Schalke vor dem Pflichtspielstart: Der Formcheck

Schalke 04

David Wagner sitzt zum ersten Mal in einem Pflichtspiel auf der Schalker Trainerbank. Im Pokalspiel beim SV Drochtersen/Assel sind die Königsblauen klarer Favorit.

Gelsenkirchen

, 09.08.2019 / Lesedauer: 3 min
Schalke vor dem Pflichtspielstart: Der Formcheck

Auf Suat Serdar (l.) hält Schalke-Trainer David Wagner große Stücke. © dpa

Der Boss ist nicht vor Ort: Wenn der FC Schalke 04 im DFB-Pokal beim Regionalligisten SV Drochtersen/Assel sein erstes Pflichtspiel der neuen Saison bestreitet (Sa. 15.30 Uhr/Sky), wird Clemens Tönnies wohl vor dem Fernseher sitzen und den Königsblauen die Daumen drücken.



Nach der Entscheidung, sein Aufsichtsratsmandat drei Monate ruhen zu lassen, hat sich Tönnies vorgenommen, erst einmal die Fußball-Öffentlichkeit zu meiden. Das dürfte dem 63-Jährigen zwar schwer fallen, aber es ist wohl eine sinnvolle Entscheidung. Auch beim Schalke-Tag am Sonntag, der großen Saisoneröffnung, wird Tönnies nicht dabei sein.



Wagner ist ein Fan der Viererkette

Welche Stimmung dort herrschen wird, hängt auch nicht unwesentlich vom Schalker Auftritt in der niedersächsischen Provinz ab. Wie sind die Königsblauen in Form? Unser Formcheck.


Abwehr: Wagner favorisiert in der Defensive die Viererkette. Hier dürfen im ersten Pflichtspiel Jonjoe Kenny, Benjamin Stambouli, Matija Nastasic und Bastian Oczipka zum Einsatz kommen. Denn aktuell hat Wagner in der Defensive nur wenig personelle Alternativen. Neuzugang Ozan Kabak ist nach seiner Fußverletzung erst im Aufbautraining und wird noch einige Zeit benötigen, um zu alter Fitness zu kommen. Nachwuchsspieler Jonas Carls ist verletzt, während Salif Sané wegen seiner Teilnahme am Afrika-Cup erst seit einer Woche im Training ist.

In den ersten Testspielen präsentierte sich die Abwehr noch wenig sattelfest. Selbst gegen Amateurklubs gab es Gegentore. Mittlerweile ist das Defensivverhalten stabiler geworden.


Viel Lob für Suat Serdar

Mittelfeld: Nach der Ausleihe von Sebastian Rudy stehen Spieler wie Omar Mascarell oder Suat Serdar nun noch mehr im Fokus. Besonders von U21-Nationalspieler Suat Serdar ist Trainer David Wagner sehr angetan. „Ich habe ihn als aufgeweckten Jungen kennengelernt. Er ist zwar wegen der U21-Europameisterschaften später in die Vorbereitung eingestiegen, hat aber sehr schnell unsere Spielidee aufgegriffen. Suat hat unserem Spiel bereits phasenweise seinen Stempel aufgedrückt“, lobte der Schalker Trainer den Mittelfeldspieler.



Große Erwartungen werden auch in Weston McKennie gesetzt, der in seine zweite Bundesligasaison mit viel Rückenwind geht. Der US-Boy soll Zug um Zug eine Führungsposition innerhalb der Mannschaft übernehmen.

Im offensiven Mittelfeld scheint Amine Harit sein Leistungstief der vergangenen Saison überwunden zu haben. Jedenfalls spielte Harit in den Testspielen geradezu erfrischend auf.


Burgstaller wünscht sich noch einen Stürmer

Angriff: Dieser Mannschaftsteil macht nach den Eindrücken der Vorbereitung zurzeit noch den größten Kummer. Zwar gibt es einen Ahmed Kutucu, dessen Leistungskurve weiter nach oben zeigt, und den erfahrenen Guido Burgstaller, aber die Personaldecke ist dünn, zumal Mark Uth und Rabbi Matondo noch nicht fit sind. Burgstaller hat sich auch öffentlich dafür ausgesprochen, unbedingt noch einen Stürmer zu verpflichten. Schalke hat noch bis zum 2. September Zeit.

Wagner gibt sich bei dieser Thematik entspannt. Bis zum Transferschluss könne noch viel passieren. Zunächst gilt seine volle Konzentration dem heutigen Pokalmatch. „Uns muss es egal sein, wer uns gegenübersteht - ob ein Pokalgegner oder ein Bundesligist. Unsere Spielidee muss unabhängig vom Gegner sein. Diese wollen erstmalig unter Wettbewerbsbedingungen zeigen“, betonte der 47-Jährige. Ein überzeugendes Weiterkommen würde sicherlich auch Clemens Tönnies freuen und die Stimmungslage rund um den Verein ein Stück weit normalisieren.

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