpfer“.

Die Voraussetzungen für eine personelle Erneuerung sind so schnell nicht. Denn bei der nächsten Mitgliederversammlung müssen fünf Mitglieder des elfköpfigen Aufsichtsrates neu gewählt werden. Ursprünglich werden pro Jahr nur zwei neue Mitglieder gewählt, doch weil die Versammlung in diesem Jahr ausfällt, sind es vier plus eins, denn Matthias Rüter rückte im Sommer 2020 wegen der Aufgabe von Clemens Tönnies nach, so dass seine Amtszeit nur bis zur nächsten Mitgliederversammlung dauert.

Barta sind grundlegende Veränderungen auch deshalb wichtig, weil das Arbeitsklima auf der Geschäftsstelle aktuell alles andere als gut sein soll. „Viele Mitarbeiter sind stark verunsichert und wissen nicht, wie es weiter geht“, so der Schalke-Anhänger. Kein Zweifel: Er macht sich große Sorgen um Schalkes Zukunft.

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