Lange Zeit ging die Karriere von Sebastian Rudy bergauf. Beim FC Bayern ist seine Laufbahn ins Stocken geraten. Auf Schalke soll sich das ändern - der Transfer hat Vorteile für beide Seiten.

Gelsenkirchen

, 27.08.2018, 15:54 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zum Ende des Transferfensters schlägt der FC Schalke 04 beim deutschen Rekordmeister Bayern München zu. Sebastian Rudy verstärkt das königsblaue Mittelfeld. Doch was ist das für ein Spieler, den sich der FC Schalke 04 rund 16 Millionen Euro kosten lässt?

Sebastian Rudy ist dekoriert mit Auszeichnungen

Der Schalker Königstransfer in diesem Sommer gilt als ruhiger Zeitgenosse, dessen Talent schon früh erkannt wurde. Am 28. Februar 1990 in Villingen-Schwenningen geboren, spielte Rudy in sämtlichen Junioren-Nationalteams von der U17, mit der er bei der Weltmeisterschaft 2007 den dritten Platz erreichte, bis zur U21. 2008 wurde ihm die Fritz-Walter-Medaille in Silber in der Altersklasse U18 verliehen, eine der höchsten Auszeichnungen im Nachwuchsbereich.

Vielseitig, zweikampfstark und mit Übersicht: Das ist Schalkes Neuzugang Sebastian Rudy

Bei den Bayern geriet Sebastian Rudys Karriere ins Stocken. Mit seinem Wechsel zu Schalke soll sich das wieder ändern. © dpa

2003 war Rudy vom SV Zimmern zum VfB Stuttgart gewechselt, wo er sämtliche Jugendabteilungen durchlief, bis er als Erstliga-Profi und Nationalspieler durchstartete. Von der Saison 2008/2009 an gehörte er dem Kader der ersten Mannschaft des VfB an, spielte aber zunächst meist in der zweiten Mannschaft. Am 10. August 2008 absolvierte Rudy in der ersten Runde des DFB-Pokals beim 5:0-Erfolg beim FC Hansa Lüneburg sein erstes Pflichtspiel für den VfB Stuttgart bei den Profis. Knapp einen Monat später folgte dann auch sein Bundesligadebüt in der Partie gegen die TSG 1899 Hoffenheim.

Wechsel nach Hoffenheim und Nationalelf-Debüt von Sebatian Rudy

Nach 15 Einsätzen in der Bundesliga und acht im Europapokal mit zwei Toren in zwei Jahren für die Schwaben wechselte Rudy am 23. August 2010 zur TSG 1899 Hoffenheim. Für Hoffenheim erzielte Rudy auch seinen ersten Treffer in der Bundesliga. Im Mai 2014 feierte er sein Debüt in der A-Nationalmannschaft.

Die recht gradlinig nach oben verlaufene Karriereentwicklung erhielt im Mai 2016 ihren ersten Dämpfer. Rudy wurde aus dem Aufgebot der deutschen Nationalelf für die Europameisterschaft in Frankreich gestrichen. Der Mittelfeldspieler hatte es zuvor in den vorläufigen Kader geschafft. Besonders bitter: Sebastian Rudy kam als einziger Profi neben Jerome Boateng in allen EM-Qualifikationsspielen zum Einsatz.

Verschiedene Stärken rufen die Bayern auf den Plan

Dennoch, seine Vielseitigkeit, Zweikampfstärke und Spielübersicht rief den FC Bayern auf den Plan, der den Nationalspieler zur Saison 2017/2018 verpflichtete. Zuvor konnte Rudy beim Confederation Cup auch auf internationaler Ebene sein Können unter Beweis stellen. Bei allen Spielen der deutschen Mannschaften lief er in der Startelf auf und hatte als Ballverteiler durch seine souveränen Pässe nicht unerheblichen Anteil am Titelgewinn.

Vielseitig, zweikampfstark und mit Übersicht: Das ist Schalkes Neuzugang Sebastian Rudy

Am Gewinn des Confed Cups hatte Sebastian Rudy (r.) durch seine Leistungen wesentlichen Anteil. © dpa

Titel Nummer zwei seiner Karriere folgte dann bei den Bayern, wo Rudy jedoch unzufrieden mit seinen Einsatzzeiten war. „Sebastian ist sehr ehrgeizig, will spielen. Er hat das Gefühl, dass er bei uns zu wenig spielt“, verriet Bayern-Präsident Uli Hoeneß kürzlich. Im Rennen um Rudy schien RB Leipzig lange Zeit die Nase vorn zu haben. Dort soll sich der 28-Jährige, der vom früheren Bayern-Spieler Christian Nerlinger beraten wird, das Trainingsgelände angeschaut haben.

Schalke ergreift die Gelegenheit

Doch es kam zu keiner Einigung mit den Sachsen, und Schalke ergriff in Person von Sportvorstand Christian Heidel die Gelegenheit, Rudy von einem Wechsel nach Gelsenkirchen zu überzeugen. Dort will der 28-Jährige der Taktgeber im Schalker Mittelfeld werden und vor allem regelmäßiger spielen als bei den Bayern.

Privat gab es für den zukünftigen Schalker schon Anfang des Jahres Grund zum Feiern. Im März brachte Ehefrau Elena den gemeinsamen Sohn David zur Welt. Rudy: „Wir sind unendlich dankbar für dieses Glück.“

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