Schalker Baustellen: Hier gibt es noch viel Arbeit für Manager Jochen Schneider

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Noch bis zum 2. September ist das Transferfenster in der Bundesliga geöffnet - auch Schalke will sich noch verstärken. Wir sagen, wo der größte Handlungsbedarf besteht.

Herzlake

, 18.07.2019, 19:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Ob das wohl symbolisch gemeint ist? Wenn sich Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider auf dem Trainingsplatz in Herzlake blicken lässt, dann trägt er statt der von ihm aus Gelsenkirchen gewohnten Hemd-Hose-Kombination meist einen Trainingsanzug. Als wollte er sagen: Sehr her, ich bin auch zum Arbeiten hier.

Zu tun gibt es für den Manager und seinen Kaderplaner Michael Reschke in diesen Tagen genug, und so ist es ein gewohnter Anblick für die Trainingsbeobachter, Schneider mit dem Handy am Ohr hinter einer Werbebande stehen zu sehen. Der Umbau der Schalker Mannschaft ist noch längst nicht abgeschlossen.

Doch in welchem Mannschaftsteil drückt der Schuh am meisten? Wo muss sich Schalke am ehesten verstärken, damit diese Saison besser wird als die letzte? Wir schauen einmal genau hin:

Wiedersehen mit Ralf Fährmann am Freitag

Tor: Die Torwartposition kann Schneider als abgehakt betrachten. Ralf Fährman wurde an Norwich City verliehen - mit ihm gibt es ein schnelles Wiedersehen am Freitag im Testspiel in Lotte (18.30 Uhr/live auf DAZN). Für ihn kam Markus Schubert von Dynamo Dresden. Einen Verkauf von Alexander Nübel in diesem Sommer hat Jochen Schneider kategorisch ausgeschlossen.

Innenverteidigung: Mit Ozan Kabak wurde rechtzeitig zum Start der Vorbereitung einer der begehrtesten Innenverteidiger der Liga verpflichtet - leider zog sich Kabak schon am zweiten Tag eine Fußverletzung zu, an der er immer noch laboriert. Wann er wieder ins Training einsteigen kann, ist noch immer unklar. „Das müssen wir abwarten“, zuckte Schalkes neuer Teamkoordinator Sascha Riether mit den Schultern.

Interesse an Benjamin Henrichs

Auch, wenn mit Salif Sané (Afrika-Cup) ein weiterer Innenverteidiger wohl erst nach dem Trainingslager in Österreich einsteigen dürfte: Dass sich hier personell noch etwas tut, ist unwahrscheinlich.

Außenverteidigung: Anders sieht es auf der Außenbahn aus: Hier sehen die Schalker Verantwortlichen offenbar den größten Handlungsbedarf. Daniel Caligiuri (rechts) und Bastian Oczipka (links) kommen beide allmählich in das Alter, in dem man nicht erwarten darf, dass sie 34 oder mehr Spiele pro Saison bestreiten. Hamza Mendyl (links) gehört zu den Profis, von denen Schalke sich trennen will. Neuzugang Jonjoe Kenny kann auf der Position spielen, der 22-Jährige ist aber noch reichlich jung.

Schalker Baustellen: Hier gibt es noch viel Arbeit für Manager Jochen Schneider

Im Visier der Schalker: Benjamin Henrichs. © imago

Mit Robin Gosens hatte Schalke schon einen Kandidaten für die Außenbahn ins Visier genommen - Atalanta Bergamo, wo der 24-Jährige noch unter Vertrag steht, möchte den Linksfuß allerdings nicht beziehungsweise nur für viel Geld ziehen lassen.

Jetzt wurde bekannt, dass Schalke Interesse an Benjamin Henrichs bekundet hat. Der 22-jährige U21-Nationalspieler will den AS Monaco verlassen, angeblich sind auch Bayern München und Werder Bremen interessiert. Einen Kauf wird sich Schalke nicht leisten können, denkbar wäre ein Leihgeschäft mit Kaufoption. Für Schalke spricht, dass Kaderplaner Michael Reschke Henrichs noch aus gemeinsamen Leverkusener Zeiten kennt.

Dieser Verein hat Interesse an Amine Harit

Mittelfeld: Sowohl im defensiven als auch im offensiven Mittelfeld ist Schalke personell gut aufgestellt - zumindest, was die Zahl der Spieler angeht. Hier geht es eher darum, sich von Profis zu trennen: Yevhen Konoplyanka und Nabil Bentaleb stehen auf der „Zu verkaufen“-Liste, angeblich soll jetzt auch Amine Harit ein Kandidat für einen Wechsel sein: Der italienische Erstligist CFC Genua ist wohl interessiert. Ein (lukrativer) Verkauf würde Schalke mehr finanziellen Spielraum bieten.

Sturm: Eines der größten Defizite der vergangenen Saison war die miserable Torausbeute: Bezeichnend, dass mit Daniel Caligiuri ein etatmäßiger Abwehrspieler der Spieler mit den meisten Toren war - es waren ganze sieben. Was Schalke demnach dringend braucht, ist ein „Knipser“, ein Spieler, der pro Saison auf eine zweistellige Anzahl an Treffern kommt. Mit Benito Raman wurde ein Spieler verpflichtet, der auch Tore schießen soll - ein klassischer Strafraumspieler ist der Belgier allerdings auch nicht.

Jochen Schneider gibt sich in Sachen Offensive allerdings entspannt: „Ich sehe uns da gut aufgestellt“, sagte Schneider am Dienstag. Das Sommer-Transferfenster schließt in diesem Jahr am 2. August: Bis dahin dürfte sich Jochen Schneider noch einige Male den Trainingsanzug anziehen.

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