Schalke und seine drei gravierende Schwächen

So reicht es nicht für Europa

Immer dann, wenn sich dem FC Schalke 04 in dieser Saison die Chance bietet, näher an die Europa-League-Plätze zu rücken, versagt die Mannschaft. Wohl auch deshalb war Manager Christian Heidel "sehr enttäuscht" vom Auftritt in Bremen. Drei große Schwächen der Schalker Mannschaft waren nicht zum ersten Mal in dieser Spielzeit unübersehbar.

Gelsenkirchen

06.04.2017, 06:06 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schalke und seine drei gravierende Schwächen

Bilder der Bundesliga-Partie zwischen Werder Bremen und dem FC Schalke 04.

Was nutzte es den Königsblauen, dass sie bei vielen Parametern der Spielstatistik vor Bremen lagen? Nichts. Gerät die Elf von Trainer Markus Weinzierl in Rückstand, ist das in dieser Spielzeit meistens der Anfang vom Ende. Drei Schwächen fallen immer wieder auf:

 

Fehlende Durchschlagskraft im Angriff: Dass mit Nabil Bentaleb und Alessandro Schöpf zwei Mittelfeldspieler mit je fünf Treffern die Schalker Torschützenliste in der Bundesliga anführen, spricht Bände. Schalke fehlt ein Torjäger, weil Klaas-Jan Huntelaar und Franco Di Santo lange verletzt waren, Breel Embolo noch immer großes Verletzungspech hat und von Guido Burgstaller nicht erwartet werden kann, dass er nach dem Wechsel von Zweitligist Nürnberg nach Gelsenkirchen sofort konstant gute Leistungen bringt.

In Bremen wirkte der Österreicher müde. Kein Wunder, denn der 27-Jährige ist die Vielzahl der Spiele nicht gewohnt. Ganze drei Schalker Schüsse kamen am Dienstagabend auf das Werder-Tor, so dass auch Heidel einräumen musste: „Wir haben uns zu wenig klare Chancen herausgespielt. Und ohne Tore wird es schwierig.“

 

Keine Kreativität im Mittelfeld: Wenn Bentaleb wie in Bremen nicht zur Verfügung steht, sind Spielwitz und Überraschungseffekte im Schalker Spiel eine Seltenheit. Max Meyer nutzte die nächste Chance nicht, sich auf der „Zehn“ zu profilieren. Der junge Nationalspieler hat in dieser Saison leistungsmäßig einen Schritt zurück gemacht. Noch bedenklicher war der Auftritt von Benjamin Stambouli im Mittelfeld. Warum Schalke 8,5 Millionen Euro für den Franzosen ausgegeben hat, bleibt ein Rätsel. Nicht nur, das der 26-Jährige den dritten Bremer Treffer wesentlich mit verschuldete. Stambouli wirkt mit dem Tempo in der Bundesliga kolossal überfordert. Was übrigens für viele Schalker Spieler gilt. Handlungsschnelligkeit gehört nicht zu den Stärken von Benedikt Höwedes und Co.

 

Zu wenige Führungspersönlichkeiten: Höwedes ist zwar der unumstrittene Kapitän, dessen Wort in der Kabine Gewicht hat. Aber das ist für eine Mannschaft, deren Selbstverständnis immer noch davon geprägt ist, ein Spitzenteam zu sein, zu wenig. Niemand brachte in Bremen Ruhe in die immer hektischer werdenden Aktionen in der zweiten Halbzeit.

Individuelles Training für #Naldo am Mittwochvormittag. ? #S04pic.twitter.com/IfBp5z9g4S

— FC Schalke 04 (@s04)

Dass die Königsblauen rein rechnerisch immer noch die Chance haben, Platz sechs oder sieben zu erreichen, mutet fast schon absurd an angesichts von nur 34 Punkten nach 27 Spieltagen. „Wir sollten jetzt nicht den Kopf verlieren. Wir hatten gute letzte Wochen, haben in Bremen aber einen Rückschlag erlitten“, erklärte Höwedes.

Doch gerade die fehlende Konstanz, die zuletzt Leon Goretzka öffentlich beklagt hatte, könnte Schalke im Kampf um einen internationalen Startplatz zum Verhängnis werden. „Die Liga ist verrückt“, sagte Heidel angesichts der knappen Punktabstände. Noch kann Schalke seine Bundesligasaison retten, aber der Glaube daran schwindet nach Auftritten wie in Bremen immer mehr. Und es bleiben nur noch sieben Spiele Zeit.