Unter Weinzierl mehr Abwechslung und Disziplin

Schalkes Trainingslager-Bilanz

Vor einer Woche war Schalke ins österreichische Mittersill gereist, am Montag hob der Mannschaftsflieger schon wieder von Salzburg ab, um Mannschaft und Betreuerteam wieder zurück ins Ruhrgebiet zu bringen. Trotzdem: Trainer Markus Weinzierl dürfte aus den acht Tagen in Österreich einige Erkenntnisse gewonnen haben - genau wie die zahlreichen Beobachter vor Ort. Hier die wichtigsten.

Mittersill/Gelsenkirchen

von René Preuß

, 09.08.2016, 06:32 Uhr / Lesedauer: 2 min
Unter Weinzierl mehr Abwechslung und Disziplin

Bilder aus dem Schalke-Trainingslager in Mittersill vom 3. August.

Systemfrage:

Einer der Hauptkritikpunkte an Ex-Trainer André Breitenreiter war, dass er während eines Spiels kaum oder erst zu spät seine Taktik änderte, wenn es nötig war, Bestes Beispiel ist das Heimspiel gegen Bayer Leverkusen, in dem Schalke nach einer 2:0-Halbzeitführung am Ende mit 2:3 unterlag, weil Leverkusen nach dem Wechsel geschickt umstellte, Breitenreiter aber nicht darauf reagierte.

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Die zehn teuersten Abgänge von Schalke 04

Die zehn teuersten Abgänge vom FC Schalke 04.
02.08.2016
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Leroy Sané wechselte 2016 für 50 Millionen Euro zu Manchester City.© Foto: dpa
Julian Draxler wechselte 2015 für 36 Millionen Euro zum VfL Wolfsburg.© Foto: dpa
Manuel Neuer wechselte 2011 für 30 Millionen Euro zum FC Bayern München.© Foto: dpa
Rafinha wechselte 2010 für 9 Millionen Euro zum FC Genua.© Foto: dpa
Heiko Westermann (l.) wechselte 2010 für 7,5 Millionen Euro zum Hamburger SV.© Foto: dpa
Jefferson Farfan (r.) wechselte 2015 für 7 Millionen Euro zu Al-Jazira Abu Dhabi.© Foto: dpa
Kyriakos Papadopoulos wechselte 2015 für 6,5 Millionen Euro zu Bayer 04 Leverkusen.© Foto: dpa
Adam Szalai (l.) wechselte 2014 für 6 Millionen Euro zur TSG 1899 Hoffenheim.© Foto: dpa
Lincoln wechselte 2007 für 5 Millionen Euro zu Galatasaray Istanbul.© Foto: dpa
Mesut Özil (r.) wechselte 2008 für 4,3 Millionen Euro zu Werder Bremen.© Foto: dpa
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Natürlich darf ein Testspiel nicht überbewerten werden, aber in der Partie gegen den AC Florenz am Sonntag machte Markus Weinzierl genau das: Als er merkte, dass Schalke gegen Ende der ersten Halbzeit den Zugriff auf das Spiel verlor, änderte er in der Pause das System, spielte hinten mit einer Dreierkette statt mit dem gewohnten 4-2-3-1- oder 4-4-2-System. „Das war nicht nur ein kurzfristiges Experiment“, sagte Weinzierl nach der Partie, „wir haben schließlich die passenden Spieler dazu.“ Schalke könnte also in der kommenden Saison taktisch variabler agieren als zuletzt.

Stimmung:

Die schwere Verletzung Cokes sorgte für einen heftigen Stimmungsdämpfer – ansonsten zeigte sich der Coach sehr zufrieden mit den acht Tagen in Österreich. „Die Jungs haben voll mitgezogen: Zwei Testspielsiege gegen italienische Mannschaften, die in ihrer Vorbereitung schon weiter sind, sprechen da eine deutliche Sprache“, so Weinzierl. Dass die Jungs tatsächlich voll mitgezogen haben, war auch in den Trainingseinheiten deutlich: Das Training unter Weinzierl ist extrem intensiv – dass Spieler ohne Aufgabe herumstehen, gibt es bei ihm nicht, die Profis sind ständig in Aktion.

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Disziplin:

Viel Wert legt Weinzierl auch auf Disziplin. Das musste Kaan Ayhan am eigenen Leib erfahren. Als er eines Morgen wenige Minuten zu spät auf dem Platz erschien, musste er die ganze Einheit lang Strafrunden laufen. Auch sonst ist Markus Weinzierl ein Freund von festen Strukturen. Den Mannschaftsrat will er nicht wählen lassen, sondern selbst bestimmen.

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Tag sieben in Mittersill

Bilder aus dem Schalke-Trainingslager in Mittersill vom 7. August.
07.08.2016
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Bilder aus dem Schalke-Trainingslager in Mittersill vom 7. August.© Foto: Buzz04
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Bilder aus dem Schalke-Trainingslager in Mittersill vom 7. August.© Foto: Buzz04
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Gewinner:

Zu den Gewinnern des Trainingslagers zählt sicherlich Eric-Maxim Choupo-Moting. Der hatte sich zwar augenzwinkernd über die lange, harte Vorbereitung beschwert, präsentierte sich aber sowohl im Training als auch in den beiden Testspielen in blendender Form. Einen guten Eindruck machte auch Franco Di Santo, dem man den Willen anmerkt, eine bessere Saison spielen zu wollen.

Verlierer:

Kaan Ayhan, der in der letzten Saison noch an Frankfurt ausgeliehen war, muss man dagegen auf der Verliererseite verbuchen. Er bekam als Erster die neue Disziplin zu spüren, zum anderen dürfte er weder auf der Sechser-Position noch in der Innenverteidigung eine große Rolle in den Planungen von Markus Weinzierl spielen.

Verstärkungen:

Die Einkaufspolitik der vergangenen Tage und Wochen macht deutlich, dass Manager Christian Heidel sehr zielgenau einkauft – und nicht etwa nur deshalb zu einem Spieler greift, weil der ablösefrei zu haben ist. Auf der Coke-Position werde nicht mehr nachgebessert, kündigte Heidel an – mindestens zwei Neue sollen allerdings noch kommen. Gesucht wird noch ein starker Sechser und ein Sané-Ersatz, der zu Manchester City gewechselt ist.

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