Tedesco hat richtig rotiert – aber die Gesamtlage auf Schalke bleibt schwierig

rnKommentar

Fährmann raus, Nübel rein, Spiel gewonnen: Im Nachhinein scheint Domenico Teddesco alles richtig gemacht zu haben. Ganz so einfach ist die Sache allerdings nicht.

Gelsenkirchen

, 21.01.2019, 10:46 Uhr / Lesedauer: 1 min

Alles hat Domenico Tedesco in dieser Saison schon probiert, hat in Abwehr, Mittelfeld und Sturm so oft ein- und ausgewechselt und hin und her rotiert, dass einem fast schwindelig wurde – nur an Ralf Fährmann prallten alle Rotations-Bemühungen des Trainers ab. Bis zum Rückrunden-Start.

Dass sich Tedesco für Alexander Nübel entschied und den Kapitän und langjährigen Stammtorhüter Fährmann zum Bankdrücker degradierte, war zumindest keine falsche Entscheidung. Der Sieg gegen Wolfsburg gibt Tedesco vorläufig recht, so unromantisch das gegenüber einem verdienten Schalker wie Fährmann klingen mag.

Auch weiterhin gilt: Erfolge müssen her

Fast möchte man Tedesco nun zurufen, dass es nun aber auch gut mit der Rotation ist. Schalke hat zumindest in der zweiten Spielhälfte gegen Wolfsburg einigermaßen überzeugt, und vielleicht hat diese Formation nun auch einmal auf einer längeren Strecke das Vertrauen des Trainers verdient. Ein erneutes Durcheinanderwürfeln der Mannschaft gibt Tedesco schließlich auch keine Garantie auf weitere Erfolge.

Die müssen übrigens her – denn die Gesamtlage auf Schalke bleibt auch nach dem wichtigen Sieg gegen Wolfsburg schwierig. Dass die „Bild am Sonntag“ berichtete, es sei bereits beschlossene Sache, den bis 2020 laufenden Vertrag von Manager Christian Heidel nicht zu verlängern, ist vorerst als Spekulation einzuordnen, weil es eine Bestätigung dafür derzeit natürlich von keiner Seite geben wird.

Clemens Tönnies will wieder gewählt werden

Aber hinter den Kulissen haben die Positionskämpfe bereits begonnen. Aufsichtsratschef Clemens Tönnies ist viel zu sehr Unternehmer-Natur, um lange zuzuschauen, wenn aus seiner Sicht die Richtung nicht stimmt. Außerdem will er bei der Mitgliederversammlung wieder gewählt werden – schlechte Stimmung im Verein stört da nur.

Da kann Heidel, der die Tönnies-Idee eines Kaderplaners noch forsch und mit breiter Brust abgelehnt hat, noch so sehr sein gutes Verhältnis zu Tönnies betonen: Rotation ist auf Schalke auch abseits des Rasens möglich!

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