Schalke nach dem Pokalaus gegen Bayern: Zwischen Frust und Zuversicht

Schalke 04

Nach dem Pokal-Aus gegen die Bayern werden Schalkes Probleme immer größer. Die neueste Hiobsbotschaft betrifft Ozan Kabak.

Gelsenkirchen

, 04.03.2020, 16:40 Uhr / Lesedauer: 2 min
Hat sich in die Schalker Mannschaft zurückgekämpft: Guido Burgstaller (l.).

Hat sich in die Schalker Mannschaft zurückgekämpft: Guido Burgstaller (l.). © dpa

Weil er wegen einer Schulterverletzung dem FC Arsenal momentan nicht helfen kann, nutzte Sead Kolasinac die Gunst der Stunde und sah sich das Pokal-Viertelfinale zwischen Schalke und Bayern live in der Veltins-Arena an. Danach machte sich der frühere Schalker Spieler auf den Weg in die Kabine der Königsblauen und betätigte sich als Mutmacher.


Tröstenden Zuspruch konnten Nastasic und Co. gut gebrauchen, denn mit dem Aus im DFB-Pokal hat Schalke jetzt nur noch in der Bundesliga die Chance, die Rückkehr auf die internationale Fußball-Bühne zu schaffen. David Wagner sah zwar eine stark verbesserte Mannschaft, die alle ihre kämpferischen Tugenden in die Waagschale warf, aber der Schalker Trainer musste letztlich eingestehen, „dass der Sieg der Bayern verdient war, weil sie mehr Ballbesitz und auch mehr Torabschlüsse hatten“. Die Aussagen der Schalker Spieler pendelten zwischen Frust und Zuversicht.

Burgstaller ein Gewinner

Zwei Gewinner im Schalker Team gab es trotz der Pokalniederlage. Zum einen Torhüter Markus Schubert, dem Wagner eine fehlerfreie Leistung attestierte und der Schalkes Nummer eins für den Rest der Saison bleibt. Drei Gründe führte der Schalker Coach für den Torwartwechsel an. „ Wir hatten eine Alternative dadurch, dass Schubi wieder im Training war. Hinzu kam, dass die Leistungen von Alex Nübel in den letzten Spielen nicht so waren, dass du ein gutes Gefühl hattest.“ Und drittens habe ihm Nübels ablösefreier Sommer-Wechsel zum FC Bayern „mit den ganzen Nebengeräuschen nicht das Gefühl gegeben, dass er sein Potenzial auf den Platz bringen kann“.

Für Nübel ist die Degradierung ein weiterer Nackenschlag in seiner Karriere. In der Winterpause hatte er bereits die Kapitänsbinde verloren, nun muss er – sollte nicht Unerwartetes passieren – bis zum Saisonende auf der Ersatzbank sitzen. Wagner erwartet von Nübel, dass er jetzt den jungen Markus Schubert „genauso super unterstützt, wie Ralf Fährmann, das damals bei ihm gemacht hat.“ Fährmann steht übrigens vor einer dreimonatigen Ausleihe zum norwegischen Klub SK Brann, weil er bei Norwich City kaum zum Einsatz kam. Im Sommer soll er dann wie geplant zu Schalke zurückkehren.



Fährmann will Norwich vorzeitig verlassen


Dort wird er Guido Burgstaller wiedersehen, den Gewinner Nummer zwei vom Dienstag, der erstmals seit Dezember 2019 wieder in der Schalker Startelf stand. Zwar blieb dem Österreicher das Abschlusspech bei zwei Großchancen treu, aber er kämpfte nicht nur wie in seinen besten Zeiten, sondern trieb die Mitspieler an.



Womöglich hat die Kapitänsbinde, die Burgstaller tragen durfte, dem Mittelstürmer zusätzliche Motivation verliehen. Dass er sie tragen durfte, warf aber auch ein bezeichnendes Bild auf die Schalker Krankenliste. „Burgi ist der einzige Spieler aus dem Mannschaftsrat, der noch gesund ist“, führte Wagner mit einem gequälten Lächeln an. Der 48-Jährige rechnet auch nicht damit, dass von den verletzten Spielern jemand im Heimspiel gegen 1899 Hoffenheim zurückkehren wird.

Seit 387 Minuten ohne Torerfolg


Im Gegenteil, die Sorgen sind eher noch größer geworden. Damit ist weniger gemeint, dass Amine Harit wegen einer Erkältung am Mittwoch beim Training fehlte, sondern das drohende Saisonaus für Ozan Kabak. Wegen der Fraktur mehrerer Lendenwirbel rechnet Schalke mit einer Ausfallzeit des Verteidigers von neun bis zwölf Wochen. Das bedeutet: Kabak wird in dieser Saison wohl kein Spiel mehr machen.


In der entscheidenden Phase der Bundesliga besteht die Gefahr, dass die Personalprobleme Schalke zurückwerfen könnten. Schon gegen die Bayern musste Wagner mit Malick Thiaw einen A-Jugendlichen ohne jede Profierfahrung in sein Aufgebot nehmen.

Ein Schalker Kardinalproblem bleibt die Torarmut. Seit 387 Minuten haben Raman und Co. mittlerweile in einem Pflichtspiel nicht mehr getroffen. Gegen Hoffenheim soll der Torknoten platzen.

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