Stichtag: Als Ralf Rangnick auf Schalke seinen Rücktritt verkündet

Schalke 04

Dass Fußball-Trainer den FC Schalke 04 verlassen, ist keine Besonderheit. Doch der Rücktritt von Ralf Rangnick am 22. September 2011 war ungewöhnlich.

Gelsenkirchen

, 22.09.2020, 07:38 Uhr / Lesedauer: 1 min
Da war die Welt noch in Ordnung: Ralf Rangnick (l.) und sein Co-Trainer Markus Gisdol.

Da war die Welt noch in Ordnung: Ralf Rangnick (l.) und sein Co-Trainer Markus Gisdol. © dpa

Denn Rangnick trat zurück, weil er unter dem Burnout-Syndrom litt. Er hatte sich offenbar zu viel zugemutet. Schalkes damaliger Mannschaftsarzt Dr. Thorsten Rarreck erklärte: „Es handelt sich um ein vegetatives Erschöpfungssyndrom. Der Körper ist ausgelaugt, körperlich ist er am Ende. Ralf wird nach einer Pause zur alten Stärke zurückkommen.“

„Nach langer und reiflicher Überlegung bin ich zum Entschluss gekommen, dass ich eine Pause brauche.“ Die Entscheidung sei ihm „unheimlich schwer gefallen. Doch mein derzeitiger Energie-Level reicht nicht aus, um erfolgreich zu sein und insbesondere die Mannschaft und den Verein in ihrer sportlichen Entwicklung voranzubringen.“ So lautete das Statement des damals 53-Jährigen auf der Schalker Homepage.

„So etwas habe ich noch nie erlebt“

Am Morgen hatte sich Rangnick von der Mannschaft verabschiedet, „so etwas habe ich noch nie erlebt“, berichtete Co-Trainer Seppo Eichkorn: „Ralf hat vor dem Team gesagt, dass er keine Kraft mehr habe, ihr das zu geben, was sie braucht. In der Kabine war es sehr emotional.“ Danach fuhr Rangnick in seinen schwäbischen Heimatort Backnang.

Aufsichtsratschef Clemens Tönnies traf der Rücktritt „völlig überraschend“. Man habe die Entscheidung aber „ohne Wenn und Aber“ akzeptiert, da die „Gesundheit von Ralf Rangnick vorgeht“.

Rangnick hatte schon nach seinem Abschied aus Hoffenheim betont, eine längere Pause einlegen zu wollen. Doch nach intensiven Gesprächen mit Schalker Verantwortlichen hatte er bereits Ende März beim Revierklub angeheuert. Am Ende der vergangenen Saison standen der DFB-Pokalsieg und das Erreichen des Halbfinales in der Champions League sowie der Klassenerhalt in der Bundesliga.

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