Tedesco verdient eine faire Chance auf Schalke

Kommentar

Huub Stevens kam als großer Unbekannter nach Schalke und stieg auf zum Jahrhundert-Trainer, aus dem wie der Messias empfangenen "Don Jupp" Heynckes wurde in relativ kurzer Zeit der uncharmant entlassene "Don Flop". Zwei völlig verschiedene Beispiele, die aber eins belegen: Auf Schalke ist es absolut unmöglich, seriöse Prognosen abzugeben, ob ein neuer Trainer Erfolg haben wird. Das gilt auch und gerade für Domenico Tedesco.

GELSENKIRCHEN

von Norbert Neubaum

, 22.06.2017, 05:28 Uhr / Lesedauer: 1 min
Tedesco verdient eine faire Chance auf Schalke

Bilder der Vorstellung von Domenico Tedesco als neuer Trainer des FC Schalke 04.

Zu jung, zu wenig Erfahrung, vielleicht ein wenig zu leise – das könnten die Kritiker dieser Personalie anführen. Lehrgangsbester, ein Typ wie Nagelsmann, gestählt durch den Zweitliga-Klassenkampf mit Aue, ein ausgezeichneter Ruf in der Branche – so ließe sich dem neuen Mann lobhudeln.

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Die Schalke-Trainer der letzten 20 Jahre

Das waren die Schalke-Trainer der letzten 20 Jahre.
09.06.2017
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Domenico Tedesco (ab sofort)© Foto: dpa
Markus Weinzierl (seit 1. Juli 2016 - 9. Juni 2017)© Foto: dpa
Andre Breitenreiter (1. Juli 2015 - 30. Juni 2016)© Foto: dpa
Roberto di Matteo (7. Oktober 2014 - 24. Mai 2015)© Foto: dpa
Jens Keller (16. Dezember 2012 - 7. Oktober 2014)© Foto: dpa
Huub Stevens (27. September 2011 - 16. Dezember 2012)© Foto: dpa
Ralf Rangnick (21. März 2011 - 21. September 2011)© Foto: dpa
Felix Magath (1. Juli 2009 - 16. März 2011)© Foto: dpa
Mike Büskens (1. April 2009 - 30. Juni 2009)© Foto: dpa
Fred Rutten (1. Juli 2008 - 27. März 2009)© Foto: dpa
Mike Büskens (14. April 2008- 30. Juni 2008)© Foto: dpa
Mirko Slomka (4. Januar 2006 - 13. April 2008)© Foto: dpa
Ralf Rangnick (28. September 2004 - 12. Dezember 2005)© Foto: dpa
Jupp Heynckes (1. Juli 2003 - 15. September 2004)© Foto: dpa
Marc Wilmots (26. März 2003 - 30. Juni 2003)© Foto: dpa
Frank Neubarth (1 Juli 2002 - 26. März 2003)© Foto: dpa
Huub Stevens (8. Oktober 1996 - 30. Juni 2002)© Foto: dpa

Im Prinzip ist das alles unwichtig, nicht mehr als Kaffeesatzleserei. Tedesco hat wie jeder andere Schalker Trainer eine faire Chance verdient – was vorher war, zählt dabei allerdings nicht. Die Abschluss-Note 1,0 im Trainer-Lehrgang wird Tedesco nicht dabei helfen, wenn er die ersten Spiele in den Sand setzt. So geduldig wie mit Markus Weinzierl wird sich das Schalker Umfeld wahrscheinlich nicht noch einmal zeigen.

Heidel im Mittelpunkt

Zwei Vorteile hat Tedesco: Weinzierl hat ihm ganz viel Luft nach oben gelassen, und sollte es mit Tedesco auf Schalke nicht klappen, wird nicht er im Mittelpunkt der Kritik stehen, sondern Manager Christian Heidel.

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