Schalke gegen Hoffenheim ist auch das Duell zweier Trainer-Generationen

Schalke 04

Gelingt Schalke im Abstiegskampf ein Befreiungsschlag oder geht das Zittern weiter? Trainer Huub Stevens gibt sich vor dem Heimspiel gegen 1899 Hoffenheim (Sa. 20.30 Uhr) zuversichtlich.

Gelsenkirchen

, 18.04.2019, 19:05 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schalke gegen Hoffenheim ist auch das Duell zweier Trainer-Generationen

Julian Nagelsmann wurde in Hoffenheim der Nachfolger von Huub Stevens auf der Trainerbank. © dpa

Was soll er auch anderes sagen, als Sätze wie diese: „Bisher waren wir nicht so erfolgreich gegen Mannschaften aus der oberen Tabellenhälfte. Es wird Zeit zu zeigen, dass wir da unten nicht hingehören“. Da unten heißt bekanntlich Platz 15, einer Tabellenregion, mit der Schalke in den vergangenen Jahren nie in Berührung kam. Deshalb muss Stevens Optimismus und Gelassenheit ausstrahlen, damit seine Mannschaft im Vorfeld dieses wichtigen Heimspiels nicht noch mehr verunsichert wird.

Allerdings machte der 65-Jährige keinen Hehl daraus, dass er nach dem enttäuschenden Auftritt in Nürnberg einige Tage brauchte, um das Gesehene zu verdauen. Doch in den Trainingseinheiten in dieser Woche nahm Stevens „positive Signale“ von seinen Spielern wahr.

Appell an die eigenen Fans

Damit gegen Hoffenheim der angestrebte Sieg gelingt, appelliert der Schalker Trainer an die eigenen Anhänger. „Ich habe jedes Verständnis für die Fans, die in Nürnberg enttäuscht waren. Aber klar nimmt die Spieler das auch ein paar Tage mit, wenn die Fans so reagieren. Dann geht es darum, das aus den Köpfen zu kriegen und mit den Fans wieder ein gutes Spiel abzuliefern – mit den Tugenden, die immer gefragt sind und die ich schon immer betone“.

Unabhängig von der Bedeutung der Partie, Hoffenheim hat gute Chancen, sich mindestens für die Europa League zu qualifizieren, ist es auch ein Duell der Trainer-Generationen. Der sehr erfahrene Huub Stevens auf der einen Seite, der seine Trainer-Karriere schon beendet hatte, trifft auf Julian Nagelsmann, der als ein „Wunderkind“ der Branche gilt und in der nächsten Saison RB Leipzig trainieren wird.

Nagelsmann schaffte den Klassenerhalt

Nagelsmann war auch der Nachfolger von Stevens als Coach in Hoffenheim, als der Routinier wegen Herzrhythmusstörungen sich vorzeitig aus dem Kraichgau verabschiedete.

2015 war der Coach des Schalker UEFA-Pokal-Siegers von 1997 als „Feuerwehrmann“ in Hoffenheim gelandet. Der Routinier sollte die TSG vor dem Abstieg bewahren. Doch die Mannschaft war mit dem „Knurrer von Kerkrade“ teilweise schlecht zurecht gekommen, sportlich lief es vor dem gesundheitlich bedingten Aus nicht: Stevens gewann lediglich eines von zehn Spielen und holte acht Punkte. Als Tabellenvorletzter übergab er das Team an Nagelsmann, der damals erst 28 Jahr alt war, aber mit Hoffenheim noch souverän den Klassenerhalt schaffte.

Hecking ein „heißer“ Trainer-Kandidat?

Der extrem ehrgeizige Nagelsmann will sich nun mit dem größtmöglichen Erfolg aus Hoffenheim verabschieden. „Ich glaube, dass wir gut daran tun, 15 Punkte holen zu wollen“, sagte der 31-Jährige vor den restlichen fünf Spielen. Trotz der aktuellen Tabellenkonstellation sieht er sein Team keineswegs als Favoriten. „Wir haben uns auf den Gegner so vorbereitet, als ob er die letzten 25 Spiele alle gewonnen hätte,“ so Nagelsmann.

Wer in der nächsten Saison den FC Schalke 04 betreut, ist weiterhin offen. Der „Kicker“ brachte jetzt Gladbachs Trainer Dieter Hecking als „heißen Kandidaten“ ins Gespräch. Der 54-Jährige verlässt den fünffachen Deutscher Meister am Saisonende. Hecking wollte die Gerüchte gestern nicht kommentieren: „An den Spekulationen zu meiner Person werde ich mich nicht beteiligen.“

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