Schalke-Rückkehrer Sebastian Rudy will „alle Rucksäcke ablegen“

Schalke 04

Seit seiner Rückkehr zum FC Schalke 04 hatte Sebastian Rudy sich öffentlich nicht geäußert. Am Mittwoch brach der Nationalspieler sein Schweigen.

Gelsenkirchen

, 09.09.2020, 17:25 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schalke-Rückkehrer Sebastian Rudy will „alle Rucksäcke ablegen“

© picture alliance/dpa

In einer virtuellen Medienrunde sprach der 30-Jährige ausführlich über seine neue Rolle in der Mannschaft und seine persönlichen Ziele. Rudy war im August 2018 zum FC Schalke 04 gewechselt, wo er jedoch hinter den Erwartungen zurückblieb.

Im Sommer 2019 kehrte er auf Leihbasis zu seinem früheren Klub 1899 Hoffenheim zurück, wo er sich direkt zu einem Führungsspieler entwickelte. Nun will er auf Schalke beweisen, dass er mehr kann als bisher gezeigt, nachdem Hoffenheim seine Kaufoption nicht gezogen hatte.

Was haben Sie sich sozusagen für Ihren zweiten Anlauf auf Schalke vorgenommen?

Ich will die zweite Chance nutzen und blicke nicht mehr zurück, sondern nur nach vorn. Nur so kann es funktionieren. Ich gehe positiv an die neue Herausforderung heran. Aktuell habe ich das Gefühl, dass ich gut herein gefunden habe.

Auf Schalke lief es nicht nach Wunsch in ihrem ersten Jahr, in Hoffenheim dagegen umso besser.

So ist Fußball. Jetzt geht es darum, alle Rucksäcke abzulegen. Wir beginnen allesamt bei Null und wollen nach einer intensiven Vorbereitung nun das Beste aus der nächsten Saison machen. Das ist unser Ziel.

Dabei hat Trainer David Wagner Sie als Rechtsverteidiger vorgesehen.

Das ist für mich kein Problem. Jeder weiß, dass ich zwar im Mittelfeld am liebsten spiele, aber wenn ich woanders gebraucht werde, dann bin ich eben auf einer anderen Position für die Mannschaft aktiv. Entscheidend ist für mich, dass man als Spieler während einer Saison nicht hin- und hergeschoben wird. Dann wird es aus meiner Sicht schwierig, sich mit einer neuen Position anzufreunden. Deshalb ist es für mich wichtig, in jedem Training und jedem Spiel die gleiche Position zu bekleiden. So entwickeln sich am besten die Automatismen für das eigene Spiel.

Sie gelten aber nicht gerade als zweikampfstark...

Ich bin keiner, der 100 Mal pro Spiel die Linie rauf und runter rennt. Das stimmt. Aber es gibt auch andere Qualitäten, die als Verteidiger wichtig sind. Ich interpretiere die Rolle anders und kann vieles mit Auge und Übersicht regeln. Und wenn man es richtig kommuniziert, freut man sich auch darauf. Da habe ich mit dem Trainer gute Gespräche geführt. Ich gehe es positiv an und werde versuchen, es mit meinen Fähigkeiten spielerisch zu lösen.

Einige Leihspieler sind jetzt die Schalker Hoffnungsträger.

Das ist kein Problem. Klar haben wir im Mannschaftskreis mal darüber geredet. Aber wir alle sind zu dem Entschluss gekommen, dass es nur noch nach vorne geht. Wir haben viel Qualität in der Mannschaft. Jetzt müssen wir es aber auch beweisen.

Welchen Eindruck haben Sie nach ihrer Rückkehr von der Schalker Mannschaft?

„Wenn man 16 Spiele hintereinander nicht gewinnt, wird viel geredet. Das ist doch klar und das zieht die Mannschaft ein Stück weit runter. Wir müssen jetzt beweisen, dass wir gute Spieler haben und eine gute Mannschaft sind, und das liegt ganz allein an uns. Ich hoffe natürlich, dass wir nicht gegen den Abstieg spielen. Es geht erst einmal darum, wieder Spiele zu gewinnen.

Wie bewerten Sie die Vorbereitung?

Klar, das eine oder andere Ergebnis war nicht optimal. Aber wir wissen, worauf wir im Training hingearbeitet haben. Wir haben gute Grundlagen gelegt und sind auf einem sehr guten Fitnessniveau.

Der FC Bayern, Schalkes erster Bundesligagegner, beginnt erst am Freitag mit dem Teamtraining. Ein Vorteil für Königsblau?

Darauf sollten wir nicht spekulieren, denn die Bayern haben so viel Qualität in ihrem Kader. Es wird keine Rolle spielen.

Aber der Saisonstart hätte aus Schalker Sicht doch nicht gerade mit dem FC Bayern beginnen müssen, oder?

So schlimm finde ich das gar nicht. Da müssen wir von der ersten Minute an hellwach sein, weil uns alles abverlangt werden wird.

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