Schalkes Mittelfeldspieler Suat Serdar blüht auf

Schalke 04

Ein Mann, ein Wort: „Keiner auf Schalke will, dass so eine Saison noch einmal vorkommt. Ich bin mir zu 100 Prozent sicher, dass das auch nicht mehr passieren wird. Das ist mein Gefühl“.

Gelsenkirchen

, 30.09.2019, 18:53 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schalkes Mittelfeldspieler Suat Serdar blüht auf

Alle Macht den Gefühlen: Suat Serdar spielt eine große Rolle beim Aufschwung des FC Schalke 04. © dpa

Diese Sätze formulierte Suat Serdar in einer Medienrunde in Udine, als er sich im Sommer 2019 mit der deutschen U21-Nationalmannschaft auf die Europameisterschaften vorbereitete. Und bisher hat er recht behalten. Schalke ist nicht mehr wiederzuerkennen, Engagement und Spielweise haben sich zum Positiven gewandelt.


Serdar spielt in diesem Entwicklungsprozess eine wichtige Rolle, denn er vereint im defensiven Mittelfeld Zweikampfstärke und spielerische Elemente auf eine Art und Weise, die den Königsblauen sehr gut tut. In Leipzig brauchte er einige Zeit, bis er ins Spiel fand. Aber vor allem in der zweiten Halbzeit kam der frühere Mainzer immer besser in Schwung und war bei fast jeder gefährlichen Spielsituationen seiner Mannschaft beteiligt.



Gebete und ein Einzelzimmer


Dabei ist Serdar außerhalb des Fußballplatzes ein eher zurückhaltender Mensch. Der 22-Jährige ist Muslim, betet fünfmal am Tag und muss dafür auch in der Nacht aufstehen. Weil er niemanden belästigen will, der durchschlafen möchte, hat er in Trainingslagern oft ein Einzelzimmer.



Schon nach dem Trainerwechsel von Domenico Tedesco zu Huub Stevens war Serdar ein wichtiger Faktor, dass den Königsblauen wenigstens der Klassenerhalt gelang. „Der Trainerwechsel hat mir gutgetan, ich kam besser in die Mannschaft rein und konnte viel mehr von meinen Qualitäten zeigen,“ so Serdar. Auch mit dem öffentlichen Druck sei er immer besser klargekommen.


Starke Passquote


Aus Mainz kannte er solche Rahmenbedingungen nicht. Mittlerweile hat er sich daran gewöhnt, dass es auf Schalke meistens recht emotional zugeht und die Ausschläge in positiver oder negativer Hinsicht größer sind als bei anderen Vereinen.


In Leipzig machte Serdar dort weiter, wo er zuletzt gegen seinen früheren Klub Mainz 05 aufgehört hatte: Er spielte sehr stark im Mittelfeldzentrum, hatte eine Passquote von 75 Prozent und lief 11,44 Kilometer. Alles Werte, die deutlich machen, dass Serdar im Mittelfeld sich festgespielt hat. Vor der Saison hatte er noch einige leichte Wehwehchen und verpasste die ersten beiden Bundesligaspiele.



Riether lobt Wagner


Auch das Gefühl, dass wieder jeder für jeden kämpft ist bei Königsblau zurück. „Wir sind als Team zusammengerückt“, erklärt Suat Serdar die Entwicklung unter Wagner. Was auch ein Verdienst von David Wagner ist. „Taktik und Einstellung sind sehr wichtig. Aber für mich spielt auch eine große Rolle, dass unser Trainer die Spieler erreicht, wenn er in der Kabine über die taktische Ausrichtung spricht“, betonte Sascha Rither, Schalkes Koordinator der Lizenzspielerabteilung. Offenbar gelingt es Wagner, bei jedem Spieler den richtigen Ton zu treffen.


Serdar hat sich noch ein weiteres persönliches Ziel für die neue Saison gesteckt. Er will nicht nur die vergangene Spielzeit vergessen lassen, sondern selbst auf dem Platz auch disziplinierter spielen. „Ich möchte keine zwei Roten Karten mehr bekommen, es waren meine ersten beiden Platzverweise. Eigentlich bin ich nicht so ein Spieler, aber es hat zur Saison gepasst,“ betonte der 22-Jährige kürzlich. Auch in dieser Hinsicht ist er auf einem guten Weg.

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