Schalke ist zurzeit unaufhaltsam - Trio imponiert

Mannschaft der Stunde

Von Krise ist keine Rede mehr: Der FC Schalke 04 ist nach zwölf ungeschlagenen Pflichtspielen in Serie so etwas wie die Mannschaft der Stunde in der Fußball-Bundesliga. Ein Trio imponiert dank starker Leistungen zurzeit besonders. Auch Spitzenreiter Leipzig soll Schalkes neue Stärke nun zu spüren bekommen.

GELSENKIRCHEN

29.11.2016, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schalke ist zurzeit unaufhaltsam - Trio imponiert

Alessandro Schöpf (M.) und Sead Kolasinac (r.) gehören auf Schalke im Moment zu den Leistungsträgern.

„Weiter, immer weiter.“ An diesen Spruch von Oliver Kahn fühlte man sich nach dem Schalker 3:1-Erfolg gegen Darmstadt 98 erinnert. Denn Trainer Markus Weinzierl hielt sich nicht lange mit der Analyse der nächsten drei Punkte für die Königsblauen auf, sondern richtete den Blick schnell nach vorn.

Mit Selbstvertrauen nach Leipzig

„Wir werden dort genauso spielen wie zuletzt. In den vergangenen Auswärtsspielen haben wir immer gut ausgesehen. Da waren wir kompakt und zweikampfstark. Wir fahren mit Selbstvertrauen nach Leipzig und freuen uns sehr auf dieses Spitzenspiel,“ sagte der 41-Jährige.

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Spitzenspiel? Vor wenigen Wochen wäre diese Charakterisierung undenkbar gewesen. Doch Aufsteiger Leipzig ist sensationeller Tabellenführer und Schalke so etwas wie die Mannschaft der Stunde in der Bundesliga. Der Sieg gegen Darmstadt bedeutete wettbewerbsübergreifend das zwölfte Pflichtspiel in Folge ohne Niederlage. Der eigene Vereinsrekord ist gar nicht mehr weit entfernt. Von April bis September 1977 blieben die Blau-Weißen unter Trainer Friedel Rausch 17 Spiele in Serie ungeschlagen.

Moral bewiesen, Spiel gedreht

Gegen Darmstadt bewies Schalke eine neue Qualität. Erstmals seit dem 2. März 2016 (3:2-Erfolg gegen den Hamburger SV) drehte die Mannschaft in der Bundesliga einen Rückstand. „Wir haben Moral bewiesen. Das ist unser Charakter und bezeichnend für diese Saison“, jubelte Torschütze Eric Maxim Choupo-Moting. Der Lohn: Schalke verbesserte sich innerhalb weniger Wochen vom 18. auf den achten Tabellenplatz. Vom kapitalen Saisonfehlstart mit fünf Niederlagen in Folge spricht niemand mehr, sondern das Selbstvertrauen der Mannschaft wächst mit jedem Erfolg.

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„Sicherlich war das Spiel gegen Mönchengladbach eine Art Befreiung. Da haben wir erstmalig gemerkt, dass die Automatismen greifen. Das hat Selbstbewusstsein gegeben und die Mannschaft hat immer besser verstanden, was Markus Weinzierl möchte“, bilanzierte Manager Christian Heidel.

Kolasinac betreibt Eigenwerbung

Eine Erfolgskomponente des Schalker Spiels ist die Vielzahl der Torschützen. Gegen Darmstadt freute sich Kolasinac über sein erstes Bundesligator in dieser Saison, womit er beste Eigenwerbung für einen neuen Vertrag betrieb. „Zurzeit spricht nichts gegen Schalke“, sagte der Bosnier mit einem Lächeln, als er auf eine Vertragsverlängerung angesprochen wurde.

Gut tut Schalke auch die Leistungsentwicklung von Matija Nastasic und Alessandro Schöpf. Nastasic hat sich nach seiner schweren Achillessehnenverletzung zurück ins Team gekämpft und besticht durch seine unaufgeregte Spielweise und seine Übersicht. Mit einer Zweikampfquote von 90,9 Prozent war er so stark wie kein anderer Bundesligaspieler am zwölften Spieltag.

"Marathonmann" Schöpf

Schöpf entwickelt sich derweil zum „Marathonmann“ mit Torinstinkt. Gegen Darmstadt lief der österreichische Nationalspieler so viel (13,2 Kilometer) wie kein anderer Bundesligaspieler am Wochenende und erzielte bereits sein drittes Bundesligator in dieser Saison.

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Jetzt soll Spitzenreiter Leipzig die Schalker Stärke zu spüren bekommen. „Dieses Spiel wird brutal schwer, aber wir haben die Aufgabe, die momentan bislang noch keiner erfüllen konnte, nämlich Leipzig zu schlagen. Das wird eine richtig große Herausforderung“, sagte Heidel. Ganz getreu dem Motto von Kahn: „Weiter, immer weiter.“