Trainer Tedesco hadert mit der Chancenverwertung, dem Schiedsrichter und dem Spielglück

Schalke 04

Dem starken Auftritt beim Champions-League-Spiel bei Galatasaray Istanbul fehlte die Vollendung in Form eines Tores: Der S04-Coach macht dafür aber nicht nur seine Stürmer verantwortlich.

Gelsenkirchen

, 25.10.2018 / Lesedauer: 3 min
Trainer Tedesco hadert mit der Chancenverwertung, dem Schiedsrichter und dem Spielglück

Trost vom Co-Trainer: Peter Perchtold (r.) mit Breel Embolo nach dem Spiel in Istanbul. Links Sebastian Rudy. © dpa

Ein wenig später als geplant kamen die Schalker am Donnerstag von ihrem Champions-League-Ausflug nach Istanbul zurück. Auf dem Flughafen der türkischen Metropole ging es etwas chaotisch zu, sodass sich der Abflug um etwa 90 Minuten verzögerte. Letztendlich landete der Flieger aber gegen 15.30 Uhr sicher in Düsseldorf.

Die Episode passte ein bisschen zum Auftritt der Schalker in der Champions League: Zwar lief nicht alles, wie geplant, doch am Ende bewältigte die Mannschaft von Trainer Domenico Tedesco die Aufgabe souverän und hat nach der Partie weiterhin gute Aussichten auf ein Überwintern in der Königsklasse.

Dass die Schalker am Tag nach der „Nacht von Istanbul“ mit sich haderten, lag weniger an der Leistung, sondern an der mal wieder mangelhaften Torausbeute.

Denn die Königsblauen waren am Mittwoch das eindeutig bessere Team und hätten mehr verdient gehabt als das 0:0, das am Ende heraussprang.

„Ich denke immer positiv – deshalb sehe ich die gute Leistung und nicht die verpasste Chance auf einen Sieg“, sagte Tedesco nach dem Spiel. Dennoch: „Was zu einem perfekten Abend gefehlt hat, war ein Tor“, so der Trainer.

Bis zum Strafraum viel richtig gemacht

Bis vor den Strafraum des Gegners hatte Schalke an diesem Abend viel richtig gemacht. Königsblau überließ dem Gegner über weite Strecken das Spielgerät: Galatasaray hatte 59 Prozent Ballbesitz, konnte damit aber unterm Strich wenig anfangen.

Wenn Schalke einmal den Ball hatte, ging es meist ohne Umwege nach vorn. Vor allem Mark Uth sammelte Fleißpunkte: Zwar spielte der Angreifer – ungewohnt für ihn – eher im Mittelfeld als im Sturm, sorgte aber so für viel Variabilität in der Offensive.

Zu einem Treffer reichte es aber dann doch nicht. Zum einen, weil Schiedsrichter Benoit Bastien in der 13. Minute nicht auf Elfmeter entschied, obwohl Yevhen Konoplyanka klar im Strafraum gefoult worden war. Zum anderen, weil Schalkes Stürmer – allen voran Breel Embolo – das Tor einfach nicht trafen.

Null-Diät in Istanbul passt zum Tore-Trend

Das passt zum derzeitigen Trend. In bislang zwölf Pflichtspielen hat Schalke nur neun Tore erzielt – davon gerade einmal zwei in der heimischen Arena. Tedesco bezeichnete die Torflaute als „Phase, die nicht ewig so gehen kann“. Er beklagte aber auch das fehlende Spielglück. „Klar müssen wir die Chancen verwerten – aber auf der anderen Seite müssen wir auch den Elfmeter kriegen.“

Für einen, der mit dem Toreschießen in der Regel wenig zu tun hat, war es dennoch ein erfreulicher Abend: Alexander Nübel, Ersatzmann von Keeper Ralf Fährmann, erledigte seinen Job außerordentlich abgeklärt und souverän.

Starker Nübel hat den Abend „richtig genossen“

„Ich habe das Ganze richtig genossen, ich hatte eine Gänsehaut, schon als wir uns warm machten“, strahlte Nübel nach dem Spiel. Auch vom Manager gab es Lob: „Er ist ein starker Torhüter, der unser vollstes Vertrauen genießt“, so Christian Heidel. Gedanken an eine „Wachablösung“ im Schalker Tor wies Nübel allerdings weit von sich. „Wenn Ralf wieder fit ist, spielt er“, sagte der 22-Jährige.