Schalke kämpft nach dem Remis in Augsburg an zwei Fronten

Schalke 04

Nicht nur sportlich läuft es für Schalke 04 in der Bundesliga nicht rund. Jetzt droht auch noch die Stimmung bei den eigenen Fans zu kippen. Dafür gibt es mehrere Gründe.

Gelsenkirchen

, 16.12.2018 / Lesedauer: 3 min
Schalke kämpft nach dem Remis in Augsburg an zwei Fronten

Für Haji Wright (l.) gab es gegen die Schalker Abwehr kaum ein Durchkommen. © dpa

Den Halbzeitpfiff in der Augsburger WWK Arena bekam Domenico Tedesco gar nicht mehr mit. Wutentbrannt war der Schalker Trainer schon zuvor in den Katakomben verschwunden, weil seine Mannschaft in der ersten Halbzeit in Augsburg ein Trauerspiel aufführte, das den 33-Jährigen auch nach Spielschluss noch verärgerte.

Zwar hatte seine Mannschaft dank einer Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit durch ein Tor von Daniel Caligiuri (53.) wenigstens noch ein 1:1 erzielt, „aber deshalb werde ich keine Freudensprünge machen. Augsburg hat uns in der ersten Halbzeit aufgefressen“, musste Tedesco zähneknirschend einräumen.

„Wir wollen euch kämpfen sehen“

Die Königsblauen konnten froh sein, dass es in dieser Phase nur bei einem Gegentor von Michael Gregoritsch (13.) blieb. In der Abwehr schläfrig – beim 0:1 patzte sogar Torhüter Ralf Fährmann –, im Mittelfeld ohne Ideen und im Angriff ohne Durchschlagskraft. Die Königsblauen präsentierten sich in Augsburg in den ersten 45 Minuten in einem so bedenklichen Zustand, dass die eigenen Anhänger gleich dreimal während des ersten Durchgangs „Wir wollen euch kämpfen sehen“ skandierten.

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Das sind in einem so emotionalen Klub wie Schalke 04 bedenkliche Alarmsignale, die deutlich machen, dass die Fans mit ihrer Geduld am Ende sind. Zwar ist die Verletztenmisere im Angriff nicht von der Hand zu weisen, aber der „zweite Anzug“ mit Cedric Teuchert, Steven Skrzybski und Haji Wright zeigte überdeutlich, dass dieses Trio (noch) kein Bundesliganiveau besitzt.

Zweite Halbzeit stimmt etwas versöhnlich

„Inzwischen merkt man, dass uns vorne brutale Qualität fehlt“, sagte Sportvorstand Christian Heidel, aber in diesem Zusammenhang sollte nicht vergessen werden, dass auch die Herren Mark Uth, Guido Burgstaller oder Breel Embolo in dieser Saison mit Toren geizten.

Etwas versöhnlich stimmte, dass die Gäste in Durchgang zwei mit mehr Leidenschaft zu Werke gingen und in der Schlussphase dem zweiten Tor näher waren als die Augsburger. Doch das Unentschieden nützt letztlich beiden Mannschaften herzlich wenig. Schalke hat es nach 15 Bundesligaspielen nur auf vier Siege gebracht und ganze 16 Treffer markiert. Der Vorsprung auf den Relegationsplatz beträgt magere drei Punkte.


Sebastian Rudy gibt Rätsel auf

Christian Heidel merkte in Augsburg zu Recht an: „Um sich das Glück zu verdienen, hätte man wahrscheinlich auch besser spielen müssen und mehr machen können.“ Aber das taten die Schalker Spieler nur in Halbzeit zwei, die Sebastian Rudy jedoch schon auf der Bank erlebte. Nur 45 Minuten lang durfte der Königstransfer in Augsburg mitwirken, dann hatte Tedesco genug gesehen und wechselte den Nationalspieler aus, der vielen S04-Fans mehr und mehr Rätsel aufgibt.

Schalke kämpft nach dem Remis in Augsburg an zwei Fronten

Lieferte erneut ein schwaches Spiel ab: Sebastian Rudy. © imago

Die Schuld an der sportlichen Misere allein an Rudy festzumachen, wäre jedoch unfair. Schalke muss in der Winterpause alles auf den Prüfstand stellen.