Schalke-Torhüter Nübel darf sich noch länger Zeit lassen

Schalke 04

Wie sehen die Zukunftspläne von Schalke-Schlussmann Alexander Nübel aus? Der 22-Jährige hat noch keine Entscheidung gefällt und darf sich noch länger Zeit lassen.

Gelsenkirchen

, 07.08.2019, 15:16 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schalke-Torhüter Nübel darf sich noch länger Zeit lassen

Torwart Alexander Nübel (l.) weckt bei mehreren Klubs Begehrlichkeiten. © dpa

Die Entscheidung von Trainer David Wagner, Alexander Nübel zum Kapitän zu befördert, hat viele Fans überrascht. Auch der junge Torhüter hatte mit dieser Entscheidung nicht unbedingt gerechnet, wie er am Mittwoch zugab.



„Das war auch für mich etwas unerwartet. David Wagner hat es mir am vergangenen Donnerstag im Trainingslager in Mittersill mitgeteilt. Ich brauchte nicht lange zu überlegen und habe mich sehr gefreut“, erzählte der junge Schlussmann, der nach nur 20 Bundesligaspielen nun noch mehr Verantwortung als Schalker Kapitän trägt.



Keine Angst vor neuer Verantwortung


Davor hat der 22-Jährige jedoch keine Angst. Er will an der neuen Verantwortung wachsen und sieht sich für die neue Aufgabe gut aufgestellt, „weil ich Dinge gut beurteilen kann und ruhig meine Entscheidungen fälle“.



Die Entscheidung, ob der gebürtige Paderborner auch nach der Saison 2020/2021 für die Königsblauen spielen wird, ist indessen vertragt worden. Zunächst hatte Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider von Nübel gefordert, seine Zukunftspläne bis zum Ende der Vorbereitungszeit offen zu legen. Das ist mittlerweile Makulatur. Nübel darf sich noch länger Zeit lassen. „Ich bin Jochen Schneider sehr dankbar, dass er mir kein Ultimatum setzt“, so Nübel.



Schneider sieht kein Torhüterproblem

Ein Torwartproblem würde Schneider aber auch bei einem Wechsel von Nübel nicht erkennen. „Zum 1. Juli 2020 kehrt mit Ralf Fährmann ein absoluter Top-Torhüter zu uns zurück. Zudem haben wir mit Markus Schubert einen jungen, überaus talentierten Keeper in unseren Reihen,“ betonte Schneider. Die Gespräche mit Nübel und dessen Berater seien stets fair, ehrlich und positiv verlaufen.


Ob das große Vertrauen, das Schalke ihm mit der Kapitänsbinde übertragen hat, Einfluss auf seine Zukunftsentscheidung hat, mochte Nübel jedoch nicht bestätigen. Von vielen Aspekten hänge es ab, ob er den Blau-Weißen treu bleibt.

Die Vertragssituation des Torhüters weißt Parallelen mit Leon Goretzka auf. Der Mittelfeldspieler verhandelte auch monatelang mit Schalke um einen neuen Vertrag, ehe er dann ablösefrei zu den Bayern wechselte. Jetzt droht eine Wiederholung, doch Nübel betonte: „Ich sehe keine Ähnlichkeiten, weil ich eine andere Person bin“.


Rückendeckung für Tönnies


Mit der Vorbereitung ist Nübel zufrieden. „Wir haben nach der enttäuschenden Saison jetzt alle wieder die Köpfe frei. Jeder ist mit ganzem Herzen dabei. Wir wollen attraktiven Fußball spielen und die Menschen im Stadion mitnehmen“, sagte Schalkes Nummer eins.



Natürlich hat der Torwart auch die Diskussionen um Clemens Tönnies und die Entscheidung des Ehrenrates verfolgt. Er habe ein gutes Verhältnis zum Schalke-Boss. „Als ich gegen Mönchengladbach die Rote Karte gesehen habe, war er der Erste, der in die Kabine war und auf mich gewartet hatte. Das hat mich ein Stück weit berührt“.

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