Schalke feiert Millionen-Deals: Kritik an Heidel

Mitgliederversammlung

Wirtschaftlich geht es dem FC Schalke 04 immer besser. Auf der Mitgliederversammlung präsentierte der Klub zwei neue Millionen-Deals mit Ausrüster Umbro und Arena-Namensgeber Veltins - Applaus gab es auch für Neu-Trainer Domenico Tedesco.

GELSENKIRCHEN

25.06.2017, 20:13 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schalke feiert Millionen-Deals: Kritik an Heidel

Bilder der Schalker Mitgliederversammlung.

Wirtschaftlich auf Erfolgskurs, sportlich auf der Suche nach dem Weg zurück in die nationale Spitze: Der FC Schalke 04 bemühte sich auf seiner Mitgliederversammlung am Sonntag in der Gelsenkirchener Veltins-Arena nach der desaströsen Saison um positive Aufbruchsstimmung. Christian Heidel musste sich nach seinem Premierenjahr als Sportvorstand wegen des inzwischen korrigierten Fehlgriffs mit Trainer Markus Weinzierl und einigen umstrittenen Neuverpflichtungen Kritik aus dem Fanlager anhören, doch zwei Millionen-Deals retteten die Stimmung beim Fußball-Bundesligisten. 

Ab 2018 in Umbro

Stolz präsentierte Marketing-Vorstand Alexander Jobst zwei neue Verträge, die dem Klub mehr wirtschaftliche Sicherheit und Stabilität in den kommenden Jahren garantieren. Nachdem die jahrzehntelange Zusammenarbeit (seit 1963) mit adidas zum 30. Juni 2018 beendet wurde, steigt der britische Bekleidungs- und Sportartikelhersteller Umbro von der Saison 2018/2019 an beim Revierklub ein. Umbro gehört seit 2012 zum US-Unternehmen Iconix Brand Group und war zuvor fünf Jahre lang Teil des Sportartikel-Giganten Nike. 

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Dem Vernehmen nach zahlt Umbro den Königsblauen sechs Millionen Euro jährlich, der Vertrag gilt für fünf Jahre bis 2023. „Es ist ein sehr guter Vertrag. Aber alle öffentlich genannten Zahlen stimmen nicht“, sagte Jobst, der eine weitere positive Nachricht hatte. Die Kooperation mit der Sauerländer Brauerei Veltins als Namensgeber der Arena wurde vorzeitig um weitere zehn Jahre bis 2027 verlängert. 

Gute Nachrichten von Embolo

Heidel konnte gut einer Woche vor dem Trainingsstart noch keinen echten Neuzugang präsentieren. Immerhin kann der neue Coach aber mit Breel Embolo planen. Der 20 Jahre alte Schweizer Angreifer kündigte an, dass seine „Leidenszeit langsam vorbei“ sei. „Ich freue mich, dass ich wieder mit der Mannschaft auf dem Platz stehen kann“, sagte Embolo, der sich vor acht Monaten beim Spiel in Augsburg schwer am Sprunggelenk verletzt und den Rest der Saison verpasst hatte. Und Heidel stellte abermals klar, dass der umworbene Nationalspieler Leon Goretzka in der nächsten Spielzeit das blau-weiße Trikot trägt. „Ich freue mich, dass wir mit Breel und auch mit Leon in eine spannende Saison gehen.“ 

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Bilder der Mitgliederversammlung auf Schalke

Bilder der Mitgliederversammlung auf Schalke.
25.06.2017
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Bilder der Schalker Mitgliederversammlung.© Foto: dpa
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Das Team von Tedesco trifft sich am 1. Juli zu medizinischen Tests und Leistungsdiagnostik. Das erste Training mit dem gepriesenen Jung-Trainer ist für den 3. Juli (10.30 Uhr) geplant. Tedesco appellierte an die Fans, das Team weiter nach Kräften zu unterstützen. „Wir werden euch brauchen, egal wo wir spielen!“ sagte der 31 Jahre alte Coach, der von den mehreren Tausend Mitgliedern mit herzlichem Applaus empfangen wurde. Der Weinzierl-Nachfolger versprach, dass man sich „nicht abschotten“ werde. „Das sollen andere Vereine machen. Bei uns ist jeder eingeladen zu schauen, wie wir arbeiten.“ 

Erklärung von Heidel

Heidel erläuterte den Mitgliedern, warum er sich in der Trainerfrage nach nur einem Jahr zur Kurskorrektur genötigt sah und warum er Tedesco die Herkules-Aufgabe zutraut. Der Trainer bekleide nun mal die „wichtigste Position im Verein“, so Heidel. „Wir waren nicht der einzige Klub, der Tedesco wollte, aber der schnellste.“ 

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Nach detaillierter Saisonanalyse und Gesprächen mit Weinzierl hätten ihn „Fazit und Pläne“ nicht überzeugt. „Wir sind zurecht Zehnter in der Bundesliga geworden, wir waren überall nur Mittelmaß. Es gab keine positive Entwicklung in der Saison“, sagte der Manager. Der 54-Jährige übernahm die Verantwortung für die „Schrottsaison“, konnte aber die Hoffnung auf bessere Zeiten wecken. Auch der diesmal angenehm zurückhaltende Aufsichtsratschef Clemens Tönnies ist überzeugt, dass es bald wieder nach oben geht: „Ich lasse es auch weiterhin nicht zu, dass Schalke durch mangelnde Leistung, von wem auch immer, seine Ziele verfehlt.“ 

Von dpa