Schalkes Baustellen für den neuen Architekten

Heidel arbeitet im Hintergrund

Als Johannes Geis am Sonntag nach dem Derby gegen den BVB etwas über Schalkes neuen Manager Christian Heidel sagen sollte, geriet er sofort ins Schwärmen. „Er ist ein super Manager. Ich bin froh, dass er sich für Schalke 04 entschieden hat“, sagte der Mittelfeldspieler, den Heidel 2013 von Fürth nach Mainz geholt hatte.

GELSENKIRCHEN

13.04.2016 / Lesedauer: 3 min
Schalkes Baustellen für den neuen Architekten

Christian Heidel soll auf Schalke sein Konzept vorstellen.

Obwohl faktisch noch bis zum Saisonende bei Mainz 05 unter Vertrag, arbeitet Heidel im Hintergrund längst für die Königsblauen. Denn er hat keine Zeit zu verlieren. Der 52-Jährige muss eine Fülle von Aufgaben bewältigen und zahlreiche Entscheidungen fällen. Die Zeit drängt. Das betrifft...  

... die Personalpolitik: Mit Sascha Riether, Pierre-Emile Hojbjerg und Roman Neustädter laufen drei Verträge von Spielern aus, die zum Stammpersonal zählen. Bei Neustädter hat sich Trainer Breitenreiter bereits öffentlich dafür ausgesprochen, dass er bleiben soll. Ob das Heidel ähnlich sieht? Riether würde gern bleiben, während der von Bayern München ausgeliehene Hojbjerg bei der Frage nach seinen Zukunftsplänen schweigt.

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Außerdem wird Heidel natürlich den Kader verstärken wollen. Doch auch das ist keine einfache Aufgabe. Solange nicht klar ist, ob und welchen internationalen Wettbewerb die Königsblauen erreichen, wird es schwierig, gute Spieler zum FC Schalke 04 zu locken.

Und nicht zuletzt ist da ja noch die Trainerfrage: Ob André Breitenreiter auch in der kommenden Saison noch auf der Schalker Bank sitzt, ist höchst ungewiss – es gibt eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass der Trainer der Saison 2016/17 Markus Weinzierl (noch FC Augsburg) heißt.

... die Vereinsphilosophie: In diesem Punkt hat Heidel konkrete Vorstellungen. „Jeder Verein braucht eine klare Identität. Für was steht er?“, betonte der Noch-Mainzer-Manager unlängst in einem Interview.

Damit wird sich Heidel in einigen Bereichen umstellen müssen. Künftig wird er auch als potenter Käufer auftreten, denn Schalke hat andere finanzielle Mittel als Mainz. Dort war und ist die Philosophie alternativlos, Spieler für viel Geld abzugeben. Auf Schalke darf sich der 52-Jährige mit ganz anderen Möglichkeiten befassen.

... der sportliche Unterbau: Während die zweite Mannschaft der Schalker seit vielen Jahren ein Schattendasein in der Regionalliga fristet und sogar um den Klassenerhalt zittern musste, wird Heidel in diesem Bereich andere Akzente setzen. Er legt enormen Wert auf eine leistungsstarke zweite Mannschaft. Kein Wunder, dass die Mainzer Zweitvertretung in der 3. Liga spielt und von dort die eigenen Talente den Weg in die Bundesliga gefunden haben.

Deshalb darf man gespannt sein, ob Heidel weiter auf Jürgen Luginger als Trainer vom Schalker Regionalligateam setzt. Auf jeden Fall sind bei Heidel Eigenschaften gefragt, die Geis am Sonntag so bezeichnete: „Er kann auch knüppelhart sein. Aber genau das brauchen wir hier auf Schalke.“

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