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Vor dem Derby zwischen Dortmund und Schalke haben die Schalker Ultras die Stimmung angeheizt. Wir beziehen in einem Kommentar klar Stellung zum sogenannten „Blauen Brief“.

Gelsenkirchen

, 23.04.2019 / Lesedauer: 2 min

Dass die Schalker Ultras in ihrem „Blauen Brief“ ihrer Enttäuschung über eine schwache Saison freien Lauf lassen, ist nachvollziehbar. Nicht zu entschuldigen ist jedoch, wie sie vor dem Derby über den BVB und seine Anhänger herziehen. Sätze wie „Lasst uns diesem Haufen Dreck zeigen, was gemeinsam möglich ist“, sind menschenverachtend und haben mit einem vernünftigen Umgang nichts zu tun.

Demut wäre in der aktuellen sportlichen Situation viel eher angebracht. Schalke und den BVB trennen momentan 42 Punkte. Das ist Fakt. Selbst ein Derbysieg kann für die Königsblauen die Saison nicht mehr retten. Wer das glaubt, verkennt Schalkes Lage in der Bundesliga, die immer noch äußerst prekär ist. Selbst wenn der Klassenerhalt gelingt, werden die Probleme in der nächsten Zeit nicht kleiner werden. Dafür ist dieser Kader viel zu schlecht zusammengestellt.

„Verbale Geschmacklosigkeiten“

Die verbalen Geschmacklosigkeiten der Ultras stehen übrigens im krassen Gegensatz zum Schalker Leitbild, in dem gemeinsame Werte eine große Rolle spielen. Diskriminierung hat dort keinen Platz. Doch aktuell vermittelt der Verein keine Geschlossenheit, sondern Rat- und Orientierungslosigkeit.

Vielmehr drängt sich der Eindruck auf, dass jeder sein eigenes Süppchen kocht. Benjamin Stambouli wusste am Dienstag nicht einmal, dass die Schalker U 23 am Ostermontag den sehr souveränen Aufstieg in die Regionalliga geschafft hatte, obwohl einige Jungprofis (u.a. Jonas Carls, Ahmet Kutucu, Nassim Boujellab, Cedric Teuchert) ihren Teil zu diesem Erfolg beigetragen hatten. Wird darüber untereinander nicht mal gesprochen?

Ich-AG‘s geben den Ton an

Es wäre ein starkes Signal gewesen, wenn die Herren Profis an ihrem trainingsfreien Montag nur zwei Stunden Zeit geopfert hätten, um Schalkes zweite Mannschaft vor Ort zu unterstützen. Aber das ist im heutigen Profizirkus wohl viel zu idealistisch gedacht. Die Ich-AG‘s geben den Ton an – und viele Schalker Anhänger fallen immer noch darauf herein.

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