Schalkes schwächelnder Weltmeister

Höwedes außer Form

Diese Prognose ist wohl nicht gewagt: Wenn der FC Schalke 04 nach dem letzten Bundesligaspiel am Freitag gegen 1899 Hoffenheim Bilanz zieht, gehört Benedikt Höwedes nicht zu den Gewinnern. Der Weltmeister von 2014, seit fast 15 Jahren im Verein, hat ein sehr schwieriges Jahr hinter sich. Momentan schwächelt Höwedes bedenklich.

GELSENKIRCHEN

15.12.2015, 05:15 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schalkes schwächelnder Weltmeister

Benedikt Höwedes ist derzeit nicht gut in Form.

Bei der unglücklichen Niederlage in Augsburg war es in einigen Spielsituationen deutlich zu sehen: Der Schalke-Kapitän präsentiert sich längst nicht in der gewohnten Form. Vor allem sein Schnelligkeitsdefizit wird immer augenfälliger. Wie ihn beispielsweise Augsburgs bulliger Stürmer Raul Bobadilla einige Male im Zweikampf mehrere Meter abnahm, stimmte nachdenklich.

Lange Verletzungspause

Die langen Verletzungspausen, die den 27-Jährigen im Jahr 2015 immer wieder zurückwarfen, sind Höwedes offenbar mehr an die Substanz gegangen, als er es zugeben mag. Im Mai hatte sich der Innenverteidiger im Heimspiel gegen den SC Paderborn (1:0) eine komplexe Sprunggelenksverletzung zugezogen. Bis Höwedes im Herbst wieder fit war, dauerte es etwas länger als ursprünglich erwartet. Somit verpasste er das wichtige Grundlagentraining in der Sommervorbereitung.

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Als Höwedes dann wieder fit war, kam der nächste Rückschlag Ende Oktober in Form eines Mittelhandbruchs beim Heimspiel gegen den FC Ingolstadt (1:1). Zwar musste der 27-Jährige nur einige Wochen pausieren, aber um in den Spielrhythmus zu kommen, war diese Verletzung natürlich Gift für ihn.

Kritisch hinterfragt

Doch ob es allein diese Verletzungsmisere ist, die für die schwachen Leistungen des Kapitäns verantwortlich sind, ist die Frage. Wer Höwedes näher kennt, weiß, dass er seine eigenen Leistungen auch immer kritisch hinterfragt. Er wird selbst auch nicht zufrieden sein mit dem, was er momentan auf dem Platz abliefert.

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In Augsburg war allerdings wenig Selbstkritik von ihm zu hören. Dass Schalke in der zweiten Halbzeit „drückend überlegen“ (O-Ton-Höwedes) gewesen sei, diese Erkenntnis hatte der Kapitän exklusiv. Immerhin stellte er auch fest: „Wir sind schleppend ins Spiel gekommen, die Zielstrebigkeit hat gefehlt, diese Gier, ein Tor zu machen.“

Das Leben selbst schwer gemacht

Solch einen Spielfilm wie in Augsburg hat es aus Schalker Sicht in dieser Saison allerdings schon mehrfach gegeben. Dadurch machen sich die Königsblauen das Leben zusätzlich schwer, wenn eine Halbzeit verschlafen wird und dann eine Aufholjagd gestartet werden muss.

Zwar ist Rang acht in der Tabelle (noch) nicht als dramatisch zu bewerten, weil der Rückstand zu Platz vier (VfL Wolfsburg) momentan nur zwei Zähler beträgt. Aber dem Heimspiel gegen 1899 Hoffenheim kommt nun noch größere Bedeutung zu. Das weiß auch Höwedes. „Nach der Enttäuschung von Augsburg müssen wir die Köpfe schnellstmöglich hochbekommen und gegen Hoffenheim einen versöhnlichen Abschluss hinbekommen“, fordert der Kapitän.

Stevens zu Gast

Dass diese Aufgabe gegen den Tabellensiebzehnten kein Selbstläufer wird, garantiert allein schon Schalkes Jahrhundertrainer Huub Stevens. Der 62-Jährige hat Schalke schon mehrfach punktemäßig geärgert. Dass Stevens alles daransetzen wird, dies auch am Freitag zu tun, darf als gesichert gelten. Die besondere Beziehung zu Schalke spielt für den „Knurrer aus Kerkrade“ in diesen 90 Minuten dann keine Rolle.