Viel hängt in der Winterpause von Horst Heldt ab

Schalkes Personalplanung

„Frohe Weihnachten!“ Mehr wollte Clemens Tönnies am späten Freitagabend nicht sagen, als er flotten Schrittes aus der Schalker Mannschaftskabine kam. Dafür machte sein Gesichtsausdruck deutlich, wie zufrieden und erleichtert der Schalke-Boss nach dem 1:0-Heimerfolg gegen 1899 Hoffenheim war.

GELSENKIRCHEN

von Von Frank Leszinski und Norbert Neubaum

, 22.12.2015, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Horst Heldt kann sich gut vorstellen länger beim FC Schalke 04 zu bleiben.

Horst Heldt kann sich gut vorstellen länger beim FC Schalke 04 zu bleiben.

Denn damit haben die Königsblauen nach einer turbulenten Bundesliga-Hinrunde mit Höhen und Tiefen das erreicht, was Schalke-Manager Horst Heldt vor dem Anpfiff so formuliert hatte: „Wir wollen in Schlagdistanz zu den Spitzenplätzen bleiben.“

Ordentliche Bilanz, gute Perspektive

Das gelang den Königsblauen zwar nicht mit einer überzeugenden Leistung, doch am Ende zählte gegen einen erschreckend schwachen Gegner nur die Tatsache, dass Schalke drei wichtige Punkte geholt hatte. Mit 27 Zählern hat die Elf von Trainer André Breitenreiter eine ordentliche Bilanz hingelegt, die seiner Mannschaft gute Perspektiven eröffnet.

Vorausgesetzt, in der Winterpause werden die Weichen in die richtige Richtung gestellt. Damit ist vor allem Dingen eine erfolgreiche Personalpolitik gemeint. Breitenreiter drängt auf Verstärkungen, die er am liebsten schon am 4. Januar im Trainingslager in Florida begrüßen möchte.

"Mit Draxler sehr viel Qualität verloren"

„Wir haben mit dem Wechsel von Julian Draxler nach Wolfsburg sehr viel Qualität verloren. Phasenweise hat man gesehen, dass unser Kader quantitativ und qualitativ nicht ausreichend besetzt ist,“ betonte Breitenreiter. Doch in der Winterpause ist es bekanntlich noch schwieriger, gute und bezahlbare Verstärkungen zu bekommen.

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Als Top-Kandidat gilt weiterhin der frühere Leverkusener Renato Augusto (27). Dessen Klub Corinthians Sao Paulo hat zwar erklärt, ihn nicht abgegeben zu wollen. Doch das kann auch nur ein branchenübliches Pokerspiel sein, um den Preis für den torgefährlichen Mittelfeldspieler noch weiter in die Höhe zu treiben. Als Neuzugänge sind außerdem der ablösefreie Brasilianer Mauricio (27, Grozny/Russland) und Gökhan Inler (31) von Englands Sensationstabellenführer Leicester City im Gespräch.

Kader verstärken und Leistungsträger binden

Auf Heldt wartet also in der Winterpause eine Menge Arbeit. Denn der 46-Jährige will nicht nur den Kader verstärken, sondern auch Leistungsträger wie Matip oder Höwedes weiter an die Königsblauen binden. Mit Matip, dessen Vertrag am Saisonende ausläuft und der vor allem bei britischen Vereinen heiß begehrt ist, hat es einen weiteren Meinungsaustausch gegeben.

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„Es war ein gutes Gespräch. Wir sind im Rennen, aber alles ist offen“, sagte Heldt, der im Januar eine Entscheidung erwartet. Vor dem Ende der Saison und damit dem Ende seines Vertrags wird Matip den FC Schalke 04 definitiv nicht verlassen. „Das würden wir auch nie zulassen, selbst wenn es ein finanziell verlockendes Angebot geben würde“, betonte Heldt.

Scheidender Heldt will sich beweisen

Zwar scheint mit Christian Heidel (Mainz 05) sein Nachfolger schon längst gefunden, doch Heldt will auch aus Eigeninteresse unbedingt beweisen, dass seine Arbeit besser ist als viele Kritiker behaupten. Sein Handlungsspielraum ist offenbar nicht eingeschränkt. „Ich habe mir vom Aufsichtsrat ein Budget absegnen lassen“, verriet Heldt und ergänzte: „Auch der FC Schalke 04 hat ein Festgeldkonto. Wir investieren aber nicht nur, sondern ein Teil des Geldes durch den Draxler-Transfer geht in den Schuldenabbau.“

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