Schalke-Trainer David Wagner erwartet defensive Hertha

Schalke 04

Nach zwei überzeugenden Auftritten im DFB-Pokal will Schalke 04 seine Erfolgsbilanz auch gegen Hertha BSC (20.45 Uhr/Sky) fortsetzen. Der Einsatz einer Stammkraft ist jedoch fraglich.

Gelsenkirchen

, 03.02.2020, 18:59 Uhr / Lesedauer: 3 min
Schalke-Trainer David Wagner erwartet defensive Hertha

Und wieder traf Schalke: In Pokalrunde zwei gab es einen 3:2-Erfolg in Bielefeld. © dpa

Rund 50.000 Karten sind für dieses Achtelfinalspiel in der Veltins-Arena bereits verkauft worden. Schalke hatte am vergangenen Freitag beim 0:0 in Berlin zwar nicht gerade atemberaubende Eigenwerbung für diese Partie betrieben, doch der DFB-Pokal ist ein anderer Wettbewerb, und David Wagner hatte auch positive Sachen gesehen. „Es gab genügend Dinge, die wir am Freitagabend gut gemacht haben. Berlin hat nicht einmal aufs Tor geschossen, wir haben das defensiv sehr ordentlich gemacht, das wollen wir am Dienstag bestätigen“, so der Schalker Coach.


Wagner ließ zudem zwischen den Zeilen durchblicken, dass er die Interpretation des Bundesligaspiels durch Hertha-Trainer Jürgen Klinsmann für ziemlich eigenwillig hielt. Der frühere Bundestrainer hatte nach dem Spiel sinngemäß behauptet, dass sein Team besser im Spiel gewesen sei. „Mein Frau sagt in solchen Situationen immer: Was juckt es die Eiche, wenn die Sau sich an ihr reibt?“, meinte Wagner, dem es eigentlich von seinem Naturell widerstrebt, lange zurückzuschauen. Doch ein bisschen genervt schien er von der Analyse seines Trainerkollegen schon zu sein.


Einsatz von Serdar fraglich


Deshalb verwunderte es auch nicht, dass Wagner auch im heutigen Pokalspiel eine defensiv eingestellte Berliner Mannschaft erwartet. „Ich gehe nicht davon aus, dass sie von ihrem Weg abweichen werden. Der ist schon sehr pragmatisch. Aber auf ihre Art und Weise waren sie damit bislang erfolgreich, wenn man so will,“ stichelte der Schalker Coach noch ein bisschen in Richtung von Jürgen Klinsmann.

Ob Wagner mit Suat Serdar planen kann, entscheidet sich wohl erst am Spieltag. Der torgefährliche Mittelfeldspieler, der in dieser Saison bereits sieben Treffer in der laufenden Bundesligasaison erzielte, laboriert an einer schmerzhaften Sprunggelenksprellung.



Bis auf die Langzeitverletzten Salif Sané und Benjamin Stambouli sowie den im Aufbautraining befindlichen Torwart Markus Schubert (Patellasehnenreizung) hat Wagner alle Mann an Bord. „Es ist gut, dass wir sehr viele Spieler in einer guten körperlichen Verfassung haben. Wir werden sehen, ob wir rotieren werden“, ließ der 48-Jährige seine Personalpläne im dunkeln.



Klinsmann vertraut Piatek


Festgelegt hat sich schon Jürgen Klinsmann, was seinem neuen Stürmer Krzysztof Piatek betrifft, denn er stellte ihm auf Schalke seinen ersten Startelfeinsatz in Aussicht. Auf die Frage, ob der Neuzugang vom AC Mailand erstmals von Beginn an stürmen werde, sagte Klinsmann: „Davon gehe ich mal aus.“

Klinsmann bezeichnete Piatek als wichtigen Spieler, „weil er Bälle festmacht und in der Abwehr des Gegners Unruhe stiftet.“ Der Pole, der für 23 Millionen Euro vom AC Mailand an die Spree wechselte, sei „hungrig“ und dadurch ein Vorbild für die jungen Hertha-Profis. „Warum ist ein Messi ein Messi, warum ist ein Ronaldo ein Ronaldo? Weil sie mehr arbeiten“, erklärte Klinsmann.



Hertha übt Elfmeter


Der Pokalwettbewerb sei für Hertha wichtig. „Die Sehnsucht, im eigenen Stadion das Finale zu erreichen, kann ich nachvollziehen“, meinte der Hertha-Coach. Nichts wäre schöner, als am Dienstag im zweiten Duell gegen Schalke innerhalb von vier Tagen einen Schritt dorthin zu machen. „Wir geben ihnen einen richtigen Fight. Wie hat David Wagner gesagt: Ein bisschen ekelig wird es schon.“



Vor dem Pokalduell auf Schalke ließ Klinsmann im Gegensatz zu Wagner sogar Elfmeter trainieren. Der Hertha-Trainer will für alle Fälle gewappnet sein. Doch das gilt auch für die Königsblauen, die zum vierten Mal in Folge das DFB-Pokal-Viertelfinale erreichen wollen. Das würde Schalke nicht nur sportlich, sondern auch finanziell gut zu Gesicht stehen, denn allein für das Erreichen des Viertelfinales gibt es für jeden Klub 1,4 Millionen Euro.


Lukrativer Wettbewerb


Geld, das die Königsblauen gut gebrauchen können, um mit der finanzstarken Konkurrenz wenigstens einigermaßen mithalten zu können. Der letzte Pokalsieg liegt auch schon einige Jahre zurück. 2011 setzten sich die Königsblauen in einem einseitigen Finale mit 5:0 gegen den MSV Duisburg durch. So leicht dürfte es am Dienstag nicht werden.

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