Schalke hat im Tor ein Luxus-Problem

Fünf Keeper

Alle Personalfragen werden beim FC Schalke 04 erst dann geklärt, wenn der neue Trainer verpflichtet ist. Das hat Christian Heidel bei seiner Vorstellung als neuer Schalke-Manager betont. Dies bedeutet: Momentan hat Schalke kurioserweise fünf Torhüter unter Vertrag.

GELSENKIRCHEN

21.05.2016, 07:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schalke hat im Tor ein Luxus-Problem

Kehrt zurück aus Spanien: der junge Schalke-Keeper Timon Wellenreuther.

Die unumschränkte Nummer eins Ralf Fährmann blickt auf eine starke Saison zurück, auch wenn sein Herzenswunsch, die Nominierung für die deutsche Nationalmannschaft (noch) nicht in Erfüllung gegangen ist. Seit der 27-jährige von Verletzungen verschont geblieben ist, hat er leistungsmäßig einen weiteren Schritt nach vorn gemacht.

Fährmann fehlt nur eine Minute

Und auch innerhalb der Mannschaft hat das Wort des gebürtigen Chemnitzers mehr und mehr an Gewicht gewonnen. Fährmann fehlte in der vergangenen Bundesligasaison nur eine Minute, als er beim Saisonfinale in Hoffenheim ausgewechselt wurde.

Alexander Nübel durfte in dieser Partie sein Bundesligadebüt feiern. Wenn sein Name fällt, gerät Fährmann regelmäßig ins Schwärmen. „Er ist das größte Torhüter-Talent, was ich im Training je gesehen habe“, lobt er den 19-Jährigen, der 2015 vom SC Paderborn zu Schalke wechselte. Nübel muss nun abwägen, wie sich seine Karriere weiter gestalten soll. Als Nummer zwei hinter Fährmann auf seine Chance zu warten oder sich ausleihen zu lassen, um Spielpraxis auf höherem Niveau zu sammeln als im Schalker Regionalligateam.

Deprimierende Bilanz für Giefer

Torhüter Nummer drei bleibt das Verletzungspech dagegen treu. Seit Fabian Giefer 2014 zu den Königsblauen wechselte, hat er mehr Zeit bei Ärzten als auf dem Trainingsplatz verbracht. Nur zwei Bundesligaspiele absolvierte Giefer bisher für Schalke – eine deprimierende Bilanz. Fast in der gesamten Rückrunde kämpfte der 26-Jährige mit Adduktorenproblemen, so dass er bis auf wenige Ausnahmen noch nicht einmal am Mannschaftstraining teilnehmen konnte. Das ist besonders bitter für Giefer, der vor seinem Wechsel zu den Blau-Weißen so gut wie nie verletzt war und als Herausforderer von Ralf Fährmann um die Nummer eins im Schalke-Tor galt.

Auf Michael Gspurning war dagegen immer Verlass. Fährmann charakterisiert den österreichischen Routinier liebevoll als „unser Gute-Laune-Pferd“. Zwar läuft der Vertrag von Gspurning am 30. Juni aus, aber er wurde beim letzten Heimspiel gegen den FC Augsburg entgegen der ursprünglichen Planung nicht verabschiedet. Denn es gibt wohl Überlegungen, dem Routinier einen Anschlussvertrag anzubieten.

Wellenreuther kehrt zurück

Und dann kehrt mit Timon Wellenreuther noch ein Schlussmann aus Mallorca zurück, wohin er zuletzt an den Zweitligisten RCD ausgeliehen war. Dort hat sich Wellenreuther zu einer Stammkraft entwickelt und stand 29 Mal in der Startelf. Die Spanier haben zwar eine Kaufoption, aber ob sie diese ziehen, ist ungewiss.

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Somit haben die Königsblauen aktuell fünf Torhüter im Kader – diesen Luxus wird sich der Bundesligist jedoch bis zum Saisonstart wohl kaum erlauben. Christian Heidel machte schon deutlich, dass gerade bei jungen Talenten wie Nübel Spielpraxis das A und O sei. Deshalb darf man gespannt sein, wie sich die Torhüter-Hierarchie hinter Fährmann bis zum ersten Pflichtspiel entwickeln wird.