Stevens kommt als 1899-Trainer nach Schalke

Kultig, knurrig und besessen

Auf Schalke genießt er Kultstatus: Huub Stevens (62) gewann mit den Königsblauen 1997 sensationell den UEFA-Cup und zweimal (2001 und 2002) den DFB-Pokal. Am Freitag kehrt er als Trainer von 1899 Hoffenheim in die Veltins-Arena zurück.

GELSENKIRCHEN

17.12.2015, 05:11 Uhr / Lesedauer: 2 min
Stevens kommt als 1899-Trainer nach Schalke

Auf Schalke gilt Huub Stevens als „Jahrhunderttrainer“, aber jetzt herrschen andere Zeiten: Mit 1899 Hoffenheim kehrt der Coach an seine alte Wirkungsstätte zurück.

„Schalke ist natürlich ein Teil meines Lebens geworden. Ich war sehr lange dort“, sagte der Niederländer vor dem für beide Mannschaften so wichtigen Spiel. Während die Königsblauen unbedingt den Kontakt zu den Champions-League-Plätzen halten wollen, brauchen die Kraichgauer jeden Punkt im Abstiegskampf.

Mitglied im Schalker Beirat

Wie beliebt Schalkes Jahrhundertrainer in Gelsenkirchen immer noch ist, war zuletzt beim Abschiedsspiel für Gerald Asamoah deutlich zu sehen und zu hören, als Stevens immer wieder mit Sprechchören gefeiert wurde und an der Seite seines Mentors Rudi Assauer auf der Schalker Trainerbank Platz nahm. Weil Stevens bis zu seiner neuen Aufgabe in Hoffenheim ein Mitglied im Schalker Beirat war, kennt er die Mannschaft seines Trainerkollegen André Breitenreiter aus dem Eff-Eff.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Kevin Kuranyis Karriere in Bildern

Kevin Kuranyi absolvierte von 2005 bis 2010 162 Partien im Trikot der Königsblauen, jetzt kehrt er mit der TSG Hoffenheim an seine alte Wirkungsstätte zurück. Klicken Sie sich hier durch die Karriere von Kevin Kuranyi in Bildern.
16.12.2015
/
Kevin Kuranyi wechselte 1997 von Panama in die U19 des VfB Stuttgart, gab beim VfB 2001 sein Profi-Debüt und spielte dort bis 2005. Er erzielte für die Schwaben in 131 Pflichtspielen 56 Tore und wurde 2003 deutscher Vize-Meister.© Foto: dpa
Zur Saison 2005/06 wechselt er für 7 Millionen Euro von Stuttgart zum FC Schalke 04 und trifft für Königsblau bis 2010 in 209 Partien 87 Mal.© Foto: dpa
Mit den Schalkern erreichte Kuranyi in der Saison 2005/06 das UEFA-Cup-Halbfinale (die Knappen scheitern im Rückspiel gegen den FC Sevilla mit 1:0 n.V.), 2007/08 stand er mit Schalke im Viertelfinale der Champions-League und unterlag dem FC Barcelona.© Foto: dpa
2008 nahm Kuranyis Karriere als Nationalspieler nach einem Zerwürfnis mit Joachim Löw ein jähes Ende. Kuranyi war während eines Länderspiels, bei dem er nur auf der Tribüne saß, in der Halbzeit eigenmächtig nach Hause gereist.© Foto: dpa
Für die U21-Nationalmannschaft lief Kuranyi sechs Mal auf, traf dabei zwei Mal.© Foto: dpa
Am 29. März 2003 debütierte Kuranyi unter Rudi Völler im EM-Qualifikationsspiel gegen Litauen in Nürnberg (1:1) für die deutsche A-Nationalmannschaft.© Foto: dpa
Kuranyi brachte es auf 52 Länderspiele für den DFB, erzielte hierbei 19 Tore und bereitete elf Treffer vor.© Foto: dpa
Im Gegensatz zu Teamkollege Gerald Asamoah (r.) wurde Kuranyi von Jürgen Klinsmann nicht für die Heim-WM 2006 berücksichtigt. 2007 kehrte er noch einmal ins Team zurück und spielte bei der EM 2008 sein letztes großes Turnier, ehe seine Karriere im Nationaldress endete.© Foto: dpa
Kevin Kuranyi und Fabian Ernst wechselten im Sommer 2005 gemeinsam zum FC Schalke 04.© Foto: dpa
Mit 71 Treffern ist Kuranyi der viertbeste Bundesligatorschütze in der Geschichte der Gelsenkirchener (hinter Ebbe Sand, Klaas-Jan Huntelaar und Klaus Fischer).© Foto: dpa
Kuranyi gelang das Kunststück, in der Bundesliga in acht aufeinanderfolgenden Spielzeiten eine zweistellige Zahl von Toren zu erzielen. Dies wird nur übertroffen von Manfred Burgsmüller (10 Mal) und Gerd Müller (13 Mal).© Foto: dpa
In 162 Bundesligaspielen für Schalke traf Kuranyi 71 Mal, er bereitete 30 Treffer vor.© Foto: dpa
Auch in der Champions League war Kuranyi erfolgreich. In 14 Spielen netzte er fünf Mal ein. 2007/2009 erreichte er mit dem S04 das Viertelfinale.© Foto: dpa
2006/07 wird Kuranyi zum zweiten Mal Deutscher Vize-Meister, hinter seinem Ex-Klub VfB Stuttgart.© Foto: dpa
Seine 87 Tore erzielte Kevin Kuranyi für Schalke gleichmäßig verteilt in der ersten und zweiten Halbzeit. Zusätzlich traf er einmal in der Verlängerung im DFB-Pokal gegen Hannover.© Foto: dpa
In der Saison 2007/08 erzielte Kuranyi den ersten Viererpack seiner Bundesligakarriere: Beim 5:0-Sieg am 15. April 2008 gegen Energie Cottbus markierte Kuranyi die letzten vier Treffer.© Foto: dpa
Gegen den BVB traf Kuranyi in zehn Spielen mit Schalke insgesamt fünf Mal.© Foto: dpa
Am 30. Juni 2010 lief Kuranyis Vertrag beim FC Schalke 04 aus.© Foto: dpa
Er wechselte in die russische Premier Liga und erzielte für Dynamo Moskau in fünf Spielzeiten und 123 Spielen 50 Tore.© Foto: dpa
Im Sommer 2015 wechselte Kuranyi zurück nach Deutschland und spielt aktuell für die TSG Hoffenheim.© Foto: dpa

Ein früherer Schalker Spieler kehrt wohl nicht nach Gelsenkirchen zurück: Kevin Kuranyi. Der 34-Jährige wird aufgrund einer Bauchmuskelzerrung nach eigener Aussage am Freitag in Hoffenheim bleiben und behandelt.

"Wie eine Sucht"

Erst am vergangenen Wochenende hatte Stevens beim 1:0-Erfolg gegen Hannover 96 seinen ersten Sieg im sechsten Spiel als Hoffenheimer Coach gefeiert. Eigentlich wollte der Niederländer in Rente gehen, doch nach ein paar Monaten merkte er, dass er ohne Fußball (noch) nicht leben kann. „Es ist wie eine Sucht“, hat er vor Kurzem in einem Interview eingeräumt. Der 62-Jährige, dessen Hang zum Perfektionismus ebenso ausgeprägt ist wie seine permanenten Scharmützel mit Medienvertretern, ist immer noch ein Fußball-Besessener, der meistens als Erster am Vereinsgelände ankommt und als Letzter geht.

Jetzt lesen

Bei den Journalisten im beschaulichen Kraichgau hat der „Knurrer“ aus Kerkrade auch schon einige Duftmarken hinterlassen. Weil ihm eine Frage nicht passte, beschimpfte er zum Beispiel einen Journalisten lautstark vor laufender Kamera. Typisch Huub, der es mit solch einer Verhaltensweise immer wieder versteht, das Interesse von seiner Mannschaft auf sich zu lenken.

Jetzt lesen

Manchmal setzt der 62-Jährige dieses Mittel ganz gezielt ein. „Es geht nicht um einzelne Spieler, sondern nur um den Verein“, ist eine Maxime von Stevens, der von seinen Akteuren erwartet, dass sie alles für den Erfolg tun. Nichts ärgert den Niederländer so sehr wie Unpünktlichkeit oder fehlende Disziplin. Dann wird er schnell zum „Vulkan“. Vor der Schalker Leistungsfähigkeit hat Stevens höchsten Respekt: „Es ist eine junge Mannschaft mit vielen talentierten Spielern, die hervorragend Fußball spielen.“ Und die in der Winterpause noch verstärkt werden soll. Als ein Wunschkandidat gilt der ehemalige Leverkusener Renato Augusto. 

Jetzt lesen

Lesen Sie jetzt