Terminkollision: Doppeltes Weihnachtssingen

Mein S04-Moment des Jahres

Mein Schalke-Moment des Jahres? Unter uns: Ganz lange gab es den gar nicht. Ob die Beurlaubung von Trainer Breitenreiter, die Verpflichtungen von Manager Heidel und Trainer Weinzierl, die Wiederwahl von Aufsichtsrats-Boss Tönnies nach vorangegangenen Turbulenzen – all das war irgendwie vorhersehbar. Doch Anfang Oktober kam er doch ...

GELSENKIRCHEN

von Norbert Neubaum

, 24.12.2016, 08:25 Uhr / Lesedauer: 2 min
Terminkollision: Doppeltes Weihnachtssingen

Bilder der Bundesliga-Partie zwischen dem FC Schalke 04 und Bayer 04 Leverkusen.

Selbst der Fünf-Spiele-Fehlstart löste auf Schalke kein größeres Beben aus. Der Verein blieb so souverän, dass er nicht mal in dieser prekären Situation einen „Moment des Jahres“ in mir provozierte. Und dann kam er doch, dieser Moment, fast zeitgleich mit den ersten Lebkuchen-Angeboten im Supermarkt, also so Anfang Oktober, und ließ in mir dann doch ernsthafte Zweifel aufkommen, ob der Weihnachtsmann wirklich ein Königsblauer ist.

Ich sollte dazu erwähnen, dass ich mir trotz (oder wegen) meiner mittlerweile 25-jährigen Tätigkeit als Schalke-Berichterstatter über die Blau-Weißen eine vielleicht nicht ganz so populäre Meinung über diesen Verein gebildet habe: Für mich gehört Schalke trotz aller Irrungen und Wirrungen insgesamt sehr wohl zu einem der erfolgreichsten deutschen Vereine (das lässt sich leicht belegen), und ich halte Schalke auch bei weitem nicht für den Chaos-Klub, als der der Verein in der Öffentlichkeit oft verspottet wird. Aber manchmal gehen sogar mir die Argumente aus. Und damit sind wir wieder bei den ersten Lebkuchen im Supermarkt. Also Anfang Oktober.

Vier Minuten Unterschied

Schalke lud ein zum Weihnachtssingen. Und das gleich zwei Mal: Einmal ganz offiziell mit großem Bahnhof und Florian Silbereisen in der Veltins-Arena, einmal, veranstaltet vom Supporters Club, ganz klassisch und fast schon traditionell, in der Glückauf-Kampfbahn. Termin für beide Veranstaltungen: Sonntag, 18. Dezember. Einmal um 17 Uhr, einmal um 17.04 Uhr. Immerhin vier Minuten Unterschied.

Schalke lässt zeitgleich also quasi gegen die eigenen Fans singen. Im eigenen Stadion. Dass die über das „Konkurrenz-Singen“ im eigenen Lager nicht gerade „O‘ du fröhliche“ anstimmten, entspricht nicht nur weihnachtlicher Logik. Als ich begriffen hatte, dass das zeitgleiche Schmettern weihnachtlicher Gesänge an verschiedenen Orten kein Druckfehler in den Pressemitteilungen war, hatte also auch ich meinen Schalke-Moment des Jahres.

Wie der Spielplan

Denn jetzt musste ich mich ja fragen: Wie um Himmels willen soll Schalke denn nun noch jemals gegen irgendwelche Ungereimtheiten im Bundesliga-Spielplan protestieren, wenn dieser an sich ja grundsolide organisierte Verein sich sogar intern beim Adventssingen in die Quere kommt? Falls es Sie interessiert: Ich habe guten Gewissens auf beide Veranstaltungen gepfiffen. Die Arbeit rief, Innendienst. Sowohl um 17 Uhr als auch um 17.04 Uhr. Schöne Bescherung!

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